Daniel Zaretzky in St. Lambertus, D-Altstadt

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Clemens Schäfer
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Daniel Zaretzky in St. Lambertus, D-Altstadt

Beitrag von Clemens Schäfer » Dienstag 4. Dezember 2018, 12:36

Hallo Forum,

Daniel Zaretzky spielte am 03.12.2018 das Dezemberkonzert der Internationalen Orgelkonzerte an St. Lambertus in der Düsseldorfer Altstadt. Er hatte ein französisch geprägtes Programm mitgebracht. Und das bestand aus Barockmusik.

Die Qualitäten der Rieger-Orgeln für französische Romantik sind hinreichend bekannt und gewürdigt. Daß man auch französischen Barock derart überzeugend hier spielen kann, wurde mir erst durch dieses Konzert so richtig bewußt. Zaretzky jedenfalls setzte Cromorne, Clairon, Flûtes und Konsorten perfekt ein.

Es gab Musik von Marchand, Clérambault und Grigny. Die Satzbezeichnungen geben da ja meist einen Hinweis auf die zu benutzenden Register. Das bringt Abwechslung, Farbenreichtum und auch spieltechnische und rhythmische Überraschungen. Allerdings tritt musikalischer Gehalt ein wenig in den Hintergrund: Es ist halt Unterhaltungsmusik höfischen Charakters; ein Glas Champagner dazu wäre nicht schlecht.

Zwischen die Franzosen hatte Zaretzky ein wenig Bach eingebaut. So gab es „Kyrie, Gott Vater in Ewigkeit“ BWV 669 (cf mit Flöte) und „Kyrie, Gott heiliger Geist“ BWV 671 (festlich, mit arg aufgebrezeltem Schluß). Und als Schlußstück des Konzerts präsentierte Zaretzky „Pièce d’orgue“ BWV 572. Hier wählte er insgesamt ein rasches Tempo, auch das Gravement lief zügig, freilich ohne zu hasten. Der Schlußteil kam dann sehr schnell flirrend dahergeflogen und ganz am Ende auch dynamisch gesteigert.. Eine hörenswerte und durchaus diskutable Interpretation.

Großer Beifall der etwa 70 Hörer, eine Zugabe vom französischen Fach.

Gruß Clemens Schäfer

P.S.
Die französischen Barocksuiten haben zahlreiche Sätze. Da kann man als Hörer schon mal ins Schleudern kommen. Wäre es nicht sinnvoll, im Programm die Sätze zu nummerieren und dann während des Konzerts per Liedanzeiger mitzuteilen, welcher Satz gerade gespielt wird?

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