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neue Orgel ohne freie Kombination!
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orgelspieler



Anmeldedatum: 03.10.2008
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 23.02.2010, 21:58    Titel: neue Orgel ohne freie Kombination! Antworten mit Zitat

Meine ehemalige Pfarrgemeinde bekommt eine neue Orgel, von der Fa. Rieger in Vorarlberg (Domorgel Regensburg). Da das Budget beschränkt ist und man möglichst viele Register bekommen will, hat man auf eine freie Kombination verzichtet. Selbst der zuständige Orgelsachverständige der Diözese Pasaau hat weder einen Schweller noch eine freie Kombination offensichtlich für notwendig erachtet. Der Schweller wird jetzt von einem Regionalkantor gesponsert.
Ich habe mich zweimal an die Fa. Rieger mit der Frage gewandt, was eine freie Kombination kosten würde und ob dies bei dem jetzigen Bauabschnitt noch möglich wäre. Ich hätte die Kosten für eine Freie Kombination übernommen.
Bis jetzt habe ich trotz zweimaliger Anfrage keine Antwort erhalten, was ich persönlich für eine Unverschämtheit empfinde. Offensichtlich hat es die Fa. Rieger nicht mehr nötig, auf so Kleinigkeiten wie eine freie Kombination einzugehen
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Ippenstein



Anmeldedatum: 03.08.2009
Beiträge: 47

BeitragVerfasst am: 24.02.2010, 02:17    Titel: Antworten mit Zitat

Ist es denn eine elektrische Registertraktur oder eine mechanische?
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orgelspieler



Anmeldedatum: 03.10.2008
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 24.02.2010, 18:19    Titel: Antworten mit Zitat

mechanische
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Grobgehackt



Anmeldedatum: 09.11.2008
Beiträge: 35
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BeitragVerfasst am: 25.02.2010, 19:12    Titel: mechanische Registertraktur+Kombinationen/Setzer Antworten mit Zitat

technisch gesehen ist dass möglich siehe
http://www.katholische-kirche-freiburg.de/Gesellschaft--Kultur/Kirchenmusik/Orgeln-in-Freiburg/St.-Petrus-Canisius/
Da jedoch in die physikalisch unkomplizierte Registermechanik eingegriffen werden muss, gehe ich davon aus dass so etwas wirklich nicht aus der Portokasse zu zahlen ist und auch eine gewisse Planung benötigt.
Könnte durchaus sein, dass es "günstiger" ist, einen Registrierer zu unterhalten (Trinkgeld...) als das aus eigener Tasche zu finanzieren.
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Ippenstein



Anmeldedatum: 03.08.2009
Beiträge: 47

BeitragVerfasst am: 26.02.2010, 17:35    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, die Register müssen anders geführt werden, da ja Magnete das ganze abgreifen können muß. Wenn man aber mal so weit ist, baut man gleich eine ganze Setzeranlage (mit ein paar tausend Speicherplätzen) ein. Die macht nämlich das Kraut auch nicht mehr fett.

In Göttingen in der Michaelskirche haben wir so eine schöne Orgel. Und der Vorteil: Wenn mal die Elektronik ausfällt, kann man trotzdem schön weiterspielen.

Wie viele Register soll denn die Orgel mal bekommen?

Grüße

Andreas
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orgelspieler



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BeitragVerfasst am: 26.02.2010, 18:52    Titel: Antworten mit Zitat

Es geht mir hier vor allem um den Umstand, dass man von seiten der Fa. Rieger überhaupt nicht auf meine Anfrage reagiert.
Die genaue Anzahl der Register Hab ich nciht im Kopf . Die Kosten für die Orgel belaufen sich auf ca. 270.000 Euro.
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Ippenstein



Anmeldedatum: 03.08.2009
Beiträge: 47

BeitragVerfasst am: 27.02.2010, 12:40    Titel: Antworten mit Zitat

Ok. Habe gerade noch einmal gelesen. Wenn die Planung einer Orgel mal fertig ist und die Konstruktion beginnt, sind Änderungen nur noch begrenzt möglich.

Ich weiß jetzt nicht, ob es noch andere Möglichkeiten der Registersteuerung gibt, aber die, die ich kenne (und die doch sehr modern war), braucht eine ganz andere Registertrakturführung als ohne. Daher dürfte eine Änderung wohl nicht mehr möglich sein - unter dem Vorbehalt, daß im Orgelbau nur die elektromagnetische Steuerung verwendet wird. Ich vermute aber, daß bei eben der elektromagnetischen Unterstützung der mechanischen Registertraktur eine andere, nämlich aufwendigere Führung, notwendig sein muß, da sich ansonsten die Orgelbauer sicherlich einen einfacheren Weg ausgedacht und angewendet hätten.

