Inaktive Gemeinden ...

Informationen und Diskussionen zu allen Bereichen rund um die Orgel herum,
z.B. Vorstellung der eigenen Kirchengemeinde, Konzert- und Gottesdienstgestaltung, Konzertberichte, Sparmaßnahmen in der Gemeinde, Organisation, usw.
Antworten
Benutzeravatar
Administrator
Site Admin
Beiträge: 820
Registriert: Donnerstag 7. September 2006, 16:31
Wohnort: Celle
Kontaktdaten:

Inaktive Gemeinden ...

Beitrag von Administrator » Montag 25. Januar 2016, 08:55

Liebe Forum-Leser und -Schreiber,

ich kenne einen Pastor bei uns im Ort, der es leid ist, immer nur vor einer Gemeinde von 8-10 Besuchern zu predigen. Es stört ihn und er ist dadurch auch unmotiviert und frustriert. Aber in dieser kleinen Gemeinde gibt es keinerlei Leben mehr, keinen Kirchenvorstands-Sitzungen, keine Gespräche, keine Ideen. Es entwickelt sich nichts und niemand hat Interesse daran, etwas voranzubringen. So stirbt die Gemeinde langsam aber sicher.

Manch einen Organisten stört vielleicht auch, dass er eine Gemeinde begleiten soll, die eigentlich gar nichts existent ist. Der Gesang ist schaurig und kaum zu hören. Da fällt es schwer, selbst Begeisterung zu vermitteln.

Wie geht Ihr damit um? Zieht Ihr Euch zurück und macht nur noch "Dienst nach Vorschrift"? Oder engagiert Ihr Euch, gestalten Ihr Musiken in der Woche? Wie finanziert Ihr das, wenn kein Budget da ist?

Dorforganistin
Beiträge: 48
Registriert: Freitag 10. April 2015, 15:26
Wohnort: Wetterau, Hessen

Re: Inaktive Gemeinden ...

Beitrag von Dorforganistin » Montag 25. Januar 2016, 11:51

Das Problem der "Inaktivität" ist vielschichtig. Ich kenne das durchaus auch, in unterschiedlicher Ausprägung. Einer allein kann das nicht lösen, da müssen mehrere Leute Ideen sammeln und an einem Strang ziehen. Und man darf sich auch Hilfe holen.

Zur Kirchenmusik: ich spiele auch für zwei Leute so motiviert und begeistert wie für zweihundert Leute. Denn diejenigen, die kommen, muss ich ja nicht auch noch dadurch vergrätzen, dass ich lustlos meine Stücke runternudle. Begeisterung vermitteln kann ich auch, wenn wenige Leute da sind. Und gerade dann lässt sich doch musikalisch etwas tun, und sei es, etwas dezenter zu registrieren und selbst laut mitzusingen, oder statt der Orgel mal ein Begleitinstrument zu wählen, das ich mit zu den Sängern nehmen kann, um im kleinen Kreis einfach "näher dran" zu sein.

Für mich ist es ein Zeichen von Professionalität als Musikerin, mir für wenige Leute genauso viel Mühe zu geben wie für viele Leute.

olds
Beiträge: 198
Registriert: Donnerstag 26. Juli 2012, 08:43

Re: Inaktive Gemeinden ...

Beitrag von olds » Samstag 12. März 2016, 07:32

2002 hatte ich da mit einer netten Regelung zu kämpfen.

Ich habe in einer großen protestantischen Gemeinde (3 "Hauptkirchen", ca. 5 teilweise wirklich kleine Dorfkirchen) ausgeholfen und für die kleineren Dorfkirchen galt die Regel, dass inklusive Personal (Küster, Pfarrer, Organist) sieben Personen anwesend sein müssen. Waren es weniger, sollte der Gottesdienst nicht stattfinden. Es war der Herr Pfarrer, der dann am lautesten leise in sich hineinfluchte, wenn kurz vor knapp die Tür aufgegangen ist und sich noch ein viertes altes Omilein zu den drei anderen alten gebrechlichen Damen gesellte. Der Kerl hatte da echt nicht Lust.

Jetzt hier in unserer (neuen, "Struktur 2015" - Pfarrei) hat man sich das ein Jahr angeschaut und für die beiden besucherschwächsten Gemeindem (die auch noch nett abseits im Wald liegen, teilweise 25 - 30 Minuten Anfahrt) gilt nun folgende Regelung: die haben 4 Heilige Messen im Jahr, 2 davon an Feiertagen, dafür fällt in der Nachbargemeinde die Messe aus. Darüber hinaus werden aber gerne Gottesdienste angeboten, wenn die Gemeindemitglieder das organisieren und wünschen und gesichert ist, dass eine gewisse Mindestanzahl von Gläubigen kommt. Mindestanzahl heißt da dann mehr, als die hier genannten 8-10.

Also ich muss mich bei sehr schwachem Besuch dann immer noch mehr konzentrieren, da ich dann sehr unsicher bin, den Gesang hört man dann ja fast nicht- wenn die Orgel zumindest einigermaßen gut klingend registriert sein soll.

Witzig war eine Taufe im Januar in unserer großen Hauptkirche, Pfarrer wollte unbedingt Orgel haben. Ich also an der großen Orgel, weit vorne am Altar die Gemeinde, von denen 3 Leute mitsangen. Laut Küsterin, die hat aufgepasst.

Nachthorn
Beiträge: 22
Registriert: Freitag 6. Februar 2015, 09:56

Re: Inaktive Gemeinden ...

Beitrag von Nachthorn » Samstag 12. März 2016, 15:49

olds hat geschrieben:2002 hatte ich da mit einer netten Regelung zu kämpfen.

Ich habe in einer großen protestantischen Gemeinde (3 "Hauptkirchen", ca. 5 teilweise wirklich kleine Dorfkirchen) ausgeholfen und für die kleineren Dorfkirchen galt die Regel, dass inklusive Personal (Küster, Pfarrer, Organist) sieben Personen anwesend sein müssen. Waren es weniger, sollte der Gottesdienst nicht stattfinden. Es war der Herr Pfarrer, der dann am lautesten leise in sich hineinfluchte, wenn kurz vor knapp die Tür aufgegangen ist und sich noch ein viertes altes Omilein zu den drei anderen alten gebrechlichen Damen gesellte. Der Kerl hatte da echt nicht Lust.

Gilt da die Regel "Liebster Jesu, wir sind vier" (plus die Menschen, die Geld dafür bekommen, dass sie anwesend sind)?

olds
Beiträge: 198
Registriert: Donnerstag 26. Juli 2012, 08:43

Re: Inaktive Gemeinden ...

Beitrag von olds » Mittwoch 23. März 2016, 06:25

Yes. Galt damals wohl.

Das ist halt ein grunsätzliches Problem, dass besonders in ländlich geprägten Gemeinden die älteren Gläubigen wenig Bereitschaft zeigen, sich auch in andere Kirchen zur Messe/ Gottesdienst zu begeben. Selbst wenn sie noch mobil sind. Man könnte meinen, dass das Wort Gottes in anderen Kirchen weniger Wert ist.

In meinem Herkunftsdorf sorgte daher mal die Fronleichnamsprozession für einen kleinen Skandal. Als Zeichen der Gemeinschaft der Gemeinden der neuen Großpfarrei hatte der Pfarrer in allen Hochämtern und Prozessionen die gleiche Monstranz (aus seiner Hauptkirche) in Verwendung. Das erzürnte dann die Leute in meinem Dorf, man hätte so eine schöne Monstranz und die sei doch erst vor wenigen Jahren restauriert worden.

olds
Beiträge: 198
Registriert: Donnerstag 26. Juli 2012, 08:43

Re: Inaktive Gemeinden ...

Beitrag von olds » Sonntag 31. Juli 2016, 13:14

Gestern habe ich vor ca. 10 Scheintoten, 1 Mann Anfang 40 und 1 Messdiener gespielt.

Gleichzeitig lernte ich die Tage einen jungen Mann kennen, der zugegebener Maßen etwas naiv, treudoof und nicht gerade gebildet ist. Wohnen tut er ca. 45km von hier, sein kleiner Sohn wohnt in der Stadt hier, "seine Gemeinde" ist von seinem Wohnort auch 45km weg, in die komplett andere Richtung.

In "seine Gemeinde" ist er von einem Bekannten geschleppt worden, dort traf ihn der Blitz der Erleuchtung, jetzt verfährt er mächtig Km um dort Gottes Wort zu hören.Nimmt er seinen Sohn zu einer Veranstaltung dorthin mit, sind das dann halt schon fast 200km an einem Sonntag.

Irgendwas machen die etablierten Kirchen falsch.

olds
Beiträge: 198
Registriert: Donnerstag 26. Juli 2012, 08:43

Re: Inaktive Gemeinden ...

Beitrag von olds » Sonntag 16. Oktober 2016, 20:32

Mal ganz was Neues.....

Die Keimzelle meiner Orgelpfarrei ist ein inzwischen ehemaliges Kloster. Die wenigen Patres dort haben mit den Jahren mehr und mehr Kirchengemeinden mitbetreut. Nachdem die Ordensprovinz aber den Beschluss fasste, dass keine weltlichen Aufgaben mehr in der Seelsorge übernommen werden, sind zwei Patres ausgetreten und wurden weltliche Priester.

Mitverwaltet wurde meine Orgelgemeinde dann seit 2011 (noch in Ordenskluft), seit 2014 laufen wir in der neuen Großgemeindestruktur.

Jetzt, wo alles läuft, die Leute zufrieden sind, Freundschaften und Gemeinschaft entsteht geht das Generalvikariat hin und versetzt den ersten der beiden Priester. Da er inklusive der Zeit im Orden 24 Jahre vor Ort sei, wäre es Zeit....

Der andere hat jetzt seine weltliche Priesterausbildung fast fertig (er hat Teile davon nachholen müssen, da seine eigentliche Ausbildung damals ja im Orden stattfand). Er rechnet damit, dass er in ca. 2 Jahren auch gehen muss.

Da das ganze schon bei Übergang in den Dienst der Diözese feststand, fühlen sich die Schäfchen natürlich ziemlich ver*sitzeichgeradedrauf*t. Der Bischof nennt es "Übergang sicherstellen und Kontinuität herstellen", die Gemeinde fragt sich natürlich, wo eben diese Kontinuität sein soll, wenn nach gerade mal 2 Jahren in der neuen Struktur ein neuer Pfarrer kommt.

olds
Beiträge: 198
Registriert: Donnerstag 26. Juli 2012, 08:43

Re: Inaktive Gemeinden ...

Beitrag von olds » Dienstag 3. Januar 2017, 18:43

Betreffend "(In)Aktivität von Gemeinden" hat mein Vadder mir jetzt folgende Anekdote geschildert.

Mein Vadder hat das Glück mehrmals im Monat im wunderschönen Trier unterwegs zu sein. Dort läuft er so spätestens alle 1,5 Jahre auch mal den Herrn T. über die Füße, der 1966-1980 Pfarrer bei uns war. (Und im Anschluss bis zum Ruhestand in eine Gemeinde im Umland von TR wechselte).

Gesprächsthema dabei ist immer wieder T.s´ Nachfolger, auch "Herbie" genannt, dieser pflegte - ganz Vaticanum 2 geprägt - einen offenen Umgang mit dem Gottesvolk, war dabei aber etwas zu leutseelig, was wiederrum bei seinem Nachfolger (nach 1994) zu bösen Konflikten führte. Das war nämlich ein in sich ruhender Intelektueller, der sich an Stellen Respekt erbat, wo der Vorgänger so einiges mit sich machen ließ.

Diese Konflikte führten u.a. dazu, dass sich sonntäglich Fahrgemeinschaften auf die 50km Weg zu "Herbie" machten, um dessen Messe zu besuchen. Jargon im Dorf dazu: Abschätzig "Der Pastor" in Abgrenzung zum wohlwollenden "Unser Pastor".

Aber zurück zu T., den mein Vadder nun öfters per Zufall trifft. T. fuhr eine harte Linie und pflegte nach seinem Weggang keinerlei öffentliche Freundschaften oder Verbindungen. Vermied also alles, was ihn als "graue Eminenz" erscheinen ließ.

Dennoch hielt das so manche Leute nicht ab seine Nähe zu suchen und wie mein Vadder nun berichtete, bekommt T. noch heute, 36 Jahre nach seinem Weggang zu den großen Kirchenfesten und seinem Geburtstag Postkarten mit Wünschen. Von Leuten, die er danach nie mehr gesehen hat und deren Namen er keinem Gesicht mehr zuordnen konnte!
Bei einem Namen konnte mein Vadder aber helfen, dem der langjährigen Kindergartenleitung.

Mich erinnerte das sofort an folgende Begebenheit:

2002-2006 spielte ich ja in einer altmodischen Pfarrei. Also keine Traditionalisten, keine Fundamentalisten, keine Pius-Freunde. Einfach nur bräsig altmodische Christen. Die einfach alles so machen, wie es schon immer war.

Natürlich gab es damals noch ein "Mannhaus", natürlich waren die Sitzplätze da oben auf der Empore seit Jahrzehten fest vergeben und wurde vererbt. Und natürlich war man bis zur Wandlung mit Dorftratsch beschäftigt.

So erfuhr ich, dass ein Pfarrer gestorben war. Den Sonntag drauf konnte ich dann dem Bericht über die Beerdiung lauschen.

Tatsächlich haben es Leute aus der Pfarrei geschafft, der Beerdigung eines Mannes beizuwohnen, der 52 Jahre zuvor für gerade mal 1,5 Jahre das Amt des Pfarrers dort innehatte und der danach praktisch keinerlei Kontakt mehr zu dem Dorf pflegte. Dafür saßen sie 3 Stunden im Auto!

Aber das gehört sich halt so, das war schon immer so und das macht man so.

kjz1
Beiträge: 76
Registriert: Sonntag 17. November 2013, 15:42

Re: Inaktive Gemeinden ...

Beitrag von kjz1 » Mittwoch 4. Januar 2017, 16:35

Man sollte das Beharrungsvermögen von Traditionen - gerade in der Kirche - nicht unterschätzen. Oder - in Marketingsprech ausgedrückt - es kostet nur 10 Euro, einen treuen Kunden zu vergraulen; aber 100 Euro, um einen neuen Kunden zu gewinnen.

olds
Beiträge: 198
Registriert: Donnerstag 26. Juli 2012, 08:43

Re: Inaktive Gemeinden ...

Beitrag von olds » Samstag 7. Januar 2017, 20:49

Die Bedeutung der silbergrauen Gottesdienstbesucher ist mir durchaus bekannt. Sie halten den Laden am laufen und haben in ihrem Leben oftmals viel für ihre Gemeinden getan.

Allerdings sehe ich in ihnen auch eine Gefahr. Durch mein Engagement im Gemeindeausschuss und den dadurch direkten Kontakt zu den ganzen laufenden Neuordnungen in Gemeinden, Dekanaten und Bistümern kenne ich inzwischen so einige Beispiele, wo die älteren Herrschaften eine Art Einstellung nach dem Motto "Nach uns die Sintflut" an den Tag legen.

olds
Beiträge: 198
Registriert: Donnerstag 26. Juli 2012, 08:43

Re: Inaktive Gemeinden ...

Beitrag von olds » Sonntag 8. Januar 2017, 16:21

"Inaktiv" hat in der Kirche ja noch etwas andere Folgen. Wie ich gestern schmerzlich erleben durfte. :D
Dazu am Schluß des Post´s mehr.

Es gibt ja nicht nur Kirchengebäude mit Orgeln drin.

In meinem Heimatdorf steht um geben von einem schon fast parkartigen großen Garten ein Pfarrhaus. Immobilie gehört der Gemeinde.

Erdgeschoss: Pfarrbüro, Büro des Pfarrers, Küche des Pfarrhauses. Mit Gang verbunden nebenan kleines Gemeindezentrum
1. OG Pfarrwohnung und Wohnung der Haushälterin
Unter´m Dach: Archiv und Gerümpel

Zustand: 1993 für die Bedürfnisse des neuen Pfarrers umgebaut. Nach 2 Jahren Leerstand seit 2010 vermietet an eine Familie, dafür musste aber in Eigenleistung so umgebaut werden, dass Vermietung möglich wurde. Hat die Ortsgemeinde dennoch einen netten Betrag gekostet.

Meine Wohnortpfarrei, hier: Kirche im Nachbarort

Gemeindezentrum von der Größe eines Einfamilienhauses unten, Kirche im Hang, Pfarrhaus neben der Kirche.

Zustand: Pfarrhaus lange Jahre an den evangelischen Pfarrer vermietet, seitdem Leerstand, da aufgrund der steilen Auffahrt niemand so recht dort leben möchte. Die noch nötigen Pfarrräume zum Glück geschickt vom Wohnraum abgetrennt.

In meiner Orgelpfarrei
findet sich dann eine Gemeinde mit inzwischen völlig überdimensioniertem Gemeindezentrum. Das Haus ist typisch Anfang 1980er Jahre als noch Geld da war: Großer Saal, große Küche, 4 mal kleinere, mal größere Meditations-, Besprechungs- und Jugendräume. Bausubstanz und Einrichtung ist doch stark "Oldschool" und abgenutzt, also Toiletten, Bodenbelege, ... . Nebenan befindet sich noch ein komplettes Pfarrhaus mit nochmal Büros und sonstigen Räumen.
Schicksal: Ungewiss.

In meiner alten Orgelpfarrei:
Sakristeihaus von der größe eines Einfamilienhauses. INzwischen völlig überdimensioniert, keine alternative Nutzung möglich.
EG: Sakristei von gewaltiger Größe.
UG: Jugendraum und große Toilettenanlage
OG: Größere Raum, kleinerer Raum, größere Küche
Dachgeschoss: Lagerraum.


Zu gestern und meiner Orgelgemeinde:
Ebenfalls in den 80ern wurde hier ein Pfarrhaus errichtet mit großer Pfarrwohnung oben, Küche und größerem Wohnzimmer unten, baulich abgetrennt 3 Büroräume.

Nebenan ein Jugendheim mit Saal, großer Küche, 2 Besprechungs- und Medidationsräumen, Lageraum.

Zustand:
Jugendheim an Zivilgemeinde verkauft mit Nutzungsrecht über 30 Jahre für die Kirchengemeinde.
Pfarrhaus vor 7 Jahren letztmalig umgebaut für den Kaplan (u.a. neue Küche, in der er nach eigenen Angaben nur Kaffee kochte und Pizza aufgebacken hat), der blieb aber nur 2 Jahre.

Pfarrhaus inzwischen ebenfalls an die Zivilgemeinde verkauft, da diese ihre Räumlichkeiten aufgeben muss und absehbar in das Pfarrhaus umzuiehen wird (komplett baufällig).

Da ich gestern die Sternsinger bekochte führte das zu folgendem Chaos:

Alle Töpfe, Tassen, Messer, Teller, Löffel und was man sonst noch braucht sind in dem anderen Gebäude, da das Pfarrhaus eigentlich nicht für Veranstaltungen vorgesehen ist. Aber dennoch bei Gruppengrößen bis ca. 15 Leuten genutzt wird.
Dummerweise hatte ich dann keinen Schlüssel für die Küche im Jugendheim, so dass ich beim Kochen total improvisieren musste.

Gegessen wurde mit Plastikgabeln von Tellern, die sich zufällig im Keller fanden. Als Sieb hatte ich ein sehr kleines, mit dem ich jeweils 2 Portionen Spaghetti abseien konnte. Saucentopf habe ich von einer Nachbarin bekommen, deren große Töpfe allerdings belegt waren. Die Soße stand bis kurz unter´m Rand.
Als Kochmesser verwendete ich mein Mora (Dass ich wegen meinem Outdoorhobby immer irgendwie dabei habe.)
https://www.google.com/url?sa=i&rct=j&q ... 4985549055

Und so Immobilien gibt es zu Hauf. Die Pfarrer waren in den 1960er- 80er doch sehr wild danach zu bauen.

Johannes_B
Beiträge: 5
Registriert: Dienstag 26. Juli 2016, 11:24

Re: Inaktive Gemeinden ...

Beitrag von Johannes_B » Montag 6. März 2017, 14:44

Administrator hat geschrieben:
Montag 25. Januar 2016, 08:55
Liebe Forum-Leser und -Schreiber,

ich kenne einen Pastor bei uns im Ort, der es leid ist, immer nur vor einer Gemeinde von 8-10 Besuchern zu predigen. Es stört ihn und er ist dadurch auch unmotiviert und frustriert. ... Manch einen Organisten stört vielleicht auch, dass er eine Gemeinde begleiten soll, die eigentlich gar nichts existent ist. Der Gesang ist schaurig und kaum zu hören.
Eine geringe Besucherzahl muss nicht unbedingt bedeuten, dass sich die Gottesdienstbesucher kaum am Gottesdienst beteiligen und vom Gesang fast nichts zu hören ist. In einer evangelischen Gemeinde, in der ich fallweise aushelfe, sind meist nur ca. 10-15 Gottesdienstbesucher anzutreffen, das Durchschnittsalter wäre auch eher mit 70+ anzusetzen, aber dennoch ist es zwar nur eine sehr kleine, aber doch aktive Gemeinde. Die geringe Besucherzahl ist mE auch darauf zurückzuführen, dass für viele Gottesdienstbesucher weite Entfernungen zurückzulegen sind, da der Pfarrsprengel zumindest in geographischer Hinsicht sehr groß ist.

In einer kath. Wallfahrtskirche, wo ich auch manchmal aushelfe, kann ich bei Besucherzahlen von 70 und 100-120 Gottesdienstbesuchern jeweils einen stärkeren Gesang als in einer Bezirksstadt im südlichen Niederösterreich wahrnehmen. So meine Beobachtungen zu diesem Thema.

Johannes

Dorforganistin
Beiträge: 48
Registriert: Freitag 10. April 2015, 15:26
Wohnort: Wetterau, Hessen

Re: Inaktive Gemeinden ...

Beitrag von Dorforganistin » Dienstag 7. März 2017, 09:54

Ich habe am Sonntag für etwa 8 Gottesdienstbesucher gespielt - davon waren mindestens 4 kräftige, begeisterte Sänger, so dass ich da auch nicht von "inaktiv" sprechen könnte. Dass es gerade auf dem Land manchmal schwierig sein kann, die Kirche zu erreichen, in der noch Gottesdienste stattfinden, kann ich bestätigen.

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste