Vergütung nebenamtlicher Organistentätigkeit

Informationen und Diskussionen zu allen Bereichen rund um die Orgel herum,
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orgelspieler
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Vergütung nebenamtlicher Organistentätigkeit

Beitrag von orgelspieler » Dienstag 29. Dezember 2009, 14:21

Mich würde interessieren, wie hoch die Vergütung nebenamtlicher Organistentätigkeit in Abhängigkeit von Diözese und Konfession in Deutschland und Östereeich ist. Wird auch das Spielen beim Wortgottesdienst vergütet?

RhönOrgelbauer
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Vergütungssätze Organistendienst

Beitrag von RhönOrgelbauer » Mittwoch 30. Dezember 2009, 11:56

Hallo,
das ewige Thema, was?
Hier zwei aktuelle Beispiele aus zwei süddeutschen Bistümern (Kath.)

Bistum Würzburg

A-Examen 20,39 €
B-Examen 16,45 €
C-Examen 11,75 €
D-Examen 10,19 €
E = ohne Examen 8,15 €


Bistum Rottenburg-Stuttgart

A-Examen 36,70 €
B-Examen 31,80 €
C-Examen 21,00 €
kirchenmusikalische Teilbereichsqualifikation 18,10 €
ohne Examen 15,20 €
(Daneben gibt es noch Zwischenstufen für andere akademisch ausgebildete Musiker.)

Was den Wortgottesdienst angeht: Dienst ist Dienst, ob Messe, feierliches Hochamt, Rosenkranzandacht, Aussegnung oder eben "Wortgottesfeier".
Auf die Frage nach dem zeitlichen Rahmen "eines Dienstes", antwortete einmal ein Ordinariatsvertreter: "Ein Dienst ist, wenn Sie kommen."

(Angaben ohne Gewähr)

Schöne Grüße
und ein gutes Neues Jahr

RhO

RhönOrgelbauer
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Vergütungssätze Organistendienst

Beitrag von RhönOrgelbauer » Mittwoch 30. Dezember 2009, 12:04

Hier noch eine Ergänzung:

Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck

Entgeltsätze für den kirchenmusikalischen Vertretungsdienst (2008)

http://www.kirchenmusiker-online.de/Ver ... ch_alt.pdf

tiratutti
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Beitrag von tiratutti » Mittwoch 30. Dezember 2009, 12:40

Zuletzt geändert von tiratutti am Mittwoch 8. September 2010, 10:11, insgesamt 1-mal geändert.

RhönOrgelbauer
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Vergütungssätze Orgenistendienst

Beitrag von RhönOrgelbauer » Sonntag 16. Mai 2010, 12:03

Nachtrag:

Bisum Limburg
Vergütungssätze für Organisten (Stand Dez 2009)


Gruppe A: 21,57 € . . . . (x 1,25 =) 26,96 €

Gruppe B: 19,64 € . . . . (x 1,25 =) 24,55 €

Gruppe C1: 17,90 € . . . (x 1,25 =) 22,38 €

Gruppe C2: 15,84 € . . . (x 1,25 =) 19,80 €

Gruppe D: 13,58 € . . . . (x 1,25 =) 16,98 €

Gruppe E: 11,91 € . . . . (x 1,25 =) 14,89 €

Ein Gottesdienst gilt als 1 Dienst, unabhängig von der Dauer. An Sonn- und Feiertagen gilt für jeden Gottesdienst (Eucharistiefeier, Andacht, Vesper o. a.) der 1,25-fache Satz.
Diese Vergütungssätze gelten nur für Vertretungsdienste, nicht für Vertragsdienste.

(Alle Angaben ohne Gewähr!)

Gruß
RhO

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Beitrag von orgelspieler » Dienstag 18. Mai 2010, 22:46

schon mal überlegt, was eine Reparaturstunde in der Autowerkstatt kostet?
möchte mal den sehen, hören, der nach 3 Jahren Lehre auf der Orgel spielt? Die Vergütung steht in keinem Verhältnis zum (hoffentlich) Können! Wenn bei der Beerdigung ein Bläser mal 2 Stücke spielt, verlangt der mehr als der Organist für die Stunde, und warum? weil sich der Bläser rarmacht. Was besonderes darf eben auch mehr kosten. Also selbst schuld , wenn man jeden Sonntag die Orgel spielt. Ist dann nichts besonderes mehr. Eigentlich könnte man sich dem Ärztestreik anschließen. :wink:

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Beitrag von Administrator » Mittwoch 19. Mai 2010, 20:51

Aber ist es nicht gerade dieses "nicht-rar-machen", was einen Kirchenmusiker ausmacht? Im Grunde sollte doch an erster Stelle der Lob Gottes stehen und den Lohn dafür zahlt er ja irgendwann aus.
Oder zählt das nicht?

