Tübingen Aula-Orgel

Diskussionen rund um Orgelneubau, Orgelrestauration, Register, Technik, usw.
Antworten
kernspalter
Beiträge: 674
Registriert: Mittwoch 18. Februar 2009, 12:36

Tübingen Aula-Orgel

Beitrag von kernspalter » Montag 10. April 2017, 23:28

Hier im Forum war ja schon gelegentlich die Rede von der stillgelegten Weigle-Orgel im Festsaal der Neuen Aula in Tübingen.

Seit einigen Jahren laufen Bemühungen, Geld für eine Sanierung der Orgel aufzutreiben:

http://www.festsaalorgel.de/

Heute lese ich, daß das Uni-Rektorat das Projekt gestoppt hat:
Musikleben: Unileitung stoppt Spendenprojekt
Nach vier Jahren Sammeln für die Renovierung: Aus für die Festsaalorgel

200 000 Euro wurden bislang gespendet, aber 40000 Euro fehlen. Nun stoppte die Uni die Restaurierung der Festsaalorgel. Die Spender sollen informiert und das Geld umgewidmet werden.
http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Nach ... 27376.html
Mit kernspalterischen Grüßen

kernspalter
Beiträge: 674
Registriert: Mittwoch 18. Februar 2009, 12:36

Re: Tübingen Aula-Orgel

Beitrag von kernspalter » Mittwoch 12. April 2017, 07:57

Mit kernspalterischen Grüßen

Ronald Henrici
Beiträge: 642
Registriert: Sonntag 18. Juli 2010, 21:44
Wohnort: Bad Krozingen und Donaueschingen

Re: Tübingen Aula-Orgel

Beitrag von Ronald Henrici » Samstag 15. April 2017, 19:47

Wenn das Uni-Rektorat in Tübingen die Restaurierung der Aulaorgel gestoppt hat, dann ist dem Gremium vorzuwerfen, daß es unverantwortlich mit Steuermitteln umgeht und die Mitglieder der Rektoratsleitung dringend vom Land Baden Württemberg zu entlassen sind.
Es wurden bei dem Stopp sträflich denkmalpflegerische Pflichten mißachtet. Schon aus diesen Gründen ist der Rektor /die Rektorin dienstrechtlich zu entlassen wegen Unkompetenz und unverbesserlicher Arroganz. Das Vorhgehen dieser Personen ist inzwischen schon ein Fall für die Staatsanwaltschaft wegen Mißbrauch steuerlich geförderter Mittel.
Gruß
Ronald
he: Orgel spielen heißt:einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren. (Ch.M.Widor)

kernspalter
Beiträge: 674
Registriert: Mittwoch 18. Februar 2009, 12:36

Re: Tübingen Aula-Orgel

Beitrag von kernspalter » Sonntag 16. April 2017, 15:17

Wenn das Uni-Rektorat in Tübingen die Restaurierung der Aulaorgel gestoppt hat, dann ist dem Gremium vorzuwerfen, daß es unverantwortlich mit Steuermitteln umgeht ...
Was denn bitte für Steuermittel?
Für die Sanierung der Orgel stehen keine Steuermittel zur Verfügung.
Es handelt sich um Spendengelder. (Das ist ärgerlich genug.)
... und die Mitglieder der Rektoratsleitung dringend vom Land Baden Württemberg zu entlassen sind.
In Baden-Württemberg gilt die baden-württembergische Landesverfassung, nicht die türkische.

Die Landesregierung kann kein einziges Mitglied der Rektoratsleitung einfach so "entlassen". Das müßte nach dem derzeit gültigen Hochschulgesetz im Senat und im Hochschulrat beschlossen werden, und zwar jeweils mit Zweidrittelmehrheit.

Es wurden bei dem Stopp sträflich denkmalpflegerische Pflichten mißachtet.
Auch das ist nicht richtig.
Das Denkmalschutzgesetz verpflichtet den Besitzer zur Erhaltung eines Denkmals, nicht zur Benutzung.
Die Orgel bleibt erstmal genauso stehen wie in den vergangenen Jahrzehnten.

Mit wüsten Beschimpfungen und einem Aufruf zum Bruch der Landesverfassung ist dem Sache am allerwenigsten gedient.

