10. ido: Harmonienabend in der Friedenskirche, D-Unterbilk

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Clemens Schäfer
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10. ido: Harmonienabend in der Friedenskirche, D-Unterbilk

Beitrag von Clemens Schäfer » Mittwoch 7. Oktober 2015, 12:51

Hallo Forum,

Harmonium und Männerchor: So stell’ ich mir die Hölle vor.

Das 10. ido brachte am 06.10.2015 in der Friedenskirche (D-Unterbilk) eine Veranstaltung unter
dem Titel “4 Harmoniums und 1 Harmonienbuch”. Mit von der Partie waren also vier Instrumente:

ein deutsches Saugwindharmonium vom Typ “Feldharmonium”, gebaut 1960 von Walcker-Meyer
1960 (für die Ausstattung der Bundeswehr?), restauriert durch Klaus Langer (Grevenbroich),

ein französisches Druckwindharmonium, gebaut 1867 von Cauty&Richard,
beide vor dem Altar aufgestellt. Ferner

ein belgisches Druckwindharmonium, gebaut von Balthasar Florence 1885 auf der Orgelempore

und ein französisches Druckwindharmonium, gebaut von Christophe Ètienne 1870 in der Krypta.

Moderiert wurde der Abend durch Andreas Petersen (Kantor der Friedenskirche) und Peer
Konstantin Schober (Musikstudent). Schober eröffnete am Cauty&Richard mit Karg-Elerts
“Hommage à Debussy”, einer ganz herrlichen Pièce. Nach Begrüßung und Einleitung spielte
Petersen dann am gleichen Instrument drei Stücke: Marche von Léfebure-Wély, Andante tranquillo
von Mendelssohn (op.65 Nr.3) und Sortie von Boellman. So konnte man einen ersten Eindruck von
den klanglichen Möglichkeiten bekommen.

Danach spielte Schober jeweils zwei kleine Stücke aus Francks L’Organiste auf dem winzigen
Feldharmonium und den großen von Cauty&Richard.

Alsdann wurde die Zuhörerschaft (immerhin gab es fast 50 Interessierte) in zwei Gruppen geteilt.
Einerseits ging es auf die Orgelempore, wo Schober anhand des dortigen Instruments Register und
Technik erklärte . Am Ende dieses sehr informativen Teils improvisierte er dann (auf Zuruf) über
“Jesu, meine Freude”. Das Instrument auf der Empore erwies sich als besonders klangschön.
Gerade die leisen und milden Register wußten sehr zu gefallen.

Die andere Gruppe bekam in der Krypta von Petersen eine Demonstration des dortigen Instruments.
Drei französische Stücke, darunter das berühmte Prière de Notre Dame von Boellman, zeugten von
einem etwas robusteren Klang - dann Gruppenwechsel.

Wieder im Kirchenraum vereint, bekamen die Hörer nun noch drei Uraufführungen zu hören.
Petersen hatte, auch um das Interesse am Harmonium wachzuhalten, bei drei Düsseldorfer
Komponisten um ein Stück gebeten (siehe Titel: “1 Harmoniumbuch”). Oskar Gottlieb Blarr hatte
eine Komposition beigesteuert, die auf einem Pater noster (1555) des Düsseldorfer
Hofkapellmeisters Martin Peu d’argent fußt. Diese wurde vorgetragen von Peer Konstantin
Schober. Markus Hinz hatte “Für Pauline” (hoffentlich habe ich Titel und Namen richtig gehört) im
minimal-Stl geschrieben (Pauline, Hinz’ Tochter, ist gerade zwei Tage auf dieser Welt!). Petersen
spielte das Stück. Am Ende trug Robert Mäuser seine Komposition “Angelus” selbst vor.

Ein kurzweiliger, informativer, anregender, kurz: sympathischer Abend. Alles andere als die Hölle.
Anschließend noch viele Gespräche unter den Hörern und mit den Komponisten und Moderatoren.

Gruß Clemens Schäfer

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Re: 10. ido: Harmonienabend in der Friedenskirche, D-Unterbi

Beitrag von Administrator » Donnerstag 8. Oktober 2015, 15:42

Danke für den Bericht. Schön, dass das Harmonium auch noch salonfähig ist.
Ein Feldharmonium - welches bei der Bundeswehr im Einsatz ist - hatte ein Freund von uns im vergangene Sommer mal mitgebracht und in unserem Garten aufgestellt. Zur Freude der Kinder und Nachbarn. Ein tolles Instrument, welches erstaunlich laut klingen kann.
Herzliche Grüße

Daniel
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