Johann Vexo u. a. in Concert

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Clemens Schäfer
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Johann Vexo u. a. in Concert

Beitrag von Clemens Schäfer » Mittwoch 26. Oktober 2016, 23:22

11. ido: Von Bach bis Duruflé, so lautete der Titel des Orgelkonzerts mit Johann Vexo am 26.10.2016 in St. Margareta, D-Gerresheim.

Vexo begann mit Praeludium und Fuge e-moll BWV 548. Das kam sauber, in gutem Tempo, stilsicher registriert. Es machte Freude, den musikalischen Wendungen zu folgen: Alles war gut durchhörbar.

Schön registriert war auch BWV 653, An Wasserflüssen Babylon. Für solche Musik ist die Orgel geschaffen, hier bewährt sie sich bestens. BWV 655, Trio super: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, erschien dagegen etwas zu dicht und leicht dumpf.

Von Widor gab es Häppchen: Das Andante sostenuto aus der Gothique und das Finale aus der Sechsten. Und am Ende stand Duruflés Suite op. 5. Die französische Abteilung des Konzerts hatte es klanglich schwerer. Vexo mühte sich redlich. Aber die völlig richtige Flöte fürs Andante sostenuto gibt es hier halt nicht. Auch sonst blieben notgedrungen Wünsche offen. Technisch lief alles prima. Und so war denn auch der Beifall der über 100 Hörer mächtig: Zugabe Intermezzo aus der Sechsten Widor.

Eine schöne Tradition ist inzwischen, daß während des ido die Lunchtimeorgel in der Johanneskirche von Meisterschülern der Orgelklasse Jürgen Kursawa (Robert Schumann Musikhochschule) bestritten wird. Am 12.10. spielte Jiyoung Kim (Konzertexamensstudentin) Liszts „Ad nos“. Das war wohlüberlegt und klug registriert - nie zu dick und immer auf Hörbarkeit der Struktur bedacht. Im langsamen Teil drohte der Bogen zu brechen, da klang es mitunter wie Einzelepisoden. Aber sie fing sich und hatte einen sehr zwingenden Zieleinlauf. Am 26.10. war es Dasum Yoon (Konzertexamensstudentin) die mit nicht weniger als Regers Te Deum op. 59/12 und der Fantasie op. 57 aufwartete. Beides war großartig. Da steht man da und staunt. Am 19.10. hätte ich Viernes Dritte hören können, war aber nicht in Düsseldorf. Statt dessen besuchte ich am 20.10. das Mittagsgebet im Bremer Dom. Hier spielt Dr. Gravenhorst. Das Eingangsstück könnte aus englisch-amerikanischer Romantik gewesen sein, das Schlußstück (Nun danket alle Gott) war vielleicht von Karg-Elert. Leider konnte ich Dr. Gravenhorst nicht ansprechen - er war offenbar mit jemand anderem verabredet und verschwand mit diesem eilends. Immer wieder ist es schön, den klanglichen Möglichkeiten dieses großen Instruments zu begegnen, zumal Dr. Gravenhorst sich offenbar bestens vorbereitet hatte.

Gruß Clemens Schäfer

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