GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Informationen und Diskussionen zu allen Bereichen rund um die Orgel herum,
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GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von Administrator » Montag 19. Februar 2018, 08:48

Liebe Orgelfreunde,
hier ein Zitat aus unserem heutigen Blog http://blog.orgel-information.de/#19022018:
Ein Aufschrei war es! Ein Stöhnen! Was ich meine? Die neuen Berechnungen, bzw. die Änderungen in den GEMA-Gebühren. Ein Ausverkauf der Musik nennen es einige Kirchenmusiker. Andere fürchten, dass zeitgenössische Musik zu teuer und somit nicht mehr aufgeführt wird. Man bemüht sich an obersten Stellen, GEMA-Gebühren für liturgische Feiern zu verhindern, hier ein Bericht dazu: https://plus.pnp.de/ueberregional/kultu ... musik.html.

Natürlich freue ich mich auch, wenn meine Gemeinde bei Aufführungen von Chor- oder Orgelmusik nichts zahlen muss. Und auch mir kommt manchmal das Gebahren der GEMA etwas gierig vor. Aber mal ganz ehrlich: Ist uns die Musik so wenig wert, dass wir nur kostenlose Musik - günstig und unaufwändig - erklingen lassen wollen, aber neue, qualitativ hochwertige Musik die etwas kostet, nicht mehr spielen? Was spricht denn dagegen, Komponisten auf diesem Weg Wertschätzung und Verdienst zuzusprechen?

Das Argument, die Kirche habe kein Geld, lasse ich nicht gelten. Ich glaube, die Kirche hätte genügend Geld für die Musik, es wird nur nicht dafür verwendet. Auch in den Kirchen werden, wie bei den Landkreisen, Städten und Bundesbehörden, Gelder für Dinge verwendet, die wenig Nutzen haben. Eine höherere Vergütung für Kirchenmusiker, Zahlung von GEMA-Gebühren, mehr Ausgaben für eine hochwertige Kirchenmusik und für die gute Ausstattung der Gemeinden mit Instrumenten - das alles wäre bestimmt möglich.

Die GEMA ist gierig? Schwaches Argument. Wer ist das heute nicht? Viele große Firmen sind es (ich denke da an einen Konzern, der anderen das Wasser abgräbt, oder einen zweiten, der mit Ackergiften spielt), viele Politiker sind es und viele normale Menschen sind es auch, wenn sie ihre Steuererklärung schönen. Dies Argument anführen und deswegen keine neue Kirchenmusik aufführen - das macht doch keinen Sinn.

Was spricht also dagegen, GEMA-Gebühren zu zahlen (bis es vielleicht eines Tages eine bessere Alternative gibt)? Was spricht dagegen, für eine gute Kirchenmusik auch Geld auszugeben?
Ihre Meinung ist gefragt! Diskutieren Sie in unserem Forum mit.
Ich bin gespannt auf Eure Meinungen und Beiträge.
Herzliche Grüße

Daniel
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kernspalter
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Re: GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von kernspalter » Montag 19. Februar 2018, 17:20

Administrator hat geschrieben:
Montag 19. Februar 2018, 08:48
Was spricht also dagegen, GEMA-Gebühren zu zahlen (bis es vielleicht eines Tages eine bessere Alternative gibt)?
Vielleicht der bürokratische Aufwand?
Mit kernspalterischen Grüßen

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Re: GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von Administrator » Montag 19. Februar 2018, 17:26

So groß finde ich den gar nicht. Vielleicht die ersten Male ungewohnt, aber wenn man es regelmäßig macht, ist das durchaus im Rahmen des üblichen. Da sind Wohngeld-Anträge oder andere "amtliche Freuden" schlimmer.
Herzliche Grüße

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Sofia Chilkowski
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Re: GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von Sofia Chilkowski » Montag 19. Februar 2018, 19:16

So geschehen im Münsterland. Chorprogramm bis auf zwei Stücke (Rutter Briten.) Insgesamt 7min Musik, Gema Rechnung über 300Euro. Nach den teuren Notenmaterial von OUP 400€ in Chorstärke und bei freiem Eintritt, dann noch die Organistin bezahlen, muss man sich fragen, ob man sich das noch leisten kann.
Konsequenzen sind für uns, nur noch Gema freie Sachen zu singen.

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Re: GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von Administrator » Dienstag 20. Februar 2018, 08:30

natürlich ist das doof und ich vermute, Ihr habt auch alle Rabatte zu nutzen versucht. Aber als Konsequenz nur noch gema-freies zu singen, ist das nicht etwas schnell aufgegeben? Wo soll es denn sonst gesungen/musiziert werden? Und wie ich schon schrieb, ich glaube nicht, dass die Kirche zu wenig Geld hätte.
Und die Kosten kann man doch schon lange vorher recherchieren und ggf. die Reißleine ziehen. Selbst OUP käme vielleicht mit Leihmaterial entgegen, wenn man anfragt ....
Herzliche Grüße

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Sofia Chilkowski
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Re: GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von Sofia Chilkowski » Dienstag 20. Februar 2018, 16:08

Hallo, wenn man Noten leiht, bezahlt man häufig mehr, als wenn man sie kauft. Im Regelfall singt man ein Stück ja nicht nur einmal.
Zur GEMA: Dir dürfte es nicht entgangen sein, dass die Künstler bisher auch Gelder von der kath. Kirche bekommen haben, nämlich über den Gesamtvertrag, den die GEMA gekündigt hat um ihren Wasserkopf zu finanzieren. Bei den Komponisten wird wieder nicht mehr viel ankommen.
Wenn es keine anderen Möglichkeiten gibt, bleibt es nur, die Notbremse zu ziehen und auf gemapflichtige Werke zu verzichten. Das heißt aber nicht, dass es keine zeitgenössische Musik mehr gibt, denn es gibt durchaus gute Komponisten, die gerne auf eine Gema Mitgliedschaft verzichten. Denen zahlen wir auch gerne direkt ein Honorar.

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olds
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Re: GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von olds » Mittwoch 21. Februar 2018, 15:32

Natürlich wollen da beide Seiten das Maximum für sich herausholen.

Mal von dem Argument "Gelder sinnvoll einsetzen" abgesehen, stelle ich mal noch eine provokante These in den Raum:

Das Kerngeschäft einer Kirche ist nicht die Musik. Musik hat zwar ihren Platz in der Liturgie, aber ist es eine genuine Aufgabe einer Kirchengemeinde, Konzerte durchzuführen?

Dies soll jetzt kein Vorwurf an die Mitforisten sein, aber wo endet der musikalische Beitrag zur liturgischen Gestaltung und wo beginnt etwas, das man böswillig betrachtet Selbstdarstellung nennen kann?

Wie vielen Engagierten geht es denn wirklich um das Erlebnis einer kirchenjahreszeitlich passenden Musik in einem sakralen Raum? Ist es nicht vielmehr oft so, dass gerade auf den unteren Ebenen die Leute das eher machen um es zu machen und es da recht egal ist, ob ein liturgischer Zusammenhang gegeben?

Aber seien wir ehrlich, eine Grenze zu finden ist schwierig. Im Grunde kann jeder an Musik Beteiligte auf seine gesellschaftliche Relevanz verweisen und Sonderpreise oder gar Beitragsfreiheit fordern. Diese ist auf die ein oder andere Art immer gegeben und es gilt sowohl für E als auch für U Musik.

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Re: GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von thomas morus » Mittwoch 28. Februar 2018, 06:04

GEMA und Wertschätzung vor der Schöpfung der Komponisten/Urheber sind zwei paar Schuhe und letzteres finde ich durchaus angemessen erst recht im christlichen Sinne. Meistens sind ja mit Verweis auf den Stellenwert der Musik als der Liturgie-untergeordnet (katholisch) die Honorarvergütungen der Kirchenmusiker unterirdisch.

Das hat aber nichts mit der GEMA zu tun. Die GEMA ist ein intransparenter Bürokratieapparat mit mafiösen Strukturen, die sich durch Lobbyarbeit eine monopolähnliche Stellung erarbeitet haben, allein die Beweislastumkehr bei der Vermutungsregel, was gema-pflichtige Musik ist, ist das beste Beispiel dafür. Sobald Musik irgendwo öffentlich erklingt, hält die GEMA die Hand auf, dann musst du als Veranstalter erst beweisen, dass die Musik nicht gemapflichtig ist oder das Urheberrecht bereits erloschen ist.

Davon abgesehen erklingt bei uns Musik zB nur im Rahmen des Gottesdienstes. Wie der vorherige Beitrag beschreibt eben ihrem eigentlichen Zweck nach "soli deo gloria" - das ist der eigentliche Zweck unserer kirchenmusikalischen Veranstaltungen, egal ob es sich dabei um Messen an Ostern, Weihnachten, etc..., musikalische Andachten, Orgelvespern handelt. Selbst wenn eine kirchenmusikalische Andacht etwas freier gestaltet ist, also konzertähnlicher, findet mindestens immer zum Abschluss ein Segen, gffls noch zwischendurch eine Lesung oder eine Art liturgische Eröffnung ihren Platz. Damit "deklarieren" wir das Konzert als Gottesdienst und dann hat sich das GEMA-Thema von vornherein erledigt.

Ronald Henrici
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Re: GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von Ronald Henrici » Mittwoch 28. Februar 2018, 09:49

Ich kann Thomas Morus nur Recht geben. Warum bringt man die Musik in der Kirche nicht generell in einen liturgisch gottesdienstlichen Zusammenhang ! Das würde auch dem Künstler und Komponisten sehr wohl dienen und seine Werke in die Öffentlichkeit bringen. schließlich ist jede Krichenmusik gottesdienstliche Musik. Und nicht nur die Kirchenmusiker leben davon, selbst wenn sie schlecht bezahlt werden.
Gruß
Ronald
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Re: GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von kernbeißer » Donnerstag 1. März 2018, 09:46

Wenn ich nur daran denke, wir hatten vor ein paar Jahren mit einem befreundeten Chor ein Konzert und wollten ein paar (100) CDs machen lassen als Erinnerung und ein paar zusätzliche Euros für die Chorkasse. Also beim professionellen CD-Brenner angeklopft, und Papierkram ohne Ende für die GEMA. Zum Schluss kam die Rechnung über sage und schreibe "0" Euro. Sorry, die Bürokratie der GEMA wiehert, alles war gemeinfrei , was schon länger bekannt war und wir hatten die Arbeit und die GEMA definitiv nichts.

Förderung und Entlohnung der Komponisten / Künstler = ja. GEMA-Bürokratie um ihrer eigenen Daseinsberechtigung füttern = nein.

kernspalter
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Re: GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von kernspalter » Donnerstag 1. März 2018, 10:29

kernbeißer hat geschrieben:
Donnerstag 1. März 2018, 09:46
Förderung und Entlohnung der Komponisten / Künstler = ja. GEMA-Bürokratie um ihrer eigenen Daseinsberechtigung füttern = nein.
Ich bin nicht in der GEMA. Wenn Kollegen meine Sachen aufführen, habe ich nichts davon. Das ist nicht schlimm, weil ich nicht davon leben muß.
Wenn ich davon leben müßte, hätte ich einen tierischen Aufwand. Ich müßte alle Kollegen anschreiben und ihnen mitteilen, was sie mir überweisen sollen, falls sie meine Sachen aufführen. Und ich müßte kontrollieren, wer meine Sachen aufführt und ihm ggf. den Rechtsanwalt auf den Hals schicken, falls er mir nichts zahlen will.
Der bürokratische Aufwand ist sehr viel kleiner, wenn das eine Organisation für alle Komponisten macht.
Mit kernspalterischen Grüßen

Ronald Henrici
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Re: GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von Ronald Henrici » Donnerstag 1. März 2018, 21:35

Kernspalter schreibt etwas über den Aufwand des Komponisten gegenüber den Interpreten, das deutlich macht, wie die Verwaltungsangelegenheiten für den Komponisten wesentlich verringert werden, wenn das eine dafür bestimmte Organisation macht. Aber auch dabei gibt es sehr hohen Aufwand, weil die Organisation nicht klar darstellt, welche Konzertvorgänge für die GEMA und den Komponisten von wesentlicher Bedeutung sind, um nicht strafrechtlich verfolgt zu werden, wenn man etwas öffentlich konzertiert, was von einem Komponisten "gestohlen" ist.
Ein Vorgang zum Beispiel: Als Kurorganist in verschiedenen bayrischen Kurorten in verschiedenen Jahren waren in der Zeit der Tätigkeit auch Orgelmusiken zusätzlich zu den Gottesdiensten durchgeführt worden. Dazu mußte der Kurorganist über die Verwaltung der jeweiligen Kirchengemeinde im Vorfeld der Orgelmusik oder der Musik mit auch anderen musikalisch Beteiligten das Programm einreichen - auch bei Literaturspiel in den Gottesdiensten - , aus dem für die einzelnen Werke der Komponist und die Notenausgabe, aus der gespielt wird, angegeben werden muß. Dabei hatte ich immer meine Bedenken damit, wenn ich oft genug Improvisationen in verschiedenen Stilformen spielen wollte und auch getan habe.
Denn: Bei Improvisationen in Stilen verschiedener Zeitepochen läßt es sich kaum vermeiden, daß ich die ein oder andere Passage spiele, die eventuell ein Komponist in seine Komposition eingebaut hat, die mir von da her nicht bekannt ist. Der Komponist könnte mich des Diebstahls bezichtigen...
Also gebe ich auch die eigenen Improvisationen im vorauslaufenden Programm an wie z.B. "Orgelsymphonie im französischen Stil". Und bemühe mich, nicht irgendwoher Passagen zu "stehlen". Ergebnis: ich bin zum Komponisten geworden, habe aber nichts davon. Denn eine Improvisation ist einmalig und so wörtlich nicht wiederholbar.
Bei dem Beispiel wird deutlich, wie umklar die GEMA-Bestimmungen gefasst sind und wie wenig diese im Einzelnen bekannt sind.
Gruß
Ronald
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Re: GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von kernspalter » Freitag 2. März 2018, 00:19

Ronald Henrici hat geschrieben:
Donnerstag 1. März 2018, 21:35
Ergebnis: ich bin zum Komponisten geworden, habe aber nichts davon. Denn eine Improvisation ist einmalig und so wörtlich nicht wiederholbar.
Für die GEMA zählen auch Improvisationen als Kompositionen.
Es ist gar nicht so schwer:
1. Sich bei der GEMA als Mitglied anmelden.
2. Der GEMA alle Konzerte mit Improvisationen mitteilen.
3. Geld für die eigenen Improvisationen kassieren und etwas davon haben. (Es wird nicht sehr viel sein, aber immerhin...)
Mit kernspalterischen Grüßen

Ronald Henrici
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Re: GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von Ronald Henrici » Freitag 2. März 2018, 19:57

Lieber Kernspalter!
Herzlichen Dank für den Hinweis. Es ging mir nicht darum, finanziell davon etwas zu haben (das wäre mir persönlich völlig egal und nicht erstrebt, sondern darauf zu verweisen, daß es bei der GEMA nicht im Vorfeld eindeutig definiert wird, für welche Darbietungen Gebühren verlangt werden. Wenn das der Fall wäre, könnte man Konzerte oder Darbietungen besser in den Kosten kalkulieren, wenn man z.B. Orgel und Konzertsaal mieten müßte u.a.
Gruß
Ronald
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Re: GEMA - Zwischen Kunst und Sparzwang

Beitrag von kernspalter » Freitag 2. März 2018, 23:44

Ronald Henrici hat geschrieben:
Freitag 2. März 2018, 19:57
Lieber Kernspalter!
Herzlichen Dank für den Hinweis. Es ging mir nicht darum, finanziell davon etwas zu haben (das wäre mir persönlich völlig egal und nicht erstrebt, sondern darauf zu verweisen, daß es bei der GEMA nicht im Vorfeld eindeutig definiert wird, für welche Darbietungen Gebühren verlangt werden. Wenn das der Fall wäre, könnte man Konzerte oder Darbietungen besser in den Kosten kalkulieren, wenn man z.B. Orgel und Konzertsaal mieten müßte u.a.
Gruß
Ronald
Selbstverständlich kann man Konzerte kalkulieren, es gibt ja Tariftabellen:
https://www.gema.de/fileadmin/user_uplo ... arif_e.pdf

Angenommen, 1 Organist spielt in einem Saal, der 100 Zuhörern faßt, 1 geschütztes Werk bei freiem Eintritt, dann werden von der Gebühr von 38,25 € abgezogen: 20% (weil nur ein Mitwirkender), 50% (weil nur 1 geschütztes Werk).
Dann sind wir bei 15,30 €.

Gibt es nachweislich keinen öffentlichen Zuschuß (dazu muß ein Antrag gestellt werden), wird ein weiterer Nachlaß von 15% fällig.
Dann sind wir bei 13,- €.

Um herauszufinden, welche Werke geschützt sind und welche nicht, gibt es eine Suchfunktion:
https://online.gema.de/werke/search.faces

Und wenn man sich nicht sicher ist, erteilt sicher die GEMA die gewünschten Auskünfte.

Wo ist das Problem?
Mit kernspalterischen Grüßen

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