Jens-Peter Enk in der Neanderkirche, Düsseldorf-Altstadt

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Clemens Schäfer
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Jens-Peter Enk in der Neanderkirche, Düsseldorf-Altstadt

Beitrag von Clemens Schäfer » Donnerstag 27. Juli 2017, 13:15

Hallo Forum,

das 6. Sommerliche Orgelkonzert am 26.07.2017 in der Neanderkirche (Düsseldorf-Altstadt) spielte Jens-Peter Enk, Leiter der Arbeitsstelle Kirchenmusik der Rheinischen Landeskirche und Organist der evangelischen Kirchengemeinde in Wuppertal-Unterbarmen.

Enk begann mit Böhm, Partita über „Herr Jesu Christ, dich zu uns wend“. Sympathisch artikuliert und passend registriert.

An zweiter Stelle BWV 564. Das hatte ich ja kürzlich noch in St. Lambertus gehört. Hier nun begann Enk ganz schlicht, fast lapidar; im Pedalsolo gab es zwar Oktavverdoppelungen, nicht aber jenes Getöse von dort. Fein auch das Adagio mit spannendem Schluß: Da wartet man dann auf die Fuge. Eine gute Darstellung!

Es folgten von Bach drei Choralbearbeitungen über „Wer nur den lieben Gott läßt walten“ - allesamt Juwelen. Leider keine BWV-Angabe im Programmheft. Von Krebs gab es dann noch ein weiteres Choralvorspiel zu nämlicher Melodie; ferne eines zu „Nun freut euch, lieben Christen gemein“.

Mit Mendelssohn Präludium und Fuge G-Dur ging es dann weiter in der Historie. Das war hier gar nicht langweilig.

Francks op. 18 machte Enk danach sehr eindrucksvoll. Mit der Führungsstimme mochte er etwas getrickst haben - eine Oboe ist nicht vorhanden - , dennoch war es klanglich sehr befriedigend, Prima auch der markante Übergang zur Fuge.

Den Abschluß bildete ein Werk der Komponistin Margaretha Christine de Jong (*1961) mit dem Titel Präludium und Fuge über „Großer Gott, wir loben dich“. Das Werk ist hier mit der Komponistin an der Orgel in Alkmaar zu hören. https://www.youtube.com/watch?v=gP-q_WXlheA
De Jong bedient sich ungeniert eines der musikalisch wertvollsten Lobpreisungen Gottes, dem Sanctus aus der h-moll-Messe von Bach. Dessen Duktus macht den Eingang ihrer Komposition. Wer erwartet hatte, daß sich daraus etwas zeitgenössisches entwickeln würde, wurde enttäuscht. De Jong bleibt der Tonalität und herkömmlichen Rhythmen verhaftet; die Musikgeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts hat sie offenbar nicht berührt. So ergibt sich denn auch nichts bürgerschreckliches; ein Hörer - nicht der Unterzeichner - beschwerte sich beim Spieler über die Lautstärke am Schluß.

Der Beifall aus der fast voll besetzten Kirche kam sofort und heftig. Enk bedankte sich mit Alleluia Toccata von Fenton Groden (*1982). Hier gibt es das Stück zu hören.
https://www.youtube.com/watch?v=7aizTucUGqE

Gruß Clemens Schäfer

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