Wolfgang Abendroth in der Neanderkirche, D-Altstadt

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Clemens Schäfer
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Wolfgang Abendroth in der Neanderkirche, D-Altstadt

Beitrag von Clemens Schäfer » Donnerstag 29. Juni 2017, 18:45

Hallo Forum,

im zweiten Sommerlichen Orgelkonzert am 28.06.2017 in der Neanderkirche, Düsseldorf-Altstadt, spielte Wolfgang Abendroth von der benachbarten Johanneskirche. Sein Programm lautete: Rheinberger, 8. Sonate, Contrapunctus XIV aus BWV 1080 in der Vervollständigung durch Helmut Walcha und Karg-Elert op. 150 in der von Wolfgang Stockmeier erarbeiteten Einrichtung.

Bei Rheinberger traf Abendroth dem typischen romantischen Schwung gut; fein ausgearbeitet die immer wieder auch einzeln zu hörende Passacaglia. Bach geriet großartig. Da wurden die drei Themen, gut abgesetzt, erzählend entwickelt. Überhaupt hat Abendroth die Gabe, das Fortschreiten eines Stückes klarzustellen und den Hörer dabei mitzunehmen Was Walcha da hinzukomponiert hat, fügt sich nahtlos an und könnte durchaus originaler Bach sein. Am Ende stand strahlender Schluß.

Kräftig, schroff und doch größte Neugier weckend, begann Abendroth Präludium und Fuge über BACh von Karg-Elert. Auch hier wurde ein Epos ausgebreitet, in sich schlüssig und mit langem Atem. Da war es geradezu schade, als das Ende kam. Gewiß kann man Karg-Elert auf dieser Orgel (Rieger 1965, 47/III) klanglich nicht vollständig ausleuchten. Dennoch bot Abendroth mehr als einen Appetitanreger. Letzterer wars freilich auch: Man stelle sich vor, er spiele dieses Werk in St. Antonius, D-Oberkassel! Die Mühleisenorgel dort ist nur einen Kilometer entfernt.

Gruß Clemens Schäfer

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