Winterkirche und ihre Musik

Informationen und Diskussionen zu allen Bereichen rund um die Orgel herum,
z.B. Vorstellung der eigenen Kirchengemeinde, Konzert- und Gottesdienstgestaltung, Konzertberichte, Sparmaßnahmen in der Gemeinde, Organisation, usw.
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JulianEm
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Winterkirche und ihre Musik

Beitrag von JulianEm » Donnerstag 3. Mai 2018, 21:54

Hallo zusammen,

die Badische Landeskirche ist gerade dabei eine der größten Strukturreformen (oder besser Schnapsideen?) namens "Liegenschaftsprojekt" durchzuführen (klingt harmlos, gell?). Konkret heißt das, alte und zu große Gemeinde- und Pfarrhäuser verkaufen und in bestehende Räume (z.B. von der Konkurrenz :wink: ) einmieten, selber neu bauen oder das Gemeindeleben einfach aussterben zu lassen. :evil:

Aber mal im Ernst:

Bei uns in der Gemeinde (ca. 400 Protestanten) gibt es Überlegungen ein kleines neues Gemeindehaus für ca. 40 Personen direkt hinter die Kirche im Ortskern zu bauen. Ein schwerwiegendes Argument, neben der optimalen und barrierefreien Lage, wäre dabei die Nutzung als Winterkirche, da wir uns aktuell auch schwer damit tun im Winter eine Kirche mit 450 Plätzen für 25 Gottesdienstbesucher zu heizen.

Deshalb vorab mal die Frage in die Runde, wie generell die Erfahrungen mit Winterkirchen im Gemeindehaus sind (wird sowas von den Leuten angenommen, oder gehört zum Gottesdienst immer eine Kirche mit großer Orgel?).

Und speziell wie sieht es mit der musikalischen Gestaltung solcher Gottesdienste aus? Reicht ein gutes E-piano, sollte es schon ein Klavier sein, oder doch die unbezahlbare und platzfressendeTruhenorgel?

Freue mich auf konstruktive Beiträge und Erfahrungsberichte.

Gruß
JulianEm

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olds
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Re: Winterkirche und ihre Musik

Beitrag von olds » Freitag 4. Mai 2018, 06:58

Aus meiner dann doch schon fast reichhaltigen Erfahrung ist das kein Problem.

Sowohl das sich "einmieten" als auch die Winterkirche.

Meine Wohnortpfarrei hatte zeitweise das Pfarrhaus an die Protestanten vermietet. Da das Haus direkt neben der katholischen Kirche steht, kam es dann auch schon mal dazu, dass der Weihbischof am Tag der Firmung bei den Evangelischen sein Hauptquartier aufschlug.

Eine Gemeinde meiner Orgelpfarrei hat Ihre Kirche verkauft, die sind jetzt in der protestantischen Kirche untergekommen und da die Protestanten im Winter auch Winterkirche haben, geht es halt in das Pfarrheim, das allerdings wiederrum unter Tags an die Sozialstation vermietet ist, die dort eine Tagespflege betreibt. (Das Pfarrheim hat somit eine Auslastung von fast durchgehen 07:00 - 23:00 Uhr Belegung an Werktagen.)

Natürlich muss Du Deine Ansprüche als Organist runterschrauben. Auch solltest Du nicht in Gram versinken, dass Du nicht mit Literaturspiel brillieren kannst.

Allerdings kann man durchaus mit einem Klavier einen Gottesdienst würdig gestalten. Da habe ich auch ziemlich Freude dran. Man sollte sich halt schon ein wenig damit auseinandersetzen.

kjz1
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Re: Winterkirche und ihre Musik

Beitrag von kjz1 » Freitag 4. Mai 2018, 12:07

'Winterkirchen' sind bei der evangelischen Kirche durchaus üblich, das gibt es auch hierzustadt. Die ganze Kirche zu heizen wäre viel zu teuer, hier konnte man kleinere Bereiche des Kirchenraums abtrennen, die dann nur noch beheizt werden (z. Bsp. unter einer Empore). Aber auch in einer katholischen Kirche habe ich so etwas während einer Kirchenrenovierung erlebt, dort wurde dann der Gottesdienst im Pfarrheim mit Klavierbegleitung gefeiert.

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