Eu-Hye Lee und Simon Menges, St. Lambertus, D-Altstadt

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Clemens Schäfer
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Eu-Hye Lee und Simon Menges, St. Lambertus, D-Altstadt

Beitrag von Clemens Schäfer » Dienstag 5. Dezember 2017, 18:41

Hallo Forum,

vierhändiges Orgelspiel ist ja nicht häufig. Und viel Originalliteratur gibt es auch nicht. Eun-Hye Lee und Simon Menges (Arbon, CH) kamen zum Dezemberkonzert an St. Lambertus, Düsseldorf-Altstadt. Lee, in Korea aufgewachsen, war nach Studien in Seoul und Berlin, Assistenzorganistin am Berliner Dom, konzertierte an verschiedenen bedeutenden Kirchen und ist jetzt Organistin an der kath. Kirche Weinfelden. Menges, ebenso weltweit konzertierend, studierte in Düsseldorf, Dallas, Berlin und Zürich. Erst Kirchenmusiker an Herz-Jesu in Berlin, ist er jetzt in gleicher Funktion an der evang. Kirche Arbon.

Zwei Originalkompositionen hatten die beiden mitgebracht. Zuerst erklang von Naji Hakim eine mäßig moderne Rhapsody for Organ-Duet in fünf kurzen Sätzen. Unterhaltsam.

Danach gab es Gustav Merkels (1827-1885) Sonate op. 30 d-moll für Orgel vierhändig. Die beginnt mit typisch romantischer Emphase und entwickelt sich sonatenmäßig im Allegro moderato. Das Adagio ist ein liedhaftes, schlichtes Stück. Wieder mit Aufwand beginnt Das Allegro con fuoco, das dann aber schnell abbricht und einer langen schulmäßigen Fuge Platz macht. Erst am Ende wird der drängende Beginn wieder aufgenommen. Mit picardischer Terz endet das Werk. Gut zu hören, Sauber gemacht. Bildungslücke geschlossen.

Im weiteren Verlauf gab es dann Bearbeitungen. Zuerst spielten Lee und Menges fünf Nummern Ma mère l’Oye von Ravel. - von beiden selbst für Orgel bearbeitet. Sehr fein in der Registrierung. Hier konnte die Orgel mal wieder ihren Farbreichtum beweisen. Das gleiche galt für ein herrliches Claire de lune von Debussy (ebenfalls eine gemeinsame Bearbeitung der beiden Spieler.

Uwe Hielscher hatte sich dann für das Bacchanal aus der Oper Samson und Dalila von Sanit-Saëns interessiert und eine vierhändige Orgelbearbeitung erstellt. Der griechische Gott Bacchus muß hier in einer israelischen Geschichte mit arabisch-orientalischer Musik zurechtkommen: Köstlicher Mischmasch. Aber auch zum Lachen. Was hat sich Saint-Saëns da zusammenkomponiert?! Immer wieder Kamelkarawanen!

Der Beifall (nach Merkel kurz aufgebrandet) war jetzt moderat; keine Zugabe. Nur knapp 80 Hörer waren gekommen.

Gruß Clemens Schäfer

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