Daniel Zaretsky in der Johanneskirche, D-Stadtmitte

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Clemens Schäfer
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Daniel Zaretsky in der Johanneskirche, D-Stadtmitte

Beitrag von Clemens Schäfer » Samstag 17. November 2018, 13:49

Hallo Forum,

„freitags um 7“ spielte am 16.11.2018 in der Johanneskirche Daniel Zaretzky, St. Petersburg. Über 70 Hörer waren gekommen. Am Ende gab es lange Gesichter, kurzen und matten Beifall. Gezündet hatte das Konzert offenbar nicht.

Zum Programm: Vielleicht sollte Zaretzky eine bessere Buchhaltung haben, denn ein großer Teil des Programms war mit seinem Auftritt 2016 in St. Lambertus identisch. Gerade der Liszt-Block aber war auf der neobarocken von Beckerath-Orgel schlechter aufgehoben als auf auch nicht ganz passenden Französin in St. Lambertus (Rieger). Bach ging natürlich gut. Und mit Bach hat Zaretzky auch begonnen. Es gab C-Dur 545, Präludium frisch, Fuge zügig. Danach die zwei deutlich gereifteren Kyrie-Versionen 669 und 671. Faszinierende Musik.

Danach besagte Liszt-Nummern: Consolation Des-Dur (ganz schön), Präludium und Fuge BACH (geradlinig, schnörkellos), Ave Maria von Arcadelt (holzschnittartig) und ein ziemlich äußerliches Nun danket alle Gott.

Zwei Schumann Stücke aus op. 60 sorgten wieder für ruhigere Fahrt: Nr. 3 Mit sanften Stimmen und Nr. 6 Mässig, nach und nach schneller.

Am Ende dann jene Passacaglia von Christopher Kuschnarew (1890-1960), die schon 2016 in St. Lambertus mit ihrem Ende ohne Fuge nicht ganz befriedigte. Beim Wiederhören wird klar: Zu Anfang hatte Kuschnarew noch Ideen, im weiteren Verlauf sein Pulver aber rasch verschossen. Über die Ziellinie rettet er sich knapp. Und da zögert der Hörer dann mit dem Beifall.

Am 03.12. kommt Zaretzky wieder nach St. Lambertus: Mal hören, was er da spielt!

Gruß Clemens Schäfer

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