Orgel in St. Blasius, Balve

Informationen und Diskussionen zu allen Bereichen rund um die Orgel herum,
z.B. Vorstellung der eigenen Kirchengemeinde, Konzert- und Gottesdienstgestaltung, Konzertberichte, Sparmaßnahmen in der Gemeinde, Organisation, usw.
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JuergenPB
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Orgel in St. Blasius, Balve

Beitrag von JuergenPB » Freitag 10. April 2009, 00:11

In der Beschreibung dieses Bereichs steht "Vorstellung der eigenen Kirchengemeinde"
Das ist zwar nicht mehr meine Kirchengemeinde, aber dort komme ich gebürtig her.

Orgel in St. Blasius Balve.

1912 von Fa. Feith/Paderborn gebaut (die Barockorgel ist freilich älter abe ich habe gerade keine Daten dazu greifbar)
1932, 1952 einige Umbauten -- Fa. Feith
1962 Umbau -- Fa. Stockmann/Werl
1983 Umbau zur Schwalbennestorgel -- Fa. Stockmann/Werl

1. Manual - Rückpositiv, C-g’’’
* Gedackt 8’
* Salicional 8’
* Prinzipal 4’
* Blockflöte 4’
* Oktave 2’
* Quinte 1 1/3’
* Sesquialtera 2f 2 2/3’ 1 3/5’
* Scharff 4f 1’
* Vox humana 8’

2. Manual - Hauptwerk, c-g’’’
* Bordun 16’
* Prinzipal 8’
* Flaut major 8’
* Oktave 4’
* Gedacktflöte 4’
* Quinte 2 2/3’
* Flöte 2’
* Cornett 3f. ab c0 2 2/3’
* Mixtur 5f 2’
* Trompete 8’

3. Manual - Barockorgel, c-g’’’
* Prinzipal 8’
* Rohrflöte 8’
* Dolce 8’
* Oktave 4’
* Gedackt 4’
* Quinte 2 2/3’
* Prinzipal 2’
* Mixtur 5-5f. 1 1/3’
* Oboe 8’
* Subbaß 16’ (vom Spieltisch der Barockorgel spielbar)

4. Pedalwerk, c-f’
* Subbaß 16’
* Oktavbaß 8’
* Gedacktbaß 8’
* Choralbaß 4’
* Pedalmixtur 2’
* Posaune 16’
* Trompetenbaß 8’

5. Sonstiges
* Tremolo - I. Manual
* Tremolo - II. Manual / Barockorgel
* Celesta (Glockenspiel) - spielbar vom III. Manual
* Koppeln
o III-II
o III-I
o III-P
o II-P
o I-II
o I-P



Bild
(selbst fotographiert)

Barockorgel (über das 3. Manual spielbar und vom eigenen Spieltisch aus)
Bild
Photo von Wolfgang Poguntke (cc-by-sa)


Tonprobe: http://www.fontes-ecclesiae.de/forum/pr ... ificat.mp3
Zuletzt geändert von JuergenPB am Samstag 11. April 2009, 13:54, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
Jürgen

Wenn Orgelspielen einfach wäre, würde es Fußball heissen.

Roland Eberlein
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Beitrag von Roland Eberlein » Freitag 10. April 2009, 22:21

Die Stockmann-Orgel ist von der Grundform her zweifellos ein hochinteressanter Orgelprospekt, unverkennbar von spätbarocken westfälischen Orgelprospekten inspiriert - aber ob der ornamentale Zuckerbäckerstil so gut in einen neoromanischen Raum paßt?

Nach Reuter stammt der alte Orgelprospekt von Christian Roetzel, der 1817-18 für rund 1500 Taler eine neue Orgel unter Verwendung älterer Teile errichtete. Auf Wikipedia wird der Prospekt jedoch auf 1786 datiert, ohne daß diese Angabe belegt oder begründet wird. Die Ornamentierungen - früher waren auf den Spitztürmen auch noch klassizistische Urnen angebracht - stammen jedenfalls zweifellos von 1817. Die Grundform des Prospekts und auch die Prospektpfeifen selber scheinen mir aber sehr viel älter zu sein als 1817 oder 1786; ich würde eher auf spätes 17. oder frühes 18. Jahrhundert tippen.

JuergenPB
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Beitrag von JuergenPB » Samstag 11. April 2009, 14:14

Bezüglich des Alters der alten "Barockorgel" kann ich im Moment nicht sagen, woher die Zahl 1786 stammt. Die gleiche Zahl findet man in einem alten Kirchenführer. Theodor Pröpper schreibt in "Ein Tag ruft es dem andern zu", daß sich in der Kirche bis 1817 eine Orgel mit nur einem Manual und ohne Pedal befand. 1817 sei die Zahl der Register erhöht worden und die Orgel habe ein Pedal bekommen.

Bezüglich der neuen Orgel kann man geteilter Meinung sein. Die Kirche ist zwar neuromanisch mit Jugendstileinschlag, aber in der Apsis steht ein Barockaltar von 1696.

Prof. Dr. Karl Josef Schmitz, der weitestgehend für den Prospektentwurf verantwortlich wra, hat da einen Kompromiss versucht, indem er sich teils durch den Barockaltar und die Farbgebung des Raumes inspirieren lies.

Auf jeden Fall ist die jetzige Form besser, als das, was 1912 dort gebaut wurde. Die Orgel war gleichsam rechts und links unter das Dach verbannt. Grund hierfür war der Wunsch, daß in der Mitte - dort wo nun die Orgel hängt - genügend Platz für den Chor sein sollte.
Gruß
Jürgen

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