C-Prüfung: Sinn - Unsinn - Zukunft

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olds
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C-Prüfung: Sinn - Unsinn - Zukunft

Beitrag von olds » Dienstag 24. Mai 2016, 11:37

Folgende praktische Frage zur C-Prüfung.

In jüngeren Jahren habe ich die genannte Ausbildung aus verschiedenen Gründen nicht in Angriff genommen, auch wenn ich vom Können her eigentlich schon zur Klientel gehöre, bei meiner D-Prüfung stieß die Tatsache, dass ich nicht C gemacht habe, bzw. zeitnah machen möchte, auf gewisses Unverständnis der Prüfungskommission.

Jetzt hat sich in meinem Leben einiges etwas anders entwickelt und ich muss mir überlegen, welche Schulungen und Kurse für mich relevant sein werden. Statt akademischer Laufbahn wurde es nach Studienabschluss eine normale kaufmännische Angestelltenkarriere, ich muss mich also um berufliche Weiterbildungen und Zertifizierungen sorgen.

Am Sonntag hatte ich dann zufällig ein angeregtes Gespräch mit einer pastoralen Mitarbeiterin über die Zukunft der Kirchengemeinden in der Stadt und dem Umland. Kaum haben wir hier die neue Struktur eingenommen, geht es mit Riesenschritten zur nächsten Reform, denn 2018 geht schon der erste Priester in Ruhestand.

Die Frau teilt daher meine Meinung, dass in den nächsten Jahren so manche Filiale und kleine Gemeinde mit dem Aus (hier hat sie schon 2 Namen im Flurfunk gehört) oder zumindest einer einschneidenden Reduzierung der Gottesdienste rechnen muss.

Da ich natürlich regelmäßig Gottesdienste begleiten möchte sehe ich da ein Problem auf mich zurollen.

Die Zahl der Gelegenheiten wird abnehmen, gleichzeitig tummeln sich dann mehr C´ler an wenigen Orgeln. Ich habe mit meiner festen Stelle natürlich da erstmal Ruhe, aber mittelfristig sehe ich schon den Umstand, dass wir "einfachen Organisten" dann 2-3 im Jahr nur noch vertreten oder so Schmankerl wie Messe zum Herz Jesu Freitag um 16:00 spielen dürfen.

Wäre es langfristig also sinnvoll noch C zu machen? Also irgendwie mal zwischen mögliche berufliche Weiterbildungen quetschen. Vom Orgelspiel her habe ich meinen Stand, mein Unterricht war gründlich und anspruchsvoll. Chorleitung hat und wird mich nie interessieren, es ist also mit Kanonen auf Spatzen schießen, nur: Ich habe das Zeugnis nicht. Und vielleicht brauche ich es mal?

violdigamb
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Re: C-Prüfung: Sinn - Unsinn - Zukunft

Beitrag von violdigamb » Mittwoch 25. Mai 2016, 00:01

Hallo olds,

ich weiß ja nicht, wie es auf katholischer Seite gehandhabt wird (frag doch mal Deinen Dekanats- oder Regionalkantor), aber im Bereich der Evangelischen Kirche im Rheinland wird eine katholische C-Prüfung nach Absolvieren eines Kolloqiums anerkannt. Es sollte mich wundern, wenn es andersherum anders wäre. Es gibt auch die Möglichkeit zum Ablegen einer Teilbereichsprüfung, z.B. nur als Organist.

Eine gut berufsbegleitend zu bewältigende Möglichkeit dazu besteht an der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte in Schlüchtern (www.kmf-info.de). Die Ausbildung basiert dort auf ein- bzw. zweiwöchigen Kursen. Das Ablegen der C-Prüfung nach einem Kurs ist zwar theoretisch möglich, wird aber dort nicht gern gesehen, weil die Anforderungen im Bereich des Spielens nach Choralbuch (obligates Spiel vierstimmiger Sätze vom Blatt) und der Musiktheorie (Generalbassaussetzung eines Schemelli-Satzes) recht hoch sind. Aber mit zwei Kursen ist das Ganze immer noch überschaubar.

Soweit ich weiß, unterrichtet der Simmerner Kantor Joachim Schreiber gelegentlich dort. Das scheint ja bei Dir um die Ecke zu sein. Er kann Dir sicher genaueres sagen.

Viele Grüße,

violdigamb

Ronald Henrici
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Re: C-Prüfung: Sinn - Unsinn - Zukunft

Beitrag von Ronald Henrici » Mittwoch 7. Dezember 2016, 20:21

Wenn man die D-Prüfung schon hat, dürte es nicht schwer sein, die C-Prüfung nach einem Kursus von einer Woche mit gezielten Themen schon anzustreben. Es kommt darauf an, mit dem Leitenden des Kurses vorher einmal ein Gespräch zu führen, das meines Wissens immer sehr positiv geführt wird. Das ist auch auf katholischer Seite so und nach meinen Beobachtung einiger Aspiranten sogar noch etwas einfacher, weil keine "Landeskirchliches Plazet" gegeben werden muß.
Übrigens sieht die Zukunft für D- und C-Musiker in ihrer Ausübung recht vielversprechend aus, weil bei Kirchens gespart wird, und beide Kirchen versuchen immer intensiver, Stellen mit nebenberuflichen Musikern, die über einen Hauptberuf sozialversichert sind, besetzen zu wollen, auch weil es immer weniger Gottesdienste gibt oder sehr oft nGottesdienste in unmittelbaren nachbarschaften parallel liegen.
Diese Entwicklung zu den "nebenamtlichen Stellen" läßt sich auch daran ablesen, daß die Aufwandsentschädigungen in den letzten Jahren kontinuierlich steigen. Gewiß die Gehälter steigen bei den Hauptamtlichen auch, haben aber netto nicht die "erhöhende" Wirkung wie bei den Aufwandsentschädigungen.
Gruß
Ronald
he: Orgel spielen heißt:einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren. (Ch.M.Widor)

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