Prof. Johannes Geffert, St. Antonius, D-Oberkassel

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Clemens Schäfer
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Prof. Johannes Geffert, St. Antonius, D-Oberkassel

Beitrag von Clemens Schäfer » Samstag 16. Dezember 2017, 13:49

Hallo Forum,

die Auswahl war zu treffen zwischen 14 Flötisten der Berliner Philharmoniker oder Johannes Geffert. Ich ging zu letzterem in die Kirche des Heiligen Antonius von Padua in Düsseldorf-Oberkassel. Dort hatte also Prof. Johannes Geffert die vollständige Mühleisen Orgel unter den Fingern, nachdem er vor einigen Jahren schon an der Chororgel gespielt hatte. Der musikalische Hausherr Markus Hinz war übrigens Geffert-Schüler..

Auch dieses Geffert-Programm zeichnete sich durch das Beschreiten selten begangener Pfade aus. So begann er mit Guilmant „Hoch tut euch auf“, Marsch und Fuge über ein Thema aus Händels Messias. Verhalten im Mezzopiano ging der Marsch los, entwickelte sich und kehrte nach der Fuge triumphal zurück.

Von Renaud de Vilbac (1829-1884) folgte ein leicht versonnenes Offertoire pour le Temps d’Avent. Mit einfachen Mitteln geschmackvoll in Szene gesetzt.

Clara Schumann, Romance op. 11 Nr. 2 hatte Geffert für Orgel gesetzt. Typisch romantisches Charakterstück. Auch wenn Geffert es in seiner Vorrede als bestens für die Orgel pries, schien es mir doch eher vom Klavierklang zu leben.

Danach zwei Sätze aus der Sinfonia in hohore Saneti Johannis Batistae (I. Ut queant laxis und III. In spiritu et Igni.) von Naji Hakim. Der nimmt hier gregorianische Choräle zur Grundlage und entwickelt darüber moderne Klänge. Geffert nutzte die unzähligen Möglichkeiten des Instruments und schuf mit Haupt- und Chororgel interessante Klanggemälde.

Welch großartiger Klangerzeuger hier entstanden ist, wurde vollends klar, als Geffert das Adagio aus der achten Symphonie von Widor zelebrierte. Da fieberte man regelrecht mit.

Groß dann der Kontrast mit zwei Schübler-Chorälen: „Wachet auf...“ und „Kommst du nun..“. Daß beide klär und deutlich, wie selbstverständlich liefen, ist bei Geffert keine Frage. Und beseelt ist es dazu.

Am Ende noch eine kleine Klangdemo mit Mulets Carillon-Sortie. Groß das ff im Schlußakkord, wohlklingend und sonor. So muß es sein.

Gut 50 Hörer waren gekommen und applaudierten heftig. Zugabe: Ein Satz aus Händels Orgelkonzert Nr. 4: Orgel = Chororgel (Manuale II und IV), Orchester = Hauptorgel (Manuale I und III).

Gruß Clemens Schäfer

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