Vincent Dubois, Marie-Andrée Joerger, St. Andreas, D-Altstadt

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Clemens Schäfer
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Vincent Dubois, Marie-Andrée Joerger, St. Andreas, D-Altstadt

Beitrag von Clemens Schäfer » Montag 6. November 2017, 13:27

Vincent Dubois, Marie-Andrée Joerger, St. Andreas, D-Altstadt

Clemens Schäfer , Düsseldorf, Montag, 06. November 2017, 13:26

Hallo Forum,

Sonntagsorgel in St. Andreas. Im Rahmen des 12. ido spielten Marie-Andrée Joerger (Akkordeon) und Vincent Dubois (Orgel).

Am Beginn stand ein Orgelkonzert „verkehrt“: Dubois spielte mit der Orgel den Orchesterpart, während Joerger den Orgelpart per Akkordeon beisteuerte. Es ging um Händels Konzert B-Dur. Das gelang recht gut. Das Akkordeon setzte sich mühelos gegen die Orgel durch und blieb solistisch präsent. Interessant die ungewöhnliche Satzfolge Langsam-schnell-schnell.

Nun gab es Akkordeon solo: Praeludium und Fuge ?-moll von Bach. Im Programm stand es-moll, der begrüßende Pater (St. Andreas ist Dominikanerkirche) hatte nach b-moll korrigiert. Aber hatte ich das richtig verstanden? Eine BWV-Nummer war nicht angegeben. Versuche meinerseits, das Werk zu Hause zu verifizieren, schlugen fehl. Je mehr man probehört, desto mehr verschwindet die Hörerinnerung. Vom Fugenthema weiß ich noch, daß es nach einer kurzen Phase der Verspieltheit eine von oben herabschreitende chromatische Linie hatte. Muß kein originales Orgelwerk gewesen sein. BWV 867 (WT) war es jedenfalls nicht. Nichtsdestotrotz schöne Musik und auf dem Akkordeon gut darstellbar.

Nun folgten zwei Kanons von Robert Schumann, As-Dur und h-moll, die Dubois, auf der Orgel darstellte. Gegensätzlich im Charakter , von großer Delikatesse. Auch die Rhapsodie h-moll von Brahms, vermutlich ein Klavierstück, kam mit langem Atem.

Wenn man Piazolla längere Zeit nicht gehört hat, wird schmerzlich deutlich, was man da vernachlässigt hat. Seine Musik hat Tiefe und Charakter. Und die Tango-Rhythmik hat ihren spezifischen Reiz. Beide Spieler boten das Stück „Oblvion“ - sehr stimmungsvoll.

Schlußwerk war, wieder zusammen, das Opal-Concerto von Richard Galliano (*1950). Eine Generation jünger als Piazolla und daher harmonisch geringfügig schärfer, fußt er doch ganz auf dessen Musik. Ein dreisätziges Stück (original wohl für Akkordeon und Orchester) mit Walzer im langsamen Satz. Leicht schroff der Schluß.

Großer Beifall der bis in die Seitenschiffe voll besetzten Kirche; selbst der Schirmherr des 12. ido, Oberbürgermeister Thomas Geisel war mit Frau anwesend.

Gruß Clemens Schäfer

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