Vertrag versus Honorarvergütung - welche Vorteile?

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Voceumana
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Re: Vertrag versus Honorarvergütung - welche Vorteile?

Beitrag von Voceumana » Donnerstag 2. Februar 2017, 16:18

Und das ist im Ermessen des Pfarrers, zumindest in Bayern steht bei den Fomularen für Dienste in Aushilfe, dass davon ausgegangen wird, dass der Dienst des Musikers auch tatsächlich wie angegeben beansprucht wird. Andernfalls ist der Stundensatz entsprechend angemessen zu kürzen.
In der Praxis sieht es natürlich so aus, dass sich kein Pfarrer untersteht, eine solche Kürzung bei einer Aushilfe vorzunehmen, es sei denn, er hat auf diesen Musiker absolut keine Lust mehr, und das auch nicht deinen konstruktiven Gespräch mitteilen, sondern quasi einen Grund geben, verärgert von dannen zu ziehen und rot schnaubend zu rufen: ihr könnt mich. Ruft bloß nicht mit ihr einen Organisten braucht.
Bei der Auflistung der Dienste im Vorjahr macht eine solche Kürzung natürlich Überhaupt keinen Sinn, weil schlicht nicht nach vollzogen werden kann, ob bei diesem oder jenem Gottesdienst die Arbeit des Musikers auch tatsächlich voll umfänglich nötig war. Aber auch diese Regelung sich als Teil alle Vertrauensbasis, die zwischen den Musiker und dem Pfarrer gegeben sein muss, und dann wird auch keiner nach irgend einer halben Stunde Abrechnung oder Fehlbetrag jammern.

Dorforganistin
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Re: Vertrag versus Honorarvergütung - welche Vorteile?

Beitrag von Dorforganistin » Freitag 3. Februar 2017, 08:31

Wobei es bei uns so ist, dass ein Vertreter des Kirchenvorstandes den Stundenzettel gegenzeichnet, und nicht der/die Pfarrer/in.
Und selbst wenn es während der Austeilung keine Musik gibt, hat man im Abendmahlsgottesdienst ja doch einen etwas höheren Aufwand durch die zusätzliche Liturgie.

Ronald Henrici
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Re: Vertrag versus Honorarvergütung - welche Vorteile?

Beitrag von Ronald Henrici » Sonntag 5. Februar 2017, 21:08

Liebe Kollegen auf Honorar- oder Aufwandsentschädigungsbasis !
Die Diskussion ist vielseitig und unterschiedlich in der Handhabung.
Hier schildere ich beispielhaft die Möglichkeit einer sinnvollen Handhabung:
Wenn ich in mehreren Gemeinden zu verschiedenen Sonntagen im Monat spiele, die in einem Kirchenbezirk liegen, genügt z.B. der Rahmenvertrag in diesem Bezirk für diesen Bezirk, aber nicht für nur eine Kirche. Dazu gibt es dann formell ein Zusatzblatt, in dem in einem Punkt abgefragt ist, in welchen Bezirken ich noch Gottesdienste begleite. Das sind bisher in meinem Wohnumkreis von ca. 40 Km vier Bezirke (evangelisch und katholisch). Es bestehen drei bezirksgebundene Rahmenverträge evangelisch und ein Rahmenvertrag katholisch. Abgefragt wird in einem anderen Punkt dieses Beiblattes die ausgeübte Sundenzahl, die sich ergibt aus dem Grundbetrag mal 2,25/3,00/3,25 je nach Gottesdienstart. Bei meinem Anzeigen von 7 Stunden in der Woche bin ich unter dem Satz der "Nebentätigkeitsverordnung", auf das Jahr bezogen unter der Wochenstundenzahl der Haupt- oder Nebenbeschäftigung. Damit ist dann eine Verschiebbarkeit der "Stunden" von Monat zu Monat gewährleistet.
Die Abrechnung in dieser Form ist schon vorteilhaft, ich kann im Grunde überall selbst bestimmen, ob und wo ich den Dienst, der von mir erfragt wurde, annehme. Meine Aufstellung der Organistendienste nach Gottediensten in Datum und Monat - übrigens genügt eine solche dem Finanzamt neben der Mitteilung der Vergütung - verhindert, daß ich in einen "Überhang" gerate, der mit den Vorgaben 2.400,00 € Aufwandsentschädingung im Jahr und 450,00 € Gesetz im Monat in Kollision gerate.
Im Übrigen habe ich schon erlebt, daß das ein oder andere Mal jemand vom "Zoll" im Gottesdienst da war und danach fragte, wer denn nun an der Orgel saß und spielte (von wegen der Unterbindung von Schwarzarbeit).

Zusätzlich eine Bemerkung, die nicht unbedingt zum Thema gehört, sondern allgemeine (!) Praxis bei "Kirchens" werden wird:

Neuerdings habe ich erfahren, daß Abrechnungsverfahrenen ab dem 01.02.2017 per Komputerprogramm zentralisiert und vereinfacht werden sollen.
Gruß
Ronald
he: Orgel spielen heißt:einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren. (Ch.M.Widor)

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