Überchor

Informationen und Diskussionen zu allen Bereichen rund um die Orgel herum,
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olds
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Überchor

Beitrag von olds » Mittwoch 13. Juli 2016, 12:57

Wie haltet ihr es mit Abänderung der Melodie in der Gemeindebegleitung.

Ich habe meine Gemeinde soweit, dass die es gewohnt sind, dass ich zu besonderen Anlässe und wenn es mehrere Stropfen gibt, ich gerne mal die Melodie abändere, also meist den Ton umspiele (wie heisst der Fachbegriff nochmal? :| ).

Mir sind im Internet jetzt Liedsätze in die Hände gefallen, wo der Cantus Firmus im Tenor liegt und A uns S recht feierlich geben.

Macht es sinn sowas zu üben? Ist ja schon eine gewisse Zumutung an den Gottesdienstbesucher.

kjz1
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Re: Überchor

Beitrag von kjz1 » Mittwoch 13. Juli 2016, 14:41

Es kommt auf die Gemeinde an. In unserer Gemeinde variiert unser Organist auch schon mal die (improvisierte) Begleitung, aber nur, wenn die Kirche sehr gut gefüllt ist und bei bekannten Liedern, wo man recht sicher sein kann, dass die Gemeinde unbeirrt 'durchsingt'.

kernspalter
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Re: Überchor

Beitrag von kernspalter » Mittwoch 13. Juli 2016, 19:17

Die Melodie abzuändern (zu kolorieren) ist nicht immer eine gute Idee, vor allem, wenn die Abänderung darin besteht, statt des Melodietons einen benachbarten Ton - eine Sekunde höher oder tiefer - zu greifen.
Den Cantus firmus in den Tenor oder Alt zu legen kann gut klingen und gut funktionieren, wenn der cantus firmus deutlich registriert ist und die Gemeinde einigermaßen sicher singt. Bei Gesängen, die die Gemeinde "noch üben muß", sind Künsteleien eher fehl am Platz.
Mit kernspalterischen Grüßen

violdigamb
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Re: Überchor

Beitrag von violdigamb » Mittwoch 13. Juli 2016, 20:08

Kleine Literaturempfehlung:

ortus organum
om166 / Band 4
Hans Martin Corrinth
Orgelbegleitsätze mit cantus firmus in allen Stimmlagen
zu 130 ausgewählten Liedern des Evangelischen Gesangbuchs

http://www.ortus-musikverlag.de/index.p ... om166.html

Klangschöne und abwechslungsreiche Begleitsätze (3- und 4-stimmig), meist vier oder mehr Sätze zu überwiegend traditionellen Melodien!

Viele Grüße,

violdigamb

olds
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Re: Überchor

Beitrag von olds » Mittwoch 13. Juli 2016, 22:12

Es handelt sich bisher nur um einen typischen "Kirchenlied-Schlager":

Nun danket all und bringet ehr.

Da unser Chorleiter gerne bei vergleichbaren "Hits" eigene Chorsätze mit Überchor schreibt, habe ich so eine gewisse Anleitung, was geht und was nicht. Wenn ich das dann mal mache, ist es schon deutlich von dem angestoßen.

Wobei das von Kernspalter genannte mit mein Sorgenkind ist: Die Orgel ist ja einmanualig, ich kann mit dem Tenor also nicht in eine gesonderte Registrierung gehen.

malle235
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Re: Überchor

Beitrag von malle235 » Mittwoch 13. Juli 2016, 23:43

Die Empfehlung von violdigamb kann ich nur bestätigen. Hab mir das Buch neulich in einer Musikbibliothek ausgeliehen, werde es mir aber demnächst auch kaufen.
Ist halt gut dafür geeignet um mal Improvisationen mit C.f. im Alt/Tenor/Bass zu üben oder um daraus ein kleines Vorspiel zu entwickeln

Ronald Henrici
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Re: Überchor

Beitrag von Ronald Henrici » Mittwoch 7. Dezember 2016, 20:03

Eigentlich ist die Angelegenheit mit C.F. im Tenor oder Bass nicht neu. In meiner Zeit als Schüler, den den Schulgottesdienst begleitet hat, habe ich damals schon einer Organistin zugesehen, die den C.F. mit der linken Hand in Tenorlage gespielt hat (zweimanualige Orgel) und dazu neben 8,4,2 Fuß - Lage eine Sesquialtera hinzugezogen hat. Es klng sehr überzeugend, weil stärker registriert als Alt und Sopran in der rechten Hand, und hat die Gemeinde damit gut geführt.
Selbst neige ich auch bei mehrstrophigen Liedern, einmal die Melodie ins Pedal zu legen, einmal in den Tenor zu legen, und die anderen Stimmen je nach Charakter des Liedes im Rahmen der vorgegebenen "Harmonielehre - Gesetzlichkeiten". frei zu improvisieren.
Große Schwierigkeiten habe ich allerdens damit, wenn ich die Melodie in die Altlage setzen will, da kmmt dabei das Spiel eines Trios heraus.
Generell muß ich sagen, daß das Spiel der Melodie in den anderen Stimmen als im Sopran sehr viel schwieriger ist und viel Übung darin voraussetzt.
Gruß
Ronald
he: Orgel spielen heißt:einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren. (Ch.M.Widor)

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