Michael Hoppe in St. Lambertus, D-Altstadt

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Clemens Schäfer
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Michael Hoppe in St. Lambertus, D-Altstadt

Beitrag von Clemens Schäfer » Dienstag 7. März 2017, 14:37

Hallo Forum,

„Internationale Orgelkonzerte an St. Lambertus, Düsseldorf-Altstadt. An den Rieger-Orgeln am 06.03.2017 Prof. Michael Hoppe, Domorganist in Aachen.

Hoppe eröffnete das Konzert mit Fantasie und Fuge g-moll BWV 542. Die Fantasie wurde spannend errzählt; dabie blieb alles im Fluß. Ganz selbst-verständlich lief die Fuge; schön gleichmäßig und doch sehr musikantisch - mit feiner Agogik. Eine hochkarätige Wiedergabe. Das setzte Maßstäbe für das Folgende.

Und Langlais besteht diese Nachbarschaft gut: Aus der Suite breve gab es Cantilene und Dialogue sur les mixtures. Ganz herrlich die Klarinette in der Cantilene. Ruhig und mit lagem Atem. Quirliger dann der Mixturendialog, der einen ruhigen klangfarbenmäßig abgesetzten Mittelteil hatte. Man kann nur immer wieder sagen: Langlais wird viel zu wenig gespielt. Da schlummert gewiß noch so manches Hörenswertes.

Von Dénis Bédard (*1950) folgten nun Variationen über Freu dich sehr, o meine Seele. Die erste Variation bot Figurenwerk im Dikant, der cf lag im Baß. In der zweiten legte sich der figurierte Choral - nun im Diskant - in ein wohliges Streicherbett. Eine rezitativartige Überleitung führt in eine Toccata. Den Abschluß bildet ein reich ausgesetzter Choral. Ansprechend gemacht, fein registriert, im musikalischen Gehalt aber den vorigen Stücken nachrangig.

Zwei Stücke aus Bach-Memento von Widor demonstrieren dann aufs Beste die Musikauffassung des ausgehenden 19.Jahrhunderts. Im Sicilienne (Oboe!) aus der Chororgel triefte es vor Romantik und war gleichzeitig zum Verlieben schön. Kein bißchen kitschig. Im Mattheus-Final wurde es dann fast bombastisch; da läßt Widor mächtig aufdrehen. Französischer Wilhelminismus - oder so.

Romantik kann Vierne auch. Aber hier spürt man doch schon einen kleinen Abstand zum allzu Gefühligen. Hoppe bot eine Symphonie aus Impromtu (aus op. 54), Élegie (aus op. 31) und Toccata (aus op. 53). Sehr schöne Klangregie,

Schließlich improvisierte Hoppe über GL 272, Zeige uns Herr deine Allmacht und Güte. Daraus machte Hoppe Praeludium und Fuge. Besonders zu letzterer schien sich die Weise gut zu eignen.

Dankbarer Beifall der kaum 70 Hörer, Zugabe Improvisation über ein Abendlied (GL 91? GL92?) mit schönen Streichern.

Gruß Clemens Schäfer

Die weiteren Konzerte der „Internationalen“ an St. Lambertus, D-Altstadt:

03.04.2017, 19:30h, Christian Stegmann (St. Johannis, Bad Krotzingen)
01.05.2017, 19:30h, Stephan Tharp (New York, USA)
05.06.2017, 19:30h, Vincent Rigot (Paris, F)*
03.07.2017, 19:30h, Martin Sonnen (St. Andreas, Korschenbroich)
07.08.2017, 19:30h, Jaroslav Tûma (Prag, CZ)
04.09.2017, 19:30h, Wayne Marshall (Valetta, MT)
02.10.2017, 19:30h, Marius Horstschäfer (St. Nikolaus, K-Sülz)
23.10.2017, 19:30h, Marcel Andreas Ober (St. Lambertus, D-Altstadt, im 12. ido)
06.11.2017, 19:30h, Henri-Franck Beaupérin (Angers, F)*
04.12.2017, 19:30h, Eun-Hye Lee und Simon Menges (arbon, CH, vierhändig)

* entgegen früheren Ankündigungen gilt diese Reihenfolge.

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