Orgelkonzert, Wayne Marshall, 27. 9., Koblenz

Ankündigung von Konzert-Terminen und mehrtätigen Veranstaltungen
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kjz1
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Orgelkonzert, Wayne Marshall, 27. 9., Koblenz

Beitrag von kjz1 » Sonntag 23. August 2015, 16:40

Louis Robilliard (Lyon) spielt im Rahmen der Internationalen Orgel-Festwochen Rheinland-Pfalz 2015 am 27. 9. um 16:30 Uhr ein Konzert in St. Kastor, Koblenz.
Zuletzt geändert von kjz1 am Sonntag 13. September 2015, 13:54, insgesamt 1-mal geändert.

kjz1
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Re: Orgelkonzert, Wayne Marshall, 27. 9., Koblenz

Beitrag von kjz1 » Sonntag 6. September 2015, 13:47

Louis Robilliard ist leider an diesem Termin verhindert. Das Konzert findet aber trotzdem statt. Als Organist wird Wayne Marshall (Köln/Malta) spielen, der auch im Frühjahr Aufnahmen für eine CD in der Kirche eingespielt hat.

Mittlerweile gibt es auch das Programm dazu:

Charles-Marie Widor: Marche Pontificale

Jean-Jules Roger-Ducasse: Pastorale

Franz Schmidt: Variationen und Fuge über ein Thema aus Fredigundis

Charles-Marie Widor: Orgelsymphonie No. 6

Wayne Marshall: Improvisation

Die Ankündigung als PDF.

kjz1
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Re: Orgelkonzert, Wayne Marshall, 27. 9., Koblenz

Beitrag von kjz1 » Dienstag 29. September 2015, 09:33

Hallo!

Zum Konzert mit ECHO-Preisträger Wayne Marshall möchte ich einen kurzen Bericht abliefern. Wayne
Marshall (Malta/Köln) stammt aus Manchester und hat in England und Österreich studiert. Zunächst trat
er nur als Konzertorganist und Pianist auf, in den letzten Jahren ist er aber auch als Dirigent tätig.
Zu Zeit ist er Chefdirigent des Rundfunkorchesters des WDR in Köln. Inoffiziell trägt die Kirche ja
schon den Beinamen 'Die Konzertkirche'; schön, dass jetzt auch Orgelkonzerte möglich sind.

Eröffnet hat er das Konzert mit dem Marche pontificale aus Widors erster Orgelsinfonie. Ein festliches
Stück, welches man nur relativ selten auf Tonträgern findet. In einem Konzert habe ich es hier das
erste Mal live gehört. Hier kam zur Geltung, dass der Bassbereich der Orgel durchaus kräftig sein kann
(immerhin besitzt jedes Werk mindestens einen 16'). Wahrscheinlich wurde hier die Hochdrucktuba ins
Pedal gekoppelt. Hier - wie auch schon zu anderen Gelegenheiten - konnte man in erstaunte Gesichter im
Publikum blicken. Die Orgel sieht ja eher 'normal' aus, aber dass dann plötzlich 'von dort hinten'
solche Klangmassen 'in den Raum gedrückt' werden, das hat man bisher hier in dieser Region noch nicht
gehört und es ist halt überraschend, ungewohnt.

Die Pastorale von Roger-Ducasse kam dann eher mit etwas leiseren Klängen zu Gehör, wurde jedoch im
Mittelteil auch fast bis ins Tutti gesteigert. Dann die Variationen und Fuge über die Königsfanfaren aus
Fredegundis von Franz Schmidt. Ein Werk, welches ich bisher weder auf einem Tonträger noch live gehört
hatte. Wenn dann schon von Königsfangfaren die Rede ist, so waren hier natürlich dann auch die
Hochdruckfanfaren aus dem Solowerk gefragt. Der Hauptpunkt des Programmes war wohl die sechste
Orgelsinfonie von Widor. Ein Werk, welches ich schon oft gehört habe, aber noch nie in einem so
'irrwitzigen' Tempo. Selbst die Organisten aus Frankreich lassen es da wesentlich ruhiger angehen. Von
der Technik her habe ich bisher nur einen Organisten weltweit gehört, der da Paroli bieten könnte:
Cameron Carpenter.

Zum Abschluß hat Wayne Marshall dann über 'Freude schöner Götterfunken' improvisiert. Auch hier konnte
man wieder seine stupende Technik bewundern. Man merkte, dass er auch als Solopianist weltweit
auftritt. Die rasanten Läufe über die Manuale sahen von unten aus dem Kirchenschiff so aus, als würde
er an einem Steinway sitzen. Und man merkt, dass seine Liebe auch dem Jazz gilt, da es auch hier
Anklänge in der Improvisation gab.

Standing Ovations und Bravo-Rufe von gut 100 Besuchern, darunter auch der Orgelbauer (samt Intonateur)
und andere Organisten. So etwas hatte man hierzustadt noch nicht gehört. Und wayne Marshall beklatschte
die Orgel.

Als Zugabe spielte Wayne Marshall dann (natürlich wieder in einem aberwitzigen Tempo) das Finale aus
der ersten Orgelsinfonie von L. Vierne.

Anekdotisch am Rande: Wayne Marshall hat unseren Organisten sehr herzlich zu der neuen Orgel gratuliert
und meinte: 'eine der besten Orgelneubauten in Europa'. Während des Konzertes merkte man an der
Körpersprache auch seine Spielfreude.

Mir persönlich war es teilweise etwas 'too much'. Zu dem, wie Wayne Marshall hier gespielt hat, fällt
mir spontan nur der Begriff 'energiegeladenes Powerplay' ein. Sehr schnell (dem Vernehmen nach spielt
es Liszts Ad Nos in unter 20 min...), hochvirtuos und mit großer Vorliebe an Registrierungen 'nahe am
Tutti'. Und diesen Vorlieben kommt diese Orgel ja sehr entgegen: mechanisch/elektrische Traktur und zu
einem erheblichen Lautstärkepegel befähigt. Dazu dann noch ein resonanter, aber nicht völlig
überhallter Raum. Deshalb hat er hier ja bereits Aufnahmen für eine CD eingespielt und es ist geplant,
auch dieses Konzertprogramm für eine Aufnahme einzuspielen.

Viele Grüße,

- Karl-Josef

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