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Beitrag von orgelspieler » Mittwoch 19. Mai 2010, 22:32

Tja der alte bereits bestens bekannte Einwand. Gegenfrage:
Warum muss man den Pfarrer bezahlen oder den Bischof, warum den Mesner oder die Putzfrau in der Kirche?
Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, oder?
Es geht hier um die Anerkennung eines Könnens. Das Lob Gottes ist ganz eine andere Schiene, das darf hier nicht vermischt werden. :wink:

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Beitrag von Administrator » Donnerstag 20. Mai 2010, 10:05

Hallo Orgelspieler,

Du hast vollkommen Recht. Ich stimme Dir wirklich zu. Jedoch: Was manche Kirchenmusiker an Arbeit abliefern (unmotiviert, schlampig, desinteressiert), das ist keine Bezahlung wert.
Ich kriege an einigen Stellen mit, welche Konkurrenzdenken gerade in Kirchenmusikerkreisen besteht und dafür kriegen manche auch noch Geld. Pfui.

Ich habe keine Einwände gegen eine vernünftige Bezahlung, wenn der Kirchenmusiker Engagement und Begeisterung zeigt und etwas für sein Geld tut. Aber bei vielen ist das leider nicht der Fall.

Niels

Beitrag von Niels » Freitag 21. Mai 2010, 10:39

Alle diese angegebenen Vergütungssätze sind ein Witz :shock:

Vergleiche mit einem Klempner, Tapezierer, Fliesenleger (auch gerne Schwarz :oops: ) sind durchaus erlaubt :twisted:

(Übrigens, ich spende mein "Honorar" meiner Kirchengemeinde!

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Beitrag von Administrator » Samstag 22. Mai 2010, 11:52

Natürlich sind die Gehälter für Kirchenmusiker vielerorts zu niedrig.
Wie ist denn Eure Erfahrung bezüglich meiner angesprochenen Qualitätsunterschiede bei den Kirchenmusikern?

Ist es einem Kirchenmusiker möglich, durch Engagement und Begeisterung die Kirchenmusik lebendiger zu gestalten und darüber hinaus auch eine finanzielle Besserstellung zu erreichen? Hängt das Gehalt auch an der dargebrachten Initiative des Kirchenmusikers?

Es gibt doch viele Kirchenmusiker, die auch mit ihrem Gehalt zufrieden sind. Warum ist das dann so?

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Beitrag von orgelspieler » Samstag 22. Mai 2010, 21:50

ein Vergleich: Was kostet der Eintritt zu einem Orgelkonzert, das ein internationaler Künstler zum Besten gibt? Was kostet der Eintritt zu einem Schnulzensänger, Schaukelburschen ala Kastlruter Spatzen oder die zwei Dicken, deren Name mir gerade nicht einfällt? Mehr als das Doppelte wird wahrscheinlich nicht reichen!
Ein Klavierlehrer hat mal gesagt, die Leute könnten sowieso nicht unterscheiden zwischen schwer und leicht, sondern nur zwischen klingt gut/gefällt oder gefällt nicht. Und ich glaub, das trifft genau den Kern der Wahrheit. Wer das Instrument nicht spielt, kann nicht abschätzen/würdigen, welche Leistung abverlangt wird, um es zu beherrschen. Ich dachte früher immer, Schlagzeug spielen wäre nur ein simples Geklopfe, weit gefehlt, wenn man es mal versucht, dann ist es gleich ersichtlich, das auch dieses Instrument erst mal gelernt werden will! :wink:
Fazit: Organisten sind eine Minderheit, deren unabhängiger Einsatz von 20 Finger und zwei Füße von keinem Nichtorganisten auch nur annähernd bzgl. der Schwierigkeit gewürdigt werden kann.
Deshalb auch die miese Bezahlung! :idea: 8) 8)

Axel
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Beitrag von Axel » Mittwoch 11. August 2010, 22:46

Ich ergänze: Erzbistum Köln einheitlich seit Jahren 18,- natürlich selbst zu versteuern.
Grüße
Axel

Regal8
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Beitrag von Regal8 » Montag 20. September 2010, 15:56

Kennt jemand die Vergütung in evangelischen Kreisen? Während meiner Schulzeit (vor ein ca. 2,5 Jahrzehnten..) bekam ich als offiziell unqualifizierte Aushilfe dort schon 30 DM! Das war einfach riesig! Wahrscheinlich ist das inzwischen auch anders...

Ippenstein
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Beitrag von Ippenstein » Montag 20. September 2010, 16:35

Kommt wohl darauf an. Hier in meiner Gegend gab es vor ein paar Jahren pro evangelischen Gottesdienst 25 Euro. (Bin aber trotzdem nicht abtrünnig geworden :twisted: )


P.S. Komm zur dunklen Seite der Macht... wir haben Kekse! :twisted:

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