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Wolfgang Abendroth in der Johanneskirche, D-Stadtmitte

Verfasst: Samstag 18. März 2017, 14:26
von Clemens Schäfer
Hallo Forum,

angesichts der schönen Orgelprospekte in Zwolle und Umgebung, mit denen uns Wolfgang Gourgé im anderen Forum gerade den Mund wässrig macht (wunderbare Bilder! Chapeau!), fällt es nicht leicht, von der eher schlichten von Beckerath-Orgel der Johanneskirche in Düsseldorf’s Stadtmitte zu schwärmen. Deren klangliche Möglichkeiten sind freilich nach wie vor überzeugend; und das über viele musikalische Stilepochen hinweg.

Wolfgang Abendroth spielte am 17.03.2017 um 19h schönes Programm mit zwei gewichtigen Werken. Das erste war BWV 768, Partita „Sei gegrüßet, Jesu gütig“. Leider ist das Stück nur 20 Minuten lang. Man hätte viel länger zuhören mögen. Wunderbare Musik: Musikantisches, Tänzerisches, Swinghaftes geht hier eine kongeniale Verbindung ein mit Konstruktion und Formenstrenge. Abendroth registrierte dezent aber charakteristisch. Ein perfektes Ganzes.

Das zweite Werk war nichts weniger als Viernes Dritte Symphonie fis-moll op. 28. Mit Emphase wird das Allegro maestoso entwickelt, die Cantilène schwelgt in Melodieseligkeit, das Intermezzo mit hüpfenden Elementen wirkt fast lustig (hier merkte man am ehesten, daß die Orgel eigentlich barock ist). Wagnertriefend dann das harmonische Gewebe des Adagio. Und Das Final nimmt den Schwung des Eingangssatzes wieder auf, verpackt ihn in toccatenhafte Passagen. Das alles machte Abendroth schlüssig, mit dem richtigen Zeitgefühl und, wo nötig, auch langem Atem.

Lang war denn auch der dankbare Beifall von über 60 Hörern

Gruß Clemens Schäfer