Immaterielles Kulturerbe

Informationen und Diskussionen zu allen Bereichen rund um die Orgel herum,
z.B. Vorstellung der eigenen Kirchengemeinde, Konzert- und Gottesdienstgestaltung, Konzertberichte, Sparmaßnahmen in der Gemeinde, Organisation, usw.

Orgelbau und Orgelmusik als Weltkulturerbe ...

Umfrage endete am Mittwoch 4. Mai 2016, 08:34

... sind eine Chance, Interesse zu wecken
6
43%
... werden nichts an dem Desinteresse der Gesellschaft ändern
3
21%
... sind für unsere Gemeinde und unser eigenes Orgelumfeld förderlich
2
14%
... sind für mich als Organist und Kirchenmusiker bedeutungslos
2
14%
... - dazu brauche ich mehr Informationen.
1
7%
 
Abstimmungen insgesamt: 14

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Re: Immaterielles Kulturerbe

Beitrag von Administrator » Mittwoch 20. April 2016, 20:28

Ein Werbefilm zum "Immateriellen Kutlturerbe" ist jetzt auf Youtube zu finden.
https://youtu.be/79d9Dd2Cz-g

olds
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Re: Immaterielles Kulturerbe

Beitrag von olds » Mittwoch 20. April 2016, 21:38

Der Orgelbau unterliegt nunmal auch den Gesetzen des Marktes und wenn ein Markt gesättigt ist, dann muss ich mir was anderes einfallen lassen.
Oder sollen wir alle 40 Jahre neue Klangideale ausrufen und die Orgel rausschmeißen? Ich kann da niemandem einen Vorwurf machen.

Die ganze Sache mit "Orgelstars" und Kirchenbands hat leider einen großen Haken:

Wir bleiben nach wie vor in der Kirche. Diese Entwicklung lässt sich immer wieder mal beobachten. Sobald den "Wünschen des Kirchenvolkes" entsprochen werden kann und eine Musikgruppe vor Ort ist, gibt es einige gut besuchte Gottesdienste, danach flacht das recht bald wieder ab. Eben weil das eigentliche Geschehen sich nicht geändert hat und es sich nach wie vor um eine negativ besetzte kirchliche Veranstaltung handelt.

In der von mir bespielten Kirche gibt es im Umfeld eine Kirchenband mit inzwischen 3 professionellen CD-Aufnahmen und teilweise Auftritten deutschlandweit. Spielen die in normalen Messen kommen nicht signifikant mehr Gottesdienstbesucher. Es ist sogar meist so, dass die Musikgruppe noch nicht mal komplett ist. Irgendeiner hat immer einen Termin oder ist kränklich. Oder wie jetzt letztens passiert: Die Sängerin gibt bei einer Konzertveranstaltung am Vorabend sonstwo (die kamen erst spätnachts heim) den letzten Rest und meldet sich am Morgen der Erstkommunion mit zersägter Stimme ab. Spielen die auf einer Bühne ein Konzert, sind´se komischerweise immer komplett.

Das größte Problem der Orgel ist für mich die einzigartige Zwitterfunktion zwischen der sakralen Rolle und dem Kulturgut. Die Fähigkeit, eine Orgel zu spielen und zum klingen zu bringen wird eigentlich von jedem Menschen bewundert. Dadurch, dass man sonntags früh aufsteht um eine Messe zu spielen oder dass man all seine Wochenenden für die Orgel verplant, macht man sich jedoch selbst wunderlich.

Zwar vielleicht ein bißchen außerhalb der eigentlichen Fragestellung aber grad so als Hinweis auf Veranstaltungstechnik. Ich kenne fast keine Kirchenband, die in größerem Rahmen von der Gemeinde gesponsert wird (grell-hell erleuchtete Freikirchler mal ausgenommen). So ein Equipment liegt ziemlich schnell mal im unteren 5-stelligen Bereich, da kriegt jeder Pfarrer schnell wieder seinen Asthmaanfall.

Und allgemein zu "Kirchenbands": Da muss man dann halt als Organist die spanischen Cojones und den deutschen Mumm haben und sich mit reindrängeln. Ich bin mal so frech gewesen und habe kundgetan, dass ich auch noch da bin. Seitdem gestalten wir die Messen gemeinsam.
Nur sollte ich als Organist dann auch entsprechende Literatur haben und Duftmarken setzen können.

Holger

Re: Immaterielles Kulturerbe

Beitrag von Holger » Donnerstag 21. April 2016, 07:06

Ich bin mal so frech gewesen und habe kundgetan, dass ich auch noch da bin. Seitdem gestalten wir die Messen gemeinsam. Nur sollte ich als Organist dann auch entsprechende Literatur haben und Duftmarken setzen können.
Das ist ja durchaus erfreulich, wenn es bei Euch klappt, leider höre ich viel zu oft, dass es da Probleme mit der Revierabgrenzung gibt und das ganze eher im Bereich des Konflikts liegt.

Schön, betreibt es auf jeden Fall weiter so.

Nachthorn
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Re: Immaterielles Kulturerbe

Beitrag von Nachthorn » Donnerstag 21. April 2016, 08:16

[quote="olds"]... Spielen die auf einer Bühne ein Konzert, sind´se komischerweise immer komplett.

Da werden sie wahrscheinlich auch angemessen entlohnt und nur wer mitspielt bekommt seinen Teil der Gage.
Wenn die Band in den Gottesdiensten für Gotteslohn oder Almosen spielt, und der Gottesdienstbesuch nicht zahlreich ist, kann ich gut nachvollziehen, dass klare Prioritäten gesetzt werden.

Gruß, Nachthorn

olds
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Re: Immaterielles Kulturerbe

Beitrag von olds » Donnerstag 21. April 2016, 09:04

@ Holger:

Mir kommen da schon Strukturen entgegen. Besagte Kirchenband ist bis auf zwei Ausnahmen in meinem Alter, deren "Chef" ist auch einer der Küster, wir sehen uns jede Messe und verstehen uns gut.

Ebenso hat diese Gemeinde kein ausuferndes "Ausschuss-Wesen", meine Wohnortpfarrei hier hat schon fast einen Ausschuss für jede einzelne Bohne in der Suppe und nochmal einen Ausschuss für jeden Ton, der am Tag nach dem gemeinschaftlichen Mahl in der Gemeinde entfleucht. Und da ist es halt schon so, dass da weniger die Musiker gegeneinander arbeiten, sondern halt die Ausschüsse, weil die sich ja beweisen müssen. Und wenn dann die "Junge Band" zum Jugendausschuss gehört, der Liturgieausschuss aber NGL im Chorsatz vom "Jungen Chor" singen lassen will, dann kommt es halt schon mal vor, dass am Osterdienstag schnell morgens noch eine Sitzung ist, bei der das Programm des Weißen Sonntag in Teilen abgeändert wird, was der Chorleiter des regulären Kirchenchores aber erst im letzten Drittel der Probe erfährt. Unter Erschwernis der Tatsache, dass keine Einigung gefunden wurde und sich die Ausschüsse nochmal vertagt haben.

(Der von mir und dieser Band zu spielende Gottesdienst hingegen stand schon 4 Wochen vorher. Der Pastoralreferent ließ schon im letzten Jahr unter den Katecheten einen "Musikbeauftragten" wählen und die beiden machten zusammen den Plan.

@Nachthorn
Nicht ganz. Lustigerweise machen die das so, dass Auftritte grundsätzlich auf Spendenbasis gespielt werden und diejenigen, die komplett gespielt werden gehen in die Bandkasse, bei Auftritte mit veminderter Besetzung wird durch die anwesenden Köpfe geteilt.

Aber auf´s Jahr gerechnet macht das dann vielleicht höchstens 100,00€, wenn man öfters mal nicht da ist. Ob ich mich also für einen Gottesdienst morgens aus dem Bett schäle um 15,00€ abzugreifen oder mich nochmal rumdrehe........

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Re: Immaterielles Kulturerbe

Beitrag von Administrator » Dienstag 26. April 2016, 19:32

Noch ein interessanter Link zum Thema: http://www.ekd.de/aktuell/edi_2016_04_1 ... orgel.html

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Re: Immaterielles Kulturerbe

Beitrag von Administrator » Dienstag 26. Juli 2016, 13:00

Ein Beitrag in unserem Blog zu diesem Thema:

http://blog.orgel-information.de/#Orgel ... Kulturerbe

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