Thorsten Göbel in der Auferstehungskirche, D-Oberkassel

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Clemens Schäfer
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Thorsten Göbel in der Auferstehungskirche, D-Oberkassel

Beitrag von Clemens Schäfer » Donnerstag 1. Juni 2017, 14:14

Hallo Forum,

traditionsgemäß schließt Thorsten Göbel, der Kantor der Auferstehungskirche, den Oberkasseler Orgelfrühling mit seinem Konzertbeitrag. Das sechste Konzert rundete mit Viernes zweiter Symphonie den 13. Frühling an der Sauer-Orgel jetzt zum Vierne-Zyklus. Alle sechs Symphonien gelangten zur Aufführung. Das bekommt man nicht häufig geboten und ist für manche auch schwere Kost. Dennoch sei dem Veranstalter an dieser Stelle für sein Vierne-Engagement und den Mut zu vielleicht nicht ganz so populären Programmen herzlich gedankt, zumal er dafür wohl einen gewissen Hörerschwund hinnehmen mußte. Diejenigen, die gekommen waren, durften reiche Ernte mitnehmen

Zu seinem eigenen Konzert am 31.05.2017 hatten sich freilich über 120 Hörer eingefunden. Göbel begann mit Opus 18 von Franck. Da durfte sich mal wieder die schöne Oboe auszeichnen. Ein wenig mehr Tempo hätte der Wiedergabe noch einen kleinen Kick gegeben..

Sehr erfreulich dann aus Opus 157 die dritte Fantasie von Camille Saint-Saëns. Ohne große Pause an das Vorherige angeschlossen, paßte die Eingangsstimmung perfekt. Sehr schön dann die Ausarbeitung der verschiedenen Passagen. Trotz deren unterschiedlicher Charakteren wuchs das Ganze zu einer Einheit zusammen.

Hauptwerk dann die Zweite Symphonie von Vierne. Kraftvoll das Allegro, fein zurückgenommen der lyrische Seitensatz. Der Choral erinnerte im Duktus an Liszt, Ad nos. Das solistisch im Pedal vorgetragene Thema wird in hoher Lage licht gewebt und harmonisiert verarbeitend wiederholt. So ergibt sich ein anregender Dialog. Duftig und leicht kam das Scherzo daher. Ausdrucksvoll das Cantabile. Das Final mit Kraft und lebensbejahender Emphase. Am Ende ein leises Carillon in hoher Lage, ehe ein paar ganz herrlich registrierte mf-Akkorde den Schluß bildeten. Eine runde Darstellung.

Der Beifall war groß. Göbel spielte als Zugabe eine Méditation von Vierne, eine Improvisation, welche seinerzeit vom Rundfunk aufgenommen und von Duruflé abgehört und in Noten gesetzt ward.

Nach dem Orgelfrühling ist vor dem Orgelfrühling. Und so konnte Göbel denn auch gleich die Interpreten dies Jahres 2018 präsentieren. Am 11.04.2018 geht es los mit Kay Johannsen. Es folgen Tobias Frank, Christian Schmitt, Andrzej Chorosiński, Johannes Geffert und Thorsten Göbel. Jeder wird ein Werk mit der Opuszahl 18 spielen. Ob da jene Beethoven-Streichquartette op. 18 in Orgelfassung geplant sind,

grübelt grüßend Clemens Schäfer

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