Iveta Apkalna in St. Lambertus, D-Altstadt

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Clemens Schäfer
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Iveta Apkalna in St. Lambertus, D-Altstadt

Beitrag von Clemens Schäfer » Mittwoch 6. Juli 2016, 12:16

Hallo Forum,

das Juli-Konzert der Internationalen Orgelkonzerte an St. Labembertus, Düsseldorf-Altstadt, wurde
von Iveta Apkalna gestaltet. Am Anfang und Ende stand Joseph Jongen (1873-1953); ein
Zeitgenosse Regers und Karg-Elerts, der allerdings längst nicht so modern und
experimentierfreudig war wie diese. Dennoch lohnt es sich, seine Musik nicht ganz zu vergessen.
Am Anfang des Konzerts erklang “Toccata” mit großem Zugriff und Klangfülle.

Danach wurde es intimer. Für Orgel bearbeitet (H. Breuer) folgte die Maurerische Trauermusik KV
477. Einzelne, angerissene Streicherakkorde auf der Orgel darzustellen, ist schwierig. Da kam die
Bearbeitung an Grenzen. Duktus und Stimmung wurden dagegen gut getroffen.

An dritter Stelle stand die Vierte Sonate von Mendelssohn. Stilsicher mit Glanz bzw. majestätisch
lebhaft die Ecksätze mit reicher Besetzung, zart und ausgedünnt besetzt die Binnensätze. Eine
schöne Interpretation.

Das konnte man auch zu Bachs Dritter Triosonate d-moll BWV 527 sagen. Hier nutze Apkalna
ausschließlich die Chororgel, was zu einer kammermusikalischen fein abgestuften Darbietung
führte.

Schließlich kam op. 94, Sonata Eroica, von Jongen. Die begann im ff “Modéré” aus der Turmorgel
und bot so den wohl gewollten ungeheueren Dynamik-Gegensatz zum Vorherigen. Toller Effekt,
der durch Mark und Bein ging. Auch sonst spielte Apkalna das Stück mit leisen, lyrischen Stellen
ebenso gekonnt aus wie bei den großen fülligen Passagen. Herrlich stand dann der Schlußakkord, in
dem man regelrecht baden konnte.

Der Nachhall wurde abgewartet, dann brach der Beifall los. Etwa 150 Hörer hatten sich
eingefunden. Die Zugabe war ganz fein: Avo Pärt, Mirror in mirror. Unendliche Musik im
Minimal-Stil. Bestens durchgehalten.

Eine Interpretin, die weiß, was sie macht und kann und dabei bescheiden auftritt. Da fliegen ihr
rasch die Herzen zu. Und eine Orgel, die ihr gerne und reichlich bietet, was sie braucht.

Gruß Clemens Schäfer

P.S. 01.08.2016, 19:30h, ebenda, Étienne Walhain (Bach 903, Vivaldi, Brahms, Franck, Reger)

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