11. ido zu Gast in der Salvatorkirche, Duisburg

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Clemens Schäfer
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11. ido zu Gast in der Salvatorkirche, Duisburg

Beitrag von Clemens Schäfer » Mittwoch 2. November 2016, 12:50

Hallo Forum,

Das 11. ido war am 01.11.2016 in der 700 Jshre alten Salvatorkirche Duisburg zu Gast. Ich habe hier erstmals die Kuhn-Orgel (2002, III/41) hören können. Das Instrument überzeugte auf Anhieb. Saubere Bässe, schöner verschmelzender Gesamtklang, herrliche Soli. Französisch-romantisch in der Grundanlage, nicht schreiend, nicht lärmend, sattes aber nicht brüllendes Fortissimo. Ein allseits wunderschönes Instrument. Der Kircheraum bietet reichlich Nachhall. Dennoch verschwimmt der Klang der Orgel nicht.

Hier durften drei Studierende (zwei bei Prof. Dr. Martin Sander, einer bei Prof. Arvid Gast) ihr Können zeigen. Und diese Chance wußten alle drei zu nutzen.

Mona Rosdestvenskyte, geb. 1994, bot zunächst den „Vers l’espérance“ aus Trois Poèmes pour orgue von Thierry Escaich. Das ist ein dicht gewebtes Stück von großer Ausdruckskraft. Und das wußte Rosdestvenskyte zu vermitteln. Es folgten Sicilienne und Toccata aus op. 5 von Duruflé. Schöne Registrierung - die Orgel bietet hier alles Notwendige - und große Virtuosität.

An zweiter Stelle Fabian Luchterhand, geb. 1995. Der brachte zunächst eine eigene Komposition mit dem Titel „Nocturne“ von 2016. Überwiegend ruhiger Duktus, schöne Klangentfaltung, dunkle Farben gelegentlich durch grelle Blitze zerschnitten. Am Ende ritardierendes Tremolo auf dem Tiefbass. Es folgten Prélude et Fugue sur le nom d’Alain op. 7 von Duruflé. Das lief schön gleichmäßig mit herrlichem Solo, die Fuge begann regelrecht zu swingen.

Als dritte ging Anastasia Kovbyk , geb. 1990, an die Konsole. Die wechselte zur deutschen Romantik und spielte zunächst Fuge Nr. 3 aus sechs Fugen über den Namen BACH von Schumann. Das entwickelte sich in großer Ruhe und Geschlossenheit. Große Spannungsbögen aufzubauen und zu halten, das machte Kovbyk keine Probleme: Nach fulminantem Einstieg ging sie mit Bedacht und Übersicht durch die Strophen von „Halleluja, Gott zu loben“ von Reger. Das lief zielstrebig auf die Fuge zu, der Übergang war absolut zwingend. So erlebte man wieder einen großen Reger in erstklassiger Interpretation.

Hut ab vor soviel Können in so jungen Jahren! Da kann man nur viel Erfolg für die Zukunft der Künstler wüschen. Jeden möchte man wiederhören. Der Applaus der max. 70 Hörer war denn auch stark und herzlich.

Gruß Clemens Schäfer

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