13. ido: Maryam Haiawi in St. Lambertus, D-Altstadt

Informationen und Diskussionen zu allen Bereichen rund um die Orgel herum,
z.B. Vorstellung der eigenen Kirchengemeinde, Konzert- und Gottesdienstgestaltung, Konzertberichte, Sparmaßnahmen in der Gemeinde, Organisation, usw.
Antworten
Clemens Schäfer
Beiträge: 203
Registriert: Samstag 16. November 2013, 19:31
Wohnort: Düsseldorf

13. ido: Maryam Haiawi in St. Lambertus, D-Altstadt

Beitrag von Clemens Schäfer » Dienstag 2. Oktober 2018, 13:49

Hallo Forum,

im Rahmen des 13. ido und zugleich der Internationalen Orgelkonzerte in St. Lambertus spielte am 01.10.2018 Maryam Haiawi (*1989 in Siegen) ein anspruchsvolles französisches Programm, wie es so recht auf diese Orgelanlage (Rieger 1999/2004) paßt. Es gab Dupré, Liszt und Demessieux; zum Einspielen am Anfang auch Bach.

Haiawi eröffnete also mit Bach, Sinfonia aus der Ratswahlkantate BWV 29 in der opulenten Transkription von Dupré.

Deutlich intimer, feinsinnig gesponnen danach die Variationen „O filii“ aus op. 8 (Zwölf Choralpräludien). Delikat gemacht.

Nahrhaftes Virtuosenfutter gab es dann mit II. b-moll aus Trois Esquisses. Hier konnte Haiawi ihre technischen Fähigkeiten bestens zur Geltung bringen.

Inhaltsschwerer dann vier Stücke aus den sieben Meditationen über den Heiligen Geist op. 6 von Demessieux. Die „Veni Sancte Spiritus“, „Les Eaux“, „Pentecôte“ und „Lumière“ überschriebenen Stücke forderten vom Zuhörer volle Aufmerksamkeit und sind offenbar kompliziert gestrickt.

Fast erholsam danach die „Funérailles“ von Liszt in der Transkription von Demessieux. Hier kostete Haiawi die Klangfarbenpallete der Orgel schön aus. Leider blieb ein tiefer, leiser Ton hängen. Das war auf die Schnelle nicht zu ändern. So mußte sie das entsprechende Register in den folgenden Stücken aus der Programmierung nehmen.

Im „Virgo Mediatrix“ aus Offrande à la Vierge“ Op. 40/III von Dupré brauchte sie dieses Register freilich kaum: Hier spielt sich das meiste in hohen Lagen ab.

Das Ende bildete das vielleicht bekannteste Werk Demessieux: Te Deum op. 11. Das kam weniger scharf und fordernd als überzeugt feststellend.

Großer, anhaltender Beifall der rund 80 Hörer für die sympathische Künstlerin. Zugabe: „Souvenir“ von Dupré, weich und schmeichelnd.

Das war gewiß keine leichte Kost, ein forderndes Konzert auf höchstem Niveau. Erfreulich, wie gut das Programm von der Ü60-Hörerschaft angenommen und gewürdigt wurde.

Gruß Clemens Schäfer

Benutzeravatar
Olaf D. Hennig
Beiträge: 2
Registriert: Freitag 16. August 2013, 12:32
Wohnort: Korschenbroich am Niederrhein
Kontaktdaten:

Re: 13. ido: Maryam Haiawi in St. Lambertus, D-Altstadt

Beitrag von Olaf D. Hennig » Samstag 20. Oktober 2018, 15:08

Hallo Forum,
mein Eindruck vom Konzert mit Maryam Haiawi deckt sich weitgehend mit der Besprechung von Clemens Schäfer.
In einem kurzen persönlichen Gespräch mit der Künstlerin nach dem Konzert, wobei auch das Problem mit der Orgel Thema war, erfuhr ich, dass der 16' Subbass der Hauptorgel "hängen geblieben" ist und sie für den Rest des Konzertes den 16' Subbass der Chororgel verwendet hat. Die längere Unterbrechungen waren erforderlich, um die Setzer-Einstellungen entsprechend umzustellen. Ein Subbass 16' hat also bei keinem der folgenden Stücke gefehlt.
Gruß Olaf D. Hennig

Antworten