Wolfgang Abendroth in der Johanneskirche, D-Stadtmitte

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Clemens Schäfer
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Wolfgang Abendroth in der Johanneskirche, D-Stadtmitte

Beitrag von Clemens Schäfer » Donnerstag 30. März 2017, 14:08

Forum,

immer wieder bietet Wolfgang Abendroth in seinen Programmen neben bewährter Literatur auch unbekannte, selten gespielte Stücke an. So war es auch gestern in der Lunchtimeorgel in der Johanneskirche. Wer hat schon mal Franz Lachners Sonate Nr. 1 f-moll op. 175 gehört oder gespielt?

Und naja, eine größere Bildungslücke ist es nicht, wenn man das Stück nicht kennt. Dennoch war es interessant, dieses Werk aus Lachners späterer Zeit zu hören. Ein Allegro molto moderato eröffnet die Sonate, ein ruhiges Andante folgt. Eine Forte zu spielende Fuge (Allegro non troppo) erinnert an Rheinberger. Das Andante con moto ist traurig wie die ganze Sonate und schließt düster.

Überhaupt schien mir eine Nähe zu Rheinberger zu bestehen. Es wäre interessant zu ergründen, ob da eine Beziehung bestand. In München dürften sich beide begegnet sein. Gut möglich also, daß Lachner durch die Rheinberger-Kompositionen angeregt wurde, sich selber auf diesem Gebiet zu versuchen.

Das Konzert wurde mit Regers OP. 59/10 und 12 abgeschlossen. Da gingen ein Ruck durch Orgel, Interpret und Publikum! Herrlich die zerrissenen, spitz aufgewühlten Eckteile des Capriccio fis-moll mit seinem wunderbar kontrastierendem ruhigen Mittelteil. Krönung aber wurde das Te Deum Laudamus. Allein wegen der harmonischen Ver- und Entwicklung der letzten Takte hätte sich das Kommen gelohnt gehabt.

Sofort setzte heftiger, anhaltender Beifall der über 80 Hörer ein.

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