Ich schätze mal, daß das bei dem Preis etwa 20 Register werden. Das ist auch ohne Anlage zu bewältigen, erfordert aber mehr Registrationskunst.

Daß die Anfrage aber gänzlich ignoriert wird und nicht wenigstens eine Absage zurückkommt, ist natürlich weniger schön.

Grüße

Ippenstein
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Nachtigall



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BeitragVerfasst am: 27.02.2010, 15:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
in der - Zeitschrift für Instrumentenbau - wurde bereits eine freie Kombination beschrieben, welche lediglich eine Änderung der Registerzüge sowie ein Gestänge im Spieltisch erforderlich macht.


Übrigens habe ich so eine ähnliche Konstruktion bereits an einer Orgel der Orgelmanufaktur Link gesehen.

Grüße,
Nachtigall
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Ippenstein



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Beiträge: 47

BeitragVerfasst am: 28.02.2010, 11:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nachtigal,

ich kann mir so etwas gerade nicht bildlich vorstellen. Das Problem ist letztendlich, daß die Konstruktion schon im vollen Gange ist.

Ich kenne auch Orgeln mit bis zu 30 Registern, die keinerlei Spielhilfen besitzen. Das gibt erhöhte Anforderungen an eine kunstvolle Registrierung, aber auch die Vorgabe an den Orgelbauer, daß man mit dem 2. Manual etwas anfangen kann und das nicht zu leise ist. Für mein Ideal gilt, daß das 2. Manual nicht nur eine klangliche Ergänzung, sondern zudem ein dem Hauptwerk kräftiges Gegenwerk ist, mit dem man auch alleine (und ohne das Ziehen aller Register) eine volle Kirche begleiten kann.

Leiser geht schließlich immer, aber lauter nimmer. Wenn ich nun eine Orgel habe, bei der ich das Schwellwerk in der Lautstärke also drosseln kann, aber eben auch auf seine Kraft zurückgreifen kann, und ich zudem die Gemeinde mit wenigen Registern schon ordentlich begleiten kann, kann ich die Kunst des Registierens ersten ausleben und zweitens kommt dann kein Brei sondern ein klarer mitreißender Klang aus der Orgel.

Grüße

Andreas
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Grobgehackt



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Beiträge: 35
Wohnort: auf dr Alb

BeitragVerfasst am: 28.02.2010, 13:01    Titel: Orgel ohne Kombinationen und Setzer Antworten mit Zitat

Letzeres von Andreas kann ich nur unterschreiben.
Ich kenne auch eine vollmechanische Orgel (also Spiel-und Registertraktur) mit 28 Registern, welche Barockfähig und auch speziell für Romantik disponiert ist und auch ein voll ausgebautes Schwellwerk hat (Sub-und Superkoppel inklusive).
Für die Gemeindebegleitung ist da wirklich kein Spagat zu machen, es gibt genügend Möglichkeiten, das alleine in Griff zu bekommen.
Bedenken hätte ich da eher, wenn symphonische Werke (Reger...) oder Improvisationen zu spielen sind (wird mir aber nie passieren). Ohne Registrierhilfe sitzt man da wirklich verlassen da... Aber die Fachleute, welche diese Werke beherschen, sind eigentlich nie allein und haben auch den nötigen Durch-und Weitblick.
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orgelspieler



Anmeldedatum: 03.10.2008
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 28.02.2010, 19:09    Titel: Antworten mit Zitat

besagte Orgel steht in einer Dorfkirche. Mein Vater (77 Jahre) spielt die Orgel und dirigiert gleichzeitig den Chor, dh. bei der Begleitung benötigt er immer das Pedal, so dass es beim Wechselgesang ein dauerndes Ziehen der Register benötigen wird. Die alte Orgel hat ein (von Experten wehement abgelehntes) Pianopedal, das bis heute tadellos funktioniert und eine (1) freie Kombination. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand mehr als 2 Register ziehen kann, ohne dass beim Spiel eine Pause entsteht.
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Ippenstein



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Beiträge: 47

BeitragVerfasst am: 28.02.2010, 19:40    Titel: Antworten mit Zitat

Es kommt darauf an, v.a. darauf, was man vor hat.

Im Extremfall - bei vielen Registerwechseln - braucht man seine Registranten.
Ansonsten werden Hauptmanual und Begleitmanual registriert und das muß dann für das ganze Lied über reichen. Je nach Registeranordnung kann man dann auch während des Spiels (kommt ja auch darauf an, was man spielt) das eine oder andere Register abstoßen oder hinzuziehen.

