Karol Mossakowski in St. Lambertus, D-Altstadt

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Clemens Schäfer
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Karol Mossakowski in St. Lambertus, D-Altstadt

Beitrag von Clemens Schäfer » Dienstag 8. Mai 2018, 14:16

Hallo Forum,

Internationale Orgelkonzerte an St. Lambertus, Düsseldorf-Altstadt, Rieger 1999/2004. Am 07.05.2018 spielte Karol Mossakowski (Paris). Geboren 1990 in Polen, Schüler u.a. von Olivier Latry, Thierry Escaich, Philippe Lefebvre und Lázló Fassang.

Das rein französische Programm paßte bestens zur Orgel. Es ging los mit jener Improvisation von Charles Tournemire, die Duruflé abgehört und in Noten gesetzt hat, um sie der Nachwelt zu erhalten. Die herbe Tonsprache Tournemires kam gut heraus, teils war es heftig, dann wieder verhalten; recht kleinteilig zu Beginn. Tragendes Element war „Victimae Paschalis Laudes“

Das zweite Literaturstück war von Messiaen: Aus L’Ascension gab es „Alléluias sereins d’une âme qui désire le ciel“. Wohl dosiert in den Effekten und fein in den Klangfarben.

Alains „Aria“ setzte die Reihe der Literaturstücke fort, deren letztes Prélude, adagio et choral varié sur Veni Creator von Duruflé war. Erstere hört man nicht so häufig, sie nimmt aber durch ihren ruhigen Fluß ein. Ganz herrlich musiziert war der Duruflé. Mossakowski enthielt sich jeder Virtuosenatttitude und ließ die Musik für sich wirkend. Das war überlegen gemacht und staunenswert.

Zwischen die Literaturstücke hatte Mossakowski jeweils eine Improvisation eingeschoben. Diese hatten betrachtenden Charakter und verwendeten thematisch Material der vorausgegangen oder folgenden Werke. Auch hier war Mossakowski nie Selbstdarsteller sondern dienender Sachwalter.

Ein schönes, wohltuend innerliches Konzert ganz ohne Auftrumpfen. Lebhafter Beifall der um 70 Hörer. Eine Zugabe (Bach, manualiter, aus WT?).

Gruß Clemens Schäfer

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