Der hauptamtliche Kirchenmusiker, der sich (mit vielen seiner Kollegen) für die Renovierung eingesetzt hat, ruft zu anderen Maßnahmen auf:
»Helfen kann jetzt ein Zeichen von möglichst vielen, dass die Entscheidung des Uni-Rektorats nicht akzeptiert wird und die Festsaalorgel doch noch renoviert werden soll«, sagt Bredenbach und ruft zu weiteren Spenden auf das Projektkonto (Unibund, Stichwort: 3501 Orgel Neue Aula, Bank: KSK Tübingen, IBAN: DE98 6415 0020 0000 1106 08, BIC: SOLA DE S1 TUB, Spendenzweck: Festsaalorgel) oder Patenschaften für die Orgelpfeifen auf.

In diesem Sinne: Frohe Ostern!
Mit kernspalterischen Grüßen

Ronald Henrici
Beiträge: 642
Registriert: Sonntag 18. Juli 2010, 21:44
Wohnort: Bad Krozingen und Donaueschingen

Re: Tübingen Aula-Orgel

Beitrag von Ronald Henrici » Sonntag 16. April 2017, 21:16

das hat nichts mit türkischen Obliegenheiten zu schaffen !
Es wird langsam Zeit, daßn auch hier an der Universität einmal gründlich aufgeräumt wird. Die Mißstände, die durch das Rektorat in Tübingen geschaffen werden, muß endlich einmal die Landesregierung und das Landesparlament abschaffen.Auch die Landesverfassung hat dem Willen ihrer Bürger zu entsprechen.Die Rektorin und/oder der Rektor ist auch wegen mancher anderer Verfehlungen ihrer Aufgaben fristlos zu entlassen. Die Verfehlungen sind allgemein auch der Landesregierung bekannt. Wie gesagt, die Angelegenheiten in dr Uni Tübingen sind reif für den Staatsanwalt.
Gruß
Ronald
he: Orgel spielen heißt:einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren. (Ch.M.Widor)

Nachthorn
Beiträge: 25
Registriert: Freitag 6. Februar 2015, 09:56

Re: Tübingen Aula-Orgel

Beitrag von Nachthorn » Montag 17. April 2017, 08:16

Sehr geehrter Herr Henrici,

ich denke, das Geschwurbel reicht jetzt. Sie können Ihren Unmut gerne äußern, wenn er sachlich begründet wird. Ohne belastbare Fakten auf die Leitung der Tübinger Uni dreinzuschlagen rückt Sie aber so sehr in die Troll-Ecke, dass ich Ihren Beitrag nicht ernst nehmen kann. Ich habe hier schon sehr gute Posts von Ihnen gelesen, Ihre letzten Äußerungen empfinde ich aber als unangemessen.

Ich hoffe, dass wir jetzt wieder sachlich und begeistert über Orgeln sprechen können und wünsche allen einen gesegneten Ostermontag,

Nachthorn

kernspalter
Beiträge: 674
Registriert: Mittwoch 18. Februar 2009, 12:36

Re: Tübingen Aula-Orgel

Beitrag von kernspalter » Dienstag 18. April 2017, 10:28

Ronald Henrici hat geschrieben:
Sonntag 16. April 2017, 21:16
das hat nichts mit türkischen Obliegenheiten zu schaffen !
Es wird langsam Zeit, daßn auch hier an der Universität einmal gründlich aufgeräumt wird. Die Mißstände, die durch das Rektorat in Tübingen geschaffen werden, muß endlich einmal die Landesregierung und das Landesparlament abschaffen.Auch die Landesverfassung hat dem Willen ihrer Bürger zu entsprechen.Die Rektorin und/oder der Rektor ist auch wegen mancher anderer Verfehlungen ihrer Aufgaben fristlos zu entlassen. Die Verfehlungen sind allgemein auch der Landesregierung bekannt. Wie gesagt, die Angelegenheiten in dr Uni Tübingen sind reif für den Staatsanwalt.
Gruß
Ronald

Die Forderung nach fristloser Entlassung des Rektors gemahnt sehr wohl an türkischen Verhältnisse.

Erdoğan kann jeden Rektor in den vorzeitigen Ruhestand schicken, Kretschmann kann das nicht.

Dazu müßte er erst die Verfassung ändern. Die bisherige Landesverwassung bestimmt nämlich, daß die Uni - im Rahmen der Gesetze - ihre Angelegenheiten selbst verwaltet.

Wer Belege dafür hat, daß der Rektor gegen das Strafgesetz verstoßen hat, sollte nicht zögern, Strafanzeige zu stellen.

