neuer Spieltisch, Friedenskirche, D-Unterbilk

Informationen und Diskussionen zu allen Bereichen rund um die Orgel herum,
z.B. Vorstellung der eigenen Kirchengemeinde, Konzert- und Gottesdienstgestaltung, Konzertberichte, Sparmaßnahmen in der Gemeinde, Organisation, usw.
Antworten
Clemens Schäfer
Beiträge: 144
Registriert: Samstag 16. November 2013, 19:31
Wohnort: Düsseldorf

neuer Spieltisch, Friedenskirche, D-Unterbilk

Beitrag von Clemens Schäfer » Freitag 15. Juli 2016, 21:56

Hallo Forum,

Andreas Petersen hatte zur Vorstellung seines neuen Kombinationsspieltisches eingeladen.
Gekommen waren wohl einige engagierte Gemeindemitglieder, wenige von Angesicht bekannte
Besucher von Orgelkonzerten, ein paar Freunde des Kantors, ein weiterer Kirchenmusiker der
Gemeinde (Name ist leider nicht verstanden worden) und der Erbauer der Konsole, ein Herr
Schmidt (phonetisch). Insgesamt waren es aber nicht mehr als 15.

Vor dem Altar standen zwei Spieltische: Ein weißes Gerät mit drei Manualen, Pedal, zwei
Schwelltritten und Touchscreen: Hier wurde “Hauptwerk” vorgeführt. So spielte Petersen am Ende
der Veranstaltung dort die C.-C-Orgel der Kathedrale in Metz mit Boellmans Toccata aus der
Gothique. Die entsprechenden Lautsprecher waren rechts und links in der Apsis verteilt, ein
Subwoofer kam hinzu. Das klang schon sehr echt.

Star des Abends war aber der braune (passend zu Hauptorgel, Bänken) Kombispieltisch mit großer
Pianoklaviatur und drei darüber angeordneten Orgelmanualen. Pedal, Schwelltritt (wirkt bei der
Pfeifenorgel als Registerschweller, ein richtiges Schwellwerk ist nicht vorhanden) und
Dämpfungspedal (Klaviermodus) stehen den Füßen zur Bedienung. Auch hier gibt es einen
Touchscreen, ferner verschiedene Geräte zur Klangerzeugung, -mischung und -verstärkung. Die
Orgelmanuale dienen zum Anspielen der von-Beckerath-Hauptorgel, die bei der letzten
Renovierung midifiziert wurde. Selbst ein- und ausschalten läßt sich die Pfeifenorgel vom neuen
Spieltisch. Auf dem Touchscreen ist das Registertableau der Pfeifenorgel zu sehen, eingeschaltete
Register und Koppeln wechseln die Farbe. Das Pianomaual ist ein Keyboard der mannigfachen
Möglichkeiten. So spielte Petersen das “in paradisum” mit “echter” Harfe vom Klaviermanual und
Orgelbegleitung von den oberen Manualen (die Kitschgrenze wurde sichtbar!). Ein barockes
Konzert wurde mit “echter” Oboe als Solo angespielt. Aber es gibt auch Kinoklänge, Sythesizer etc.
Der Versuch, Orgel mit Klavier zu bieten, muß an diesem Abend als gescheitert gelten. Ich hörte
eher ein ältliches, dumpfes Hammerklavier, nach Revision der Einstellungen eher eine Celesta. In
den Datenbänken wird sich auch ein Steinway finden; man wird gewiß erfolgreich danach suchen.

Nur am Rande und sehr kurz wurde erwähnt, daß die Register der Pfeifenorgel auch auf das
Klaviermanual gelegt werden können (hoffentlich habe ich das richtig verstanden!). Das würde das
Spiel sicher erleichtern, ist doch das dritte Orgelmanual hier schon das vierte.

Der Gebrauch des neuen Kombispieltisches als virtuelle Orgel konnte noch nicht vorgeführt
werden. Für die nötigen Programmierungen hätte die Zeit gefehlt. Deshalb stand auch der weiße
Spieltisch in Aktion, wo die Besucher immerhin “Hauptwerk” live erleben konnten. Im Endstadium
des Aufbaus soll das dann aber auch von der neuen Konsole möglich sein.

Gruß Clemens Schäfer

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast