Martin Böcker in Dedesdorf, 15.03.2015

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z.B. Vorstellung der eigenen Kirchengemeinde, Konzert- und Gottesdienstgestaltung, Konzertberichte, Sparmaßnahmen in der Gemeinde, Organisation, usw.
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Clemens Schäfer
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Martin Böcker in Dedesdorf, 15.03.2015

Beitrag von Clemens Schäfer » Sonntag 22. März 2015, 13:44

Hallo Forum,

Kurzurlaub im Elbe-Weser-Dreieck steht bei mir immer wieder auf dem Programm. Diesmal ging
es am 15.03.2015 los; und da ich durch die Informationen der Orgelakademie Stade wußte, daß am
Nachmittag ein Konzert in Dedesdorf stattfinden sollte, war dieses eingeplant.

Veranstalter war der Lions-Club in Zusammenarbeit mit der Gemeinde. Hier besteht schon seit über
30 Jahren die Tradition eines Konzerts am Sonntag Laetare. Spieler des Konzerts war Prof. Martin
Böcker, Stade.

“Schlachtengemälde und Friedensmusik - Geschichten in Musik und Wort” hieß das Motto. Böcker
begann auf der Orgel mit einem Praeambulum in G-Dur von Vincent Lübeck. Die
Arp-Schnitger-Orgel (im Laufe der Zeiten mehrfach verändert und ergänzt) machte einen
zwiespältigen Eindruck. Verstimmungen mögen dazu beigetragen haben. Jedenfalls klang das Pedal
deutlich matter als der Rest.

Daß das kleine Werk dennoch einiges zu bieten hatte wurde in Kuhnaus Komposition “Der Streit
zwischen David und Goliath deutlich. Zuvor war die Bibelparaphrase dieser Geschichte aus
Kuhnaus eigener Feder vorgetragen worden. Recht ergötzlich war das Ganze, eingängig und nicht
ohne Zeigefinger.

Nun wechselte Böcker in den Chorraum, wo ein zweimanualiges Cembalo (gebaut 1993 in
Oldenburg) bereit stand. Unter der Lesung eines Gedichtes (strophenweise) trug Böcker “Du
Friedfürst, Herr Jesu Christ”, Partita (Choral mit 4 Variationen) vor. Komponist war Johann
Bernhard Bach (1676-1749).

Nun folgte der eigentliche Höhepunkt des Konzerts: Johann Sebastians fünfte französische Suite
G-Dur BWV 816. Böcker machte das geschmackvoll und überzeugend. Herrliche Musik! Aber es
war spürbar, daß diese nahrhafte Kost nicht für alle verdaulich war.

Nach einem weiteren Gedicht (Grimmelshausen) gab es zum Schluß wieder Vincent Lübeck,
Chacon für Orgel. Lebhafter, verdienter Beifall; ca. 60 Hörer.

Gruß Clemens Schäfer

P.S. OT: Der Besuch der Ausstellung “Emile Bedard” in der Bremer Kunsthalle hat mich nicht so
recht vom Künstler überzeugen können. Aber auch sonst ist dieses Museum immer einen Besuch
wert (Liebermann, van Gogh, u.v.a.m.)

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