Wenn es darum geht: Vorspiel und dann Liedbegleitung: Da ist bei mir immer eine Pause dazwiwchen, in der ich neu registriere.

Piano-Pedal und 1 freie Kombination? Das klingt für mich nach einer pneumatischen Orgel. Ich kenne viele schlechte pneumatische Orgeln, da kann man registrieren, was man will... kommt immer das gleiche raus. Glücklicherweise sind da moderne Orgeln völlig anders intoniert.

Als in Göttingen bei der Orgel die Setzeranlage ausgefallen war, mußte ich 35 Register (mechanische Registeranlage) manuell bedienen. Und ich kann sagen: Es geht, erfordert aber eben die Kunst, aus wenig viel herauszuholen. Man kann dann auch so registrieren, daß auf einem Manual der cf liegt, auf dem anderen die Begleitung und dann durch Zusammenzug durch die Koppler ein sehr schöner Gesamtklang entsteht. Die Orgel an sich braucht eben eine gute Disposition und muß kräftig sein.

Daher wünsche ich Dir, daß Deine Orgel entsprechend kräftig intoniert wird und möglichst viele Kombinationen zuläßt, so daß Ihr auch in den Genuß kommen könnt, den ich einst erleben durfte.

Grüße

Andreas
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winiku



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BeitragVerfasst am: 11.03.2010, 20:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo orgelspieler!

Mechanisch ist nun mal mechanisch.
Eine elektrische Kombination da hineinzubauen bedeutet also den zusätzlichen Aufbau einer elektrischen Ansteuerung, zuzüglich der in die Mechanik eingreifenden Magnete.
Diese Kosten haben mit "Portokasse" nichts mehr zu tun!
Einen kleinen Einblick in den Aufbau einer solchen Anlage findet man auf der Homepage "unseres" Orgelbauers:

http://www.orgelbau-kampherm.de/html/dusseldorf_herz_jesu.html

Hier sieht man sehr schön die parallel zur Mechanik montierten Magnete:

http://www.orgelbau-kampherm.de/html/dusseldorf_herz_jesu_4.html

http://www.orgelbau-kampherm.de/html/dusseldorf_herz_jesu_2.html

Viel Freude an eurem neuen Instrument wünscht,
winiku
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Nachtigall



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Wohnort: LK Heidenheim

BeitragVerfasst am: 12.03.2010, 17:39    Titel: Antworten mit Zitat

Wie bereits erwähnt gibt es eine rein mechanische Lösung, welche direkt an den Registerzügen angreift.

Die Registerzüge müssten getauscht werden, da die Register durch Drehen der Züge um 90° in die Kombination geschaltet werden.
Sonst wäre nur ein kurzes Gestänge und der Zug für die freie Kombination nötig.

Für genauere Angaben sei nochmals auf die damalige Patentzeichnung verwiesen:
Zeitschrift für Instrumentenbau
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Roland Koch



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Beiträge: 4
Wohnort: 7560 Martina (Schweiz)

BeitragVerfasst am: 12.03.2010, 22:54    Titel: Antworten mit Zitat

Während meiner Lehrzeit bei Orgelbau Graf AG in der Schweiz hat die Firma einen mechanischen Setzer gebaut, welcher relativ wenig Platz benötigt und ich denke, dass er in vielen Fällen auch in eine bereits bestehende Anlage eingebaut werden könnte. Er bietet 10 freie Kombinationen. (Orgel in Nottwil (CH), 1990)
In jedem Falle ist bei einem nachträglichen Umbau mit einem nicht unerheblichen finanziellen Aufwand zu rechnen - und es stellt sich natürlich auch die Frage nach den Grenzen. Die Grenze liegt gegenwärtig bei 30000 (oder sogar noch mehr) freien Kombinationen für elektronische Setzer - soll man sich da mit einer einzigen (mechanischen) begnügen? Eine schwierige Entscheidung für Musiker und Orgelbauer.

@ orgelspieler: ich denke, dass eine oder mehrere freie Kombinationen bei der von Ihnen erwähnten Orgel nicht unbedingt nötig sind. Sie werden sich sehr schnell an die Orgel gewöhnen und das Registrieren während des Spielens wird automatisch geschehen. Sicher finden sich in Ihrer Umgebung auch Organisten, welche Ihnen wertvolle Tips für das Registrieren an einem solchen Orgeltyp geben können.

Grüsse aus der Schweiz
_________________
Roland Koch
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