Jörg Abbing in der Neanderkirche, D-Altstadt

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Clemens Schäfer
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Jörg Abbing in der Neanderkirche, D-Altstadt

Beitrag von Clemens Schäfer » Donnerstag 27. August 2015, 14:28

Hallo Forum,

“In memoriam Almut Rößler” hatte Jörg Abbing, Organist an der evang. Stiftskirche St. Arnual in
Saarbrücken, das fünfte “Sommerliche Orgelkonzert” in der Neanderkirche, Düsseldorf-Altstadt,
überschrieben. Und so kamen denn auch Bach, Franck, Messiean und Alain zur Aufführung -
Komponisten, denen die Aufmerksamkeit Rößlers (1932-2015) in besonderer Weise gegolten hatte.

In Abänderung des in der Vorschau ausgedruckten Programms begann Abbing nicht mit BWV 548.
Er spielte statt dessen die Choralvorspiele BWV 668a und 639. Beide kamen schön präzise und
dezent registriert.

Nun folgte das “Prière” von César Franck. Zu Beginn wurde mit schönem Fluß erzählt, die
Abschnitte wurden sehr deutlich markiert, die Klangfarben - gemäß den Möglichkeiten dieser Orgel
- geschickt gewählt.

Das große Crescendo-Decrescendo von “Apparition de l’Èglise éternelle” (Messiean) startete im
Forte, steigerte sich dann gewaltig (tutti) und fiel bestenfalls ins Mezzoforte zurück. Hart in der
Registrierung und von der Lautstärke bald eher lästig, war das nicht die Kirche, die ich mir ewig
vorstelle, auch wenn die Akkordverschiebungen natürlich jederzeit spannend blieben. Hier fehlte es
wohl der Orgel doch an Differenzierungsmöglichkeiten. Ich habe das Stück jedenfalls schon
weicher, sympathischer gehört.

Am Ende dann Alain: Trois Danses. Die Freude kam genau, sprudelnd und artifiziell, in der Trauer
fand Abbing dann überraschend weiche und aparte Klänge. Die Kämpfe verknüpften dies alles. Das
war überaus spannend und hielt den Hörer auf der Stuhlkante. Nur der Schluß hätte etwas
deutlicher akzentuiert sein dürfen: Abbing vertraute wohl einem Nachhall, den es aber hier kaum
gibt.

So setzte der Beifall aus der wieder fast vollständig besetzten Kirche etwas zögerlich ein, wurde
dann aber stark und anhaltend.

Gruß Clemens Schäfer

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