Marcel Andreas Ober in St. Lambertus, D-Altstadt

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Clemens Schäfer
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Marcel Andreas Ober in St. Lambertus, D-Altstadt

Beitrag von Clemens Schäfer » Dienstag 24. Oktober 2017, 12:44

Hallo Forum,

ein weiteres Konzert des 12. ido spielte Marcel Andreas Ober in St. Lambertus, Düsseldorf-Altstadt. A-moll war hier die bestimmende Tonart.

Es ging los mit Praeludium und Fuge BWV 543. Im Tempo sehr ambitioniert, mit entsprechend viel Drive, dabei aber stets kontrolliert und genau. Ein schöner Effekt: Die Fuge begann Ober mit der Chororgel; erst im weiteren Verlauf verlagerte er das Geschehen dann Stimme für Stimme wieder zurück in den Turm. Das gelang fast unmerklich und wirkte daher nicht aufgesetzt. Dennoch bekamen die neuen Themeneinsätze dadurch ein eigenes, stärkeres Gewicht. Eine klug genutzte Möglichkeit von Steigerung.

Den nächsten Clou landete Ober mit dem nahtlosen Anschluß von „III. Variation sur un souvenir“ aus den Trois Esquisses von Thierry Escaich. Hier gibt es dann immer intensiver werdende Anläufe, Clusterartige Einwürfe und rhythmische Vertracktheiten. Ein tolles Stück - aber nach dem ersten Hören schwer zu beschreiben. Kein Wunder, daß danach kurz Zwischenbeifall aufkam.

Das Schlußstück bildete Viernes Fünfte Symphonie. Ja, das ganze Werk! Wirklich schön, daß man hin und wieder nicht nur einzelne Sätze aus den französischen Orgelsymphonien zu hören bekommt. Das einleitende Grave gestaltete Ober mit bedrückende Traurigkeit. Das - ziemlich lange - Allegro molto marcato kam eben an Ecken und Kanten geschärft. Hochinteressant das kecke Scherzo mit seinem - mit Verlaub - Entengeschnatter; köstlich ausgeführt. Wieder düster und voller Anklänge an Wagner, am Ende aber mit beglückendem, glockenreinem Schluß das Larghetto. Langer Atem gefordert und geliefert. Und dann, wie ausgewechselt, das Carillon-hafte Final mit großer Attitüde.

Das alles hatte Ober bestens vorbereitet, die Riegerin von 1999/2004 war ganz in ihrem Element. Ein erstklassiges Konzert; um 120 Hörer spendeten herzhaft Beifall. Ober bedankte sich mit einer Canzone von Boëllmann - klangschön und melodienselig. Fein.

Gruß Clemens Schäfer

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