Markus Hinz in St. Antonius, D-Oberkassel

Informationen und Diskussionen zu allen Bereichen rund um die Orgel herum,
z.B. Vorstellung der eigenen Kirchengemeinde, Konzert- und Gottesdienstgestaltung, Konzertberichte, Sparmaßnahmen in der Gemeinde, Organisation, usw.
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Clemens Schäfer
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Markus Hinz in St. Antonius, D-Oberkassel

Beitrag von Clemens Schäfer » Montag 1. Juni 2015, 10:19

Hallo Forum,

Sonntagskonzert in St. Antonius, Düsseldorf-Oberkassel. Markus Hinz spielte am 31.05.2015 um
16h an der Mühleisen (Leonberg)-Orgel von 2012.

Zu Beginn gab es Praeludium und Fuge Es-Dur BWV 552, passend zum Dreifaltigkeitssonntag. Die
Gravität, die ich von Kindesbeinen an im Ohr habe (Walcha in Lübeck, 25cm-mono-LP) kann diese
Orgel zwar nicht bieten, dennoch gab es eine gute Darstellung. Die Fuge(n) waren freilich recht
rasch.

Interessant dann eine Reihe von sechs Pastorales pour une flûte d’été von dem Rigaer Komponisten
Imants Zemzaris (*1951). In den Teilen 1-3 geht es lyrisch-bukolisch zu; Dynamisch wird aber
gesteigert. In Nr. 4 wechselt der Charakter nach Dramatik, um dann in 5 und 6 wieder zu
decrescendieren. Hörenswert hier insbesondere die schönen Flöten dieser Orgel.

Danach folgte ein sehr schön zusammengestellter Block von Choralbearbeitungen von Bach. Es gab
in organo pleno / il canto fermo nel pedale BWV 651 über Komm, Heiliger Geist. Danach alio
modo / à 2 claviers et pédale BWV 652 (ganz wunderbar ist dieses 10-minütige Stück; in fast schon
stoischer Ruhe werden die vielen Choralzeilen [Cornett] erzählt - eine so beeindruckend wie die
nächste). Schließlich Trio super Herr Jesu Christ, dich zu uns wend à 2 claviers et pédale BWV
655. Alle drei kleine Diamanten.

Von John Weaver (*1937) zum Abschluß eine Toccata, ganz konventionell und herkömmlich. Hinz
wußte aber durch geschickten Gebrauch der Schwelltüren die Illusion einer großen Kathedralorgel
aufscheinen zu lassen. Dankbarer Beifall der rund 40 Hörer.

Gruß Clemens Schäfer

Zum Thema Orgelneubau in St. Antonius:

Zur Zeit wird vom Maler die Umgebung der alten Hauptorgel renoviert. Bis Ende Juli soll dann die
Orgelempore durch Einbau von zwei Stahlträgern statisch für die neue Orgel ertüchtigt werden.
Danach kann mit dem Aufbau des neuen Werkes begonnen werden. Dieser soll Ende 2015 beendet
sein. Dann folgt die Intonation, die sich bis Juni 2016 hinziehen soll.

Die Orgel bekommt zwei identische Spieltische (auf der Empore und bei der Chororgel), die bereits
für das später zu errichtende Fernwerk vorbereitet sein werden. Dazu wurden auch bereits die
statischen Voraussetzungen für den Bau des Fernwerks im Vierungsturm geprüft und positiv
abgeschlossen.

Gut’ Ding will Weile haben!

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