Francesco Finotti in St. Lambertus, D-Altstadt

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Clemens Schäfer
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Francesco Finotti in St. Lambertus, D-Altstadt

Beitrag von Clemens Schäfer » Dienstag 6. Februar 2018, 14:11

Hallo Forum,

Internationales Orgelkonzert in St. Lambertus, Düsseldorf-Altstadt, am 05.02.2018 (zugleich Abschlußkonzert der Winterlichen Orgelkonzerte des katholischen Kantorenkonvents): Es spielte Francesco Finotti aus Padua.

Der begann mit einem Schumann-Block, fügte ein ruhiges Stück von Scarlatti an und schloß mit einer eigenen Transkription der h-moll Klaviersonate von Liszt; ein sehr attraktives Programm also. Und Finotti brachte offensichtlich alles mit, was dieses Programm zu bewältigen nötig ist. Und er spielte auswendig.

Im Schumann-Block gab es aus den Sechs Stücken in kanonischer Form op. 56 die Nr. 1 (C-Dur, nicht zu schnell) und Nr. 4 (As-Dur, innig). Dazwischen setzte er aus den Sechs Fugen über BACH op. 60 die Nr. 1 (Langsam), Nr. 2 (Lebhaft), Nr. 3 (Mit sanften Stimmen) und Nr. 6 (Mäßig, nach und nach schneller). Schumann beschäftigt sich hier intensiv mit Kontrapunktik. Das leugnete Finotti keineswegs, faßte die Stücke aber gleichzeitig als romantische Charakterstücke auf, was zu einer wunderbaren Melange führte. Da er sich zudem mit den Möglichkeiten der Rieger-Orgeln gut vertraut gemacht hatte, gab es feine Klangerlebnisse.

Scarlattis Sonate h-moll K 87, Andante mosso, kam in ruhigem Fluß, eher schlicht registriert, und war so wohl als kleiner Ruhepunkt vor dem grandiosen Schlußwerk gedacht.

Mit Liszts h-moll Sonate hatte sich Finotti ein klavieristisches Monstrum aufgeladen. Aber das spürte man zu keiner Zeit. Denn Finotti ging ganz selbstverständlich durch die schwierigsten Passagen - es war eine Lust dem zuzuschauen und -zuhören. Dabei gestaltete er das Werk mit Übersicht und viel Klangsinn. Ja, man vermißte das Fortepiano kaum, so gut war die Transkription gelungen, so gut wußte Finotti mit Registrierungen einzelner Passagen (Arpeggi!) umzugehen. Herrlich war das Seitenthema gesungen. Und der ruhige Schluß kam dann ganz am Ende aus der Chororgel. Eine in jeder Hinsicht überzeugende Version der hochvirtuosen Komposition.

Die ca. 80 Hörer spendeten eifrig Beifall. Eine Zugabe (vermutlich Händel).

Gruß Clemens Schäfer

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Olaf D. Hennig
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Re: Francesco Finotti in St. Lambertus, D-Altstadt

Beitrag von Olaf D. Hennig » Freitag 9. Februar 2018, 10:18

Hallo Herr Schäfer!
Das Orgelkonzert mit Francesco Finotti in der Kirche St. Lambertus in Düsseldorf habe ich auch besucht. Ihren Bericht kann ich nur unterstreichen - ich habe das Konzert ähnlich empfunden wie Sie. Die Zugabe war J. S. Bach / Vivaldi - Largo (Siciliano), ein von Bach bearbeitetes Stück von Antonio Vivaldi.

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