Was würdet Ihr raten? ...die Qual der Wahl!

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stummorgel
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Was würdet Ihr raten? ...die Qual der Wahl!

Beitrag von stummorgel » Freitag 1. August 2014, 09:37

Hallo!
Nachdem ich mich ja an einigen Stellen hier im Forum ausgiebig über die Situation in meiner Kirchengemeinde ausgelassen habe, hat sich mittlerweile so einiges getan.
Es bestünde die Möglichkeit, die Stelle auszubauen, da mein Organistenkollege, der die andere Hälfte der Seelsorgeeinheit betreut, leider erkrankt ist und evtl. in den kommenden Jahren ausfällt.
Insgesamt könnte man den derzeitigen Stundenumfang auf fast 20h/ Woche dadurch hochschrauben.

Sicher ist die Sache nicht, da noch zu viele Unsicherheitsfaktoren im Rennen sind.

Es gibt aber auch eine Alternative.
In einer gut 16km entfernten Kreisstadt wird ein neuer Kirchenmusiker gesucht.
Gespräche mit der Pfarrei und dem Pfarrer hatte ich schon.
Kleines Manko: sie würden mich für 4-5 Jahre auf Probe anstellen, ich müßte währenddessen aber die B-Prüfung ablegen! Parallel dazu wäre noch ein Engagement an der Grundschule als Musiklehrer machbar, da die keinen haben! Nun bin ich 36!! Da tut man sich mit solchen Ideen recht schwer.
Nochmal 4 Jahre studieren.... Puh....

Hier, in meiner Heimatgemeinde hätte man zwar keine B-Stelle, aber doch was "Bekanntes", wenn auch bei weniger Geld.
Die andere Stelle ist lukrativ, aber man muß sie sich ja erst mal "erarbeiten", wobei man danach ein "Hauptamtler" wäre...

Was würdet Ihr tun?

Liebe Grüße,
stummorgel

Solcena
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Re: Was würdet Ihr raten? ...die Qual der Wahl!

Beitrag von Solcena » Freitag 1. August 2014, 14:52

Hallo stummorgel,

