Kristian Krogsøe in St. Lambertus, D-Altstadt

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Clemens Schäfer
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Kristian Krogsøe in St. Lambertus, D-Altstadt

Beitrag von Clemens Schäfer » Dienstag 8. November 2016, 13:46

Hallo Forum,

Mit dem Novemberkonzert der Internationalen Orgelkonzerte an St. Lambertus am 07.11.2016 ging das 11. ido zu Ende. Kristian Krogsøe , Domorganist zu Ǻrhus (Dänemark) war der Spieler.

Der begann mit der Chaconne aus der Partita Nr. 2 d-moll BWV 1004 in der Orgelfassung von Wilhelm Middelschulte. Wo Bach mit einer Notenzeile auskommt, braucht Middelschulte deren vier(!). Aber daß Middelschulte seinen Bach genau studiert hat, und die Einrichtung entsprechend wohlüberlegt ist, dürfte außer Frage stehen. Das ist kongenial, immer wieder auch verblüffend in den Beginn des 20. Jahrhunderts übersetzt. Auch bei der Goldberg-Bearbeitung nutzt Middelschulte vier Notenlinien, komponiert hinzu und liefert so eine interpretierende Bearbeitung. Krogsøe hatte sich mit den Möglichkeiten der Rieger-Orgeln offenbar gut vertraut gemacht. Und so wurde die Chaconne zum grandiosen Klangerlebnis.

An zweiter Stelle Karg-Elert, Cathedral Windows op. 106. Basierend auf gregorianischen Choralmelodien, die immer wieder durchscheinen, entstanden hier Klangbilder von großer Eigentümlichkeit; mit impressionistischem, ja jazzigem Einschlag. Krogsøe konnte damit bestens umgehen. Die Orgel steuerte die herrlichsten Klangfarben bei (Flöte in Ave Maria! Sphärenorgelpunkt im Resonet in laudibus!). Auch dies ein Erlebnis.

Zum Schluß noch ein großer Reger: Phantasie und Fuge über B-A-C-H op. 46. Souverän durschritt Krogsøe das Werk, hatte langen Atem und Ausdauer.

Der Nachhall wurde abgewartet, dann gab es von den ca, 120 Hörern starken Beifall. Zugabe: Eine sehr geschmackvoll registrierte und mit großer Ruhe gespielte Air aus der D-Dr-Suite von Bach. Danach noch anregende Gespräche mit dem sympathischen Künstler.

Gruß Clemens Schäfer

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