Liegt doch da ein Vertrag...

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olds
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Liegt doch da ein Vertrag...

Beitrag von olds » Mittwoch 27. September 2017, 14:05

... an der Orgel rum.

Dass Musiker zerstreut sind, das hört man ja gerne und ziemlich oft. Dass Kirchenmusiker da noch eine Schippe drauflegen können, nun, das weiß man auch irgendwie.

Eigentlich darf ich nicht lästern, konnte ich meine Notentasche doch gestern in der Leitstelle der Stadtbusse beim "diensthabenden Verkehrsmeister" abholen. Was ich dann aber gestern an meiner Hauptkirche an der Orgel fand, das zog mir dann doch ein wenig die Socken aus.

Seit Mitte Juli hatte man in unserer Pfarrei darum geworden, dass Privathaushalte Sänger eines Jugendchores aufnehmen, die für ein Konzert in der HAuptkirche gastierten. Für das Konzert wurde auch die Orgel benötigt und dank der dort vergessenen Vertragskopie kenne ich nun die Konditionen, zu denen die beiden Organistinnen die Tournee begleitet haben. Eine der beiden war so schlau und notierte auf der Rückseite die Registrierungen.

Sind 100,00€ pro Tag plus Unterkunft und Verpflegung ein guter Satz im halbprofessionellen Bereich?

Dorforganistin
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Re: Liegt doch da ein Vertrag...

Beitrag von Dorforganistin » Mittwoch 27. September 2017, 18:08

Kommt drauf an, wie viele Stunden Arbeit diese 100 Euro abdecken...

olds
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Re: Liegt doch da ein Vertrag...

Beitrag von olds » Mittwoch 27. September 2017, 18:58

Mal im Internet nachgeschaut.

Die Tournee hat zwei Teile von je einer Woche mit je einem Ruhetag. Busfahrt, neue Orgel kennenlernen, Probe vor Ort in der unbekannten Räumlichkeit, Konzert. Hinzu kommen laut Vertrag vor der Abfahrt die abschließenden Proben zu Hause.

Nennen wir es also mal Aufwandsentschädigung.

Aber - hey - ist doch ein toller Urlaub für einen Kirchenmusikenthusiasten. :!:

Dorforganistin
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Re: Liegt doch da ein Vertrag...

Beitrag von Dorforganistin » Donnerstag 28. September 2017, 09:03

Die Beschreibung sagt dennoch wenig darüber aus, wie viele Arbeitsstunden mit diesem Tagessatz tatsächlich abgedeckt werden.

Angebot und Nachfrage...

Ippenstein
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Re: Liegt doch da ein Vertrag...

Beitrag von Ippenstein » Donnerstag 28. September 2017, 21:29

Aus Sicht eines Selbständigen: Wenn das eine steuerfreie Aufwandsentschädigung ist, ist es in Ordnung. Wenn derjenige davon leben muß, wird es schon enger.

Viele Grüße

Ippenstein

Ronald Henrici
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Re: Liegt doch da ein Vertrag...

Beitrag von Ronald Henrici » Freitag 13. Oktober 2017, 17:00

Steuerrechtlich gesehen gibt es bei einem Vertrag andere Vergütungssätze als bei Abrechnung mit Aufwandsentschädigung, bei der jeder Empfangende für die steuer- und versicherungsrechtlichen Angelegenheiten selbst zu sorgen hat.
Aus Unfall - Versicherungs - Gründen ist bei einer etwa ähnlich gelegenen Veranstaltung ein Vertrag wesentlich sicherer, weil der "Arbeitgeber" die Versicherungspflicht übernimmt - so sollte es wenigstens auch sein.
Bisher hatte ich z.B. bei solchen Einsätzen auch bei Kirchens keine Schwierigkeiten, denn es wurden zumindest Rahmenverträge abgeschlossen, die sich auf einzelnen Veranstaltungen bezogen, die z.B. unfallrechtliche Belange mit abdeckten.
Das ist besonders dann wichtig, wenn man z.B. mit einem Chor oder Posaunenchor oder noch anderen Musikern zu tun hat und unterwegs ist. Dabei ist aber eine 100,00 € Vergütung nicht angemessen, die alle Eventualitäten wie Unterkunft und/oder Verpflegung und/oder Fahrkosten abdeckt und sichert.
Gruß
Ronald
he: Orgel spielen heißt:einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren. (Ch.M.Widor)

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