Wer unwahre oder unbeweisbare Behauptungen verbreitet, um jemand in der Öffentlichkeit schlechtzumachen, ist selber ein Fall für den Staatsanwalt:

Strafgesetzbuch § 186:

"Üble Nachrede

Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."
Mit kernspalterischen Grüßen

Ronald Henrici
Beiträge: 642
Registriert: Sonntag 18. Juli 2010, 21:44
Wohnort: Bad Krozingen und Donaueschingen

Re: Tübingen Aula-Orgel

Beitrag von Ronald Henrici » Sonntag 23. April 2017, 17:05

Ich sehe mit Bedauern, daß ich die Diskussion in die falsche Richtung angeheizt habe. Deshalb bitte ich mit Bedauern um Entschuldigung an alle Beteiligten der Diskussion.
Denn ich bin selbst Förderer der Restaurierung der Orgel.
Nur eines bitte ich zu bedenken in der laifenden Diskussion: Eine Stillegung eines Instrumentes von besonderem Wert kömmt einer Vernichtung des Instrumentes gleich. Eine Orgel dieser Art muß oft spielbar sein. Denn sonst gerät sie in Vergessenheit und wird eines Tages als unnötiger und störender Gegenstand abgerissen.Wie es leider schon in der Aula der PH Freiburg erst vor einem Jahr geschehen ist und vor einiger Zeit in der Aula der ehemaligen PH Reutlingen.
Liebe Forumsteilnehmer und Mitdiskutierende/Mitentscheidende !
Sehen Sie es mir bitte nach, daß ich sehr ärgerlich bin über solche Aktionen, die Instrumente mit Kulturwert dieser Art zerstören, und dabei berechtigt oder auch nicht berechtigt Unmut darüber äußere gegenüber Einrichtungen, die unbedarft dieser Art der Zerstörung Hilfe leisten.
Es ist mir nicht einsehbar, daß die Geldmittel zur Restaurierung so mißachtet werden, zumal wenn sie von Personen gegeben werden, die nicht unbedingt mit Geldreichtum gesegnet sind, aber trotzdem auch mit ihnen möglichen geringen Mitteln zum Erhalt von wertvollen Instrumenten beitragen möchten.
Bitte verzeihen Sie meine zuerst getroffene Reaktion.
ich würde mich sehr freuen, wenn die Aktion der "Rettung des Instrumentes" gelingen könnte.
Zwar nicht unbedingt mit großzügigen Geldmitteln, aber tatkräftig mit meinen Kenntnissen im Orgelbau könnte ich sehr gern zum Gelingen der Renovierungsarbeiten beitragen !
Um Verzeihung betender Gruß
Ronald
he: Orgel spielen heißt:einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren. (Ch.M.Widor)

Ronald Henrici
Beiträge: 642
Registriert: Sonntag 18. Juli 2010, 21:44
Wohnort: Bad Krozingen und Donaueschingen

Re: Tübingen Aula-Orgel

Beitrag von Ronald Henrici » Sonntag 23. April 2017, 19:13

Soeben habe ich erfahren, daß sich Herr UMD Amelung auch für die Renovierung der Orgel stark gemacht hat. Vor einigen Jahren war ich an ihn herangetreten wegen der Werterhaltung der Orgel, hatte aber von ihm keinerlei Nachricht bekommen. Er war zu dem Zeitpunkt neu an der UNI Tübingen. Aber ich hatte erfahren durch eine Mitarbeiterin der Verwaltung, daß Herr Amelung sich mit der Orgel befasst habe. So habe ich zunächst abgewartet, obwohl ich vor 1972 einige Male an der Orgel war zu Reparaturen. Herr Amelung weiß davon.
Leider habe ich seit der Aufnahme der Kontakte zu Amelung von ihm nichts mehr gehört. Deshalb auch heute meine Verärgerung !
Daß sich Herr KMD Bredenbach, der ja noch nicht allzu lang an der Stiftskirche Tübingen ist, auch für die Orgel in der UNI stark machte, konnte ich nicht wissen oder auch nicht im geringsten ermessen.
Deshalb habe ich auch in der Vergangenheit hier im Forum immer wieder darauf verwiesen, daß sich die hauptamtlichen Kirchenmusiker viel zu wenig um die Saalorgeln in ihrer Stadt der Tätigkeit kümmern. Damit war auch Tübingen gemeint ! Schwerpunktweise allerdings Stuttgart, Reutlingen, Augsburg, Nürnberg, aber auch andere Orte, die ich nicht konkret angesprochen habe !
Diese Aktionen im Forum waren schon begründet, mit bisher weniger Erfolg, wie mir ein Forumsteilnehmer mit Aggression gegen mich kundtat.
Heute hat sich gezeigt, daß z.B. Herr UMD Amelung nicht untätig geblieben ist. Das erfreut mich besonders, weil ich ihm als den dortigen "Neuling" einen gewissen Erfolg nicht zugedacht habe.
Anders war es mit der Orgel in der Stadthalle Augsburg, die zusätzlich einen elektrischen Spieltisch auf der Bühne erhalten soll.
Ich möchte heute besonders Herrn KMD Bredenbach und Herrn UMD Amelung ausdrücklich danken für ihr Engagement für die Orgel.
Wobei ich hoffe, daß diese beiden Personen vor Ort das Rektorat von der niederschmetternden Ablehnung der Renovierung abbringen können.
Leider kann ich fehlende Geldspenden in der Höhe nicht aufbringen, aber mit Rat und Tat (!!) zur Seite stehen.
Besten Gruß
Ronald
he: Orgel spielen heißt:einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren. (Ch.M.Widor)

kernspalter
Beiträge: 674
Registriert: Mittwoch 18. Februar 2009, 12:36

Re: Tübingen Aula-Orgel

Beitrag von kernspalter » Sonntag 23. April 2017, 19:15

Mich ärgert die Entscheidung des Rektorats ebenfalls, das habe ich oben ja schon kundgetan.

Der Behauptung, daß die Stillegung eines wertvollen Instruments einer Vernichtung gleichkommt, muß ich aber widersprechen. Zahlreiche Orgeln waren jahrzehntelang stillgelegt, z. B. die Dubois-Orgel in Wissembourg oder die Baumeister-Orgel in Maihingen.
Heute muß man von Glück sagen, daß da nicht in den 1950er oder 1960er Jahren daran herumgedoktert wurde, sondern man die Orgeln einfach in unspielbarem Zustand belassen hat.

Die Aula-Orgel in Reutlingen habe ich noch gekannt. Daß sie weggekommen ist, finde ich auch bedauerlich. Aber als "Instrument von besonderem Wert" hätte ich sie nun nicht unbedingt eingestuft.
Mit kernspalterischen Grüßen

kernspalter
Beiträge: 674
Registriert: Mittwoch 18. Februar 2009, 12:36

Re: Tübingen Aula-Orgel

Beitrag von kernspalter » Sonntag 23. April 2017, 19:38

Soeben habe ich erfahren, daß sich Herr UMD Amelung auch für die Renovierung der Orgel stark gemacht hat.
Soeben?

Bereits am 27. November 2014 hatte ich darauf hingewiesen:

viewtopic.php?f=2&t=858&sid=912f47f49be ... t=15#p7911

Der damals gesetzte Link funktioniert heute nicht mehr, aber führte zu der Seite des Collegium Musicum, das vom UMD geleitet wird. Das läßt sich mit einem einzigen Klick feststellen:

https://www.uni-tuebingen.de/universita ... tzeit.html

Daß sich Herr KMD Bredenbach, der ja noch nicht allzu lang an der Stiftskirche Tübingen ist...
... immerhin seit mehr als sieben Jahren: https://de.wikipedia.org/wiki/Ingo_Bredenbach
Mit kernspalterischen Grüßen

Ronald Henrici
Beiträge: 642
Registriert: Sonntag 18. Juli 2010, 21:44
Wohnort: Bad Krozingen und Donaueschingen

Re: Tübingen Aula-Orgel

Beitrag von Ronald Henrici » Sonntag 23. April 2017, 20:25

Lieber Kernspalter !
Besten Dank für die Nachricht.
Es ist gut, daß auch stillgelegte Orgeln wieder zum Leben erweckt werden. Das haben wir bei vielen Instrumenten der ehemaligen DDR gesehen. Aber Sie werden kaum glauben, auf welch mühsamen Wegen so manches Instrument wieder spielbar gemacht werden muß.Selbst in einem Konzertsaal wie in der Oetkerhalle Bielefeld, wo es fast dreißig Jahre dauerte. Und dann schließlich der eigentliche Besitzer des Instruemts es bei der Stadt durchsetzte, die Orgel auf neue Windladen setzen zu lassen, weil die "alten Windladen" durch Witterungseinflüsse unmittelbar nach 1945 marode wurden und häufige Reparaturen anstanden.
Schließlich hat dann der eigentliche Besitzer des Instruments die Windladen - Erneuerung bezahlt !!
Gruß
Ronald
he: Orgel spielen heißt:einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren. (Ch.M.Widor)

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste