Sebastian Klein in der Neanderkirche, D-Alstadt

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Clemens Schäfer
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Sebastian Klein in der Neanderkirche, D-Alstadt

Beitrag von Clemens Schäfer » Freitag 31. Juli 2015, 17:33

Hallo Forum,

nun haben sie Sommerlichen Orgelkonzerte des evang. Kantorenkonvents in der Neanderkirche zu
Düsseldorf begonnen. Das Auftaktkonzert spielte wie in den Vorjahren Sebastian Klein , Kantor
dortselbst.

Wer gegen 18:20h die Kirche betrat, mußte schon heftig suchen, um noch einen freien Platz zu
ergattern. Am Ende gab es zahlreiche stehende Hörer. Die Reihe ist in Düsseldorf seit über 50
Jahren fest verankert; diesmal kam die Neugier hinzu. Die Kirche war lange Zeit zur Renovierung
geschlossen. Jetzt erstrahlt sie auch Innen im frischen Anstrich. Die Fenster leuchten gereinigt und
farblich überarbeitet, der große Leuchter ist dezenteren Lichteinheiten gewichen (der Blick auf die
Orgel dadurch verbessert). Enttäuscht aber wurden die Erwartungen hinsichtlich der Orgel selbst.
Hatte man vor zwei Jahren für einen neuen 16’ im Prospekt gesammelt, so war dieser auch jetzt
noch nicht eingebaut. offenbar will man noch weitere Änderungen und Verbesserungen vornehmen:
Ein neuer Motor soll her, die Klaviaturen sollen erneuert, die Mechanik überarbeitet und eine
elektrische Koppel eingebaut werden. So hoffen wir also auf nächstes Jahr.

Klein spielte zunächst Buxtehude, mit Pedalsolo am Beginn Praeludium C-Dur BuxWV 137. Es
folgte der vergleichsweise weichere Pachelbel mit Aria sebaldina (schön differenzierte
Variationen). Dann Bach g-moll BWV 535, flüssig und akkurat.

Höhepunkt des Konzert wurde dann die Choralbearbeitung “O Mensch, bewein dein Sünde groß”,
BWV 622. In großer Ruhe floß das Stück dahin; die Solostimme auch in den Spitzentönen nicht zu
schrill (oft hört man da unangenehme Ausreißer) - gute Registerwahl also. Wirklich fein.

Der vierten Sonate von Rheinberger verlieh Klein besonders im ersten Satz gehörige Tiefe. Der
zweite ist kurz, dann beweist sich Rheinberger einmal mehr als veritabler Fugenkomponist. Zum
Ausklang dann noch Dubois, Toccata G-Dur; mit Schwung und schönen lyrischen Passagen.

Das nächste Konzert spielt Jens-Peter Enk am 05.08.2015, 18:30h (Böhm, Bach 572, 663, Fletcher
und Liszt ad nos)

Gruß Clemens Schäfer

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