Jürgen Kursawa in St. Josef, D-Oberrath

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Clemens Schäfer
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Jürgen Kursawa in St. Josef, D-Oberrath

Beitrag von Clemens Schäfer » Dienstag 10. Januar 2017, 14:32

Hallo Forum,

schöne Orgeltradition in Düsseldorf sind auch die winterlichen Orgelkonzerte des kath. Kantorenkonvents. Die haben keinen festen Spielort sondern gastieren in wechselnden Gemeinden. So kommt über kurz oder lang jede Gemeinde mit Interesse ein Orgelkonzert; löblicher Ansatz, aber auf diese Weise bildet sich kaum Stammpublikum. In aktiven Gemeinden oder an Standorten mit starkem Stadtteilpatriotismus sind die Kirchen dann gut besucht, andernfalls kann gähnende Leere herrschen, möge auch das beste Programm geboten werden.

Letzteres war gestern in St. Josef, D-Oberrath zu beobachten. Hier steht im neo-romanischen Bau ein Klais-Orgel, die zwischen 1937 und 1942 in mehreren Bauabschnitten errichtet, 1955 nochmals erweitert und 1974 restauriert wurde. Ein Fehler des Heizungsbauers verdreckte Kirche und Orgel 2015/16 dann so, daß ein kompletter Abbau mit Ausreinigung nötig wurde. Nun strahlen Kirche und Orgel in neuem Glanz.

Trotz dieser glücklichen Umstände hatten nur 20 Hörer den Weg nach St. Josef gefunden; zugegeben, der Standort ist alles andere als zentral. Die aber bekamen Regers 2. Sonate, Messiaens Allelujas sereins d’une àme qui désire le ciel und Reubkes 94. Psalm zu hören. Und Spieler war Prof. Jürgen Kurawa, Robert Schumann Musikhochschule Düsseldorf.

Kursawa hatte ich im Frühjahr in der Auferstehungskirche mit Reger gehört. Die dortige trockene Akustik mit excellenter Durchhörbarkeit aller Strukturen hatte Kursawa dort bestens bedient. Hier konnte er damit weniger glänzen, verwischten doch die Klangteppiche einiges. Sehr schön gelang freilich der Choral „Vom Himmel hoch“ am Ende des zweiten Satzes Und in einer Fuge ist man immer formal auf der sicheren Seite. Leider gab es ein technisches Problem (teilweiser Hänger).

Mit Messiaen wußte Kursawa dann vollends zu überzeugen. Reubke kam im ruhigem Tempo, das con fuoco hätte etwas stärker lodern können; sehr gut gelungen war das Diminuendo beim Übergang zum langsamen Satz. Die beiden Registrantinnen dünnten den Klang perfekt aus. Herrlich die beiden Bläsersoli und auch die Vorbereitung der Fuge war zwingend. Eine gute Darbietung, die langen Beifall der tapfer klatschenden kleinen Schar hervorrief.
Die weiteren Konzerte der „Winterlichen“ findet man hier. Kommenden Montag kann man also nach langer Zeit mal wieder die Orgel in St. Peter hören.

Gruß Clemens Schäfer

Hier, weil im Netz nicht zu finden, die Termine für St. Lambertus:
06.02. Irenaeusz Wyrwa (Warschau, PL)
06.03. Michael Hoppe (Aachen, Dom)
03.04. Christian Stegmann (St. Johannis, Kitzingen)
01.05. Stephen Tharp (New York, USA)
05.06. Henri-Franck Beaupérin (Angers, F)
03.07. Martin Sonnen (St. Andreas, Korschenbroich)
07.08. Jaroslav Tůma (Prag, CZ)
04.09. Wayne Marshall (Valetta, MT)
02.10. Marius Horstschäfer (St. Nikolaus, Köln-Sülz)
23.10. Sonderkonzert im ido: Marcel Andreas Ober (St. Lambertus, Düsseoldorf)
06.11. Vincent Rigot (Paris, F)
04.12. Eun.Hye Lee und Simon Menges (Arbon, CH)
Merke: Erster Montag im Monat
jeweils 19:30h, Eintritt frei, Spende erbeten.

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