Wolfgang Abendroth in der Johanneskirche, D-Stadtmitte

Informationen und Diskussionen zu allen Bereichen rund um die Orgel herum,
z.B. Vorstellung der eigenen Kirchengemeinde, Konzert- und Gottesdienstgestaltung, Konzertberichte, Sparmaßnahmen in der Gemeinde, Organisation, usw.
Antworten
Clemens Schäfer
Beiträge: 174
Registriert: Samstag 16. November 2013, 19:31
Wohnort: Düsseldorf

Wolfgang Abendroth in der Johanneskirche, D-Stadtmitte

Beitrag von Clemens Schäfer » Mittwoch 7. Juni 2017, 16:00

Hallo Forum,

die interessanten Programme bei der wöchentlichen Lunchtimeorgel (mittwochs, 12:30h, Eintritt frei, Essen und Trinken erlaubt) in der Johanneskirche in Düsseldorfs Innenstadt lohnen sich allemal nicht nur für Gelegenheitshörer in der Mittagspause: Es sind vollgültige Orgelkonzerte, wenn auch meist auf 30 Minuten beschränkt.

Diesmal begann Wolfgang Abendroth, Kantor dortselbst, mit Samuel Scheidt und dessen Hymnus „Veni Creator Spiritus“ in drei Sätzen. Das kam ziemlich gewichtig daher. Leichter und deutlich inhaltsschwächer dann die Praeludien C-Dur und F-Dur aus den J.S.Bach zugeschriebenen Acht kleinen Praeludien und Fugen.

Hauptwerk des Konzerts war dann die Suite Médiéval von Jean Langlais. Zwar ist die von-Beckerath-Orgel der Johanneskirche dafür nicht das ideale Instrument. Aber groß genug ist sie doch allemal, um dem Prélude (eine Art Marche Épiscopal) das nötige Gewicht und die entsprechende Würde zu verleihen. In den Innensätzen wußte Abendroth Oboe und Klarinette in Szene zu setzen. Groß und kräftig die Acclamations (Christus vincit).

Es frappiert immer wieder, wie Langlais in eigener Tonsprache moderne Klänge so zusammenfügt, daß man nie befremdet ist. Vielmehr gerät man ins Staunen. Dann wieder ein überraschender konventioneller Wohlklang (Schluß in C-Dur). Aber der wirkt nicht anbiedernd oder entschuldigend. Mit dem alten Cato bin ich der Meinung, es müsse mehr Langlais gespielt werden.

Lebhafter Beifall der rund 80 Hörer.

Gruß Clemens Schäfer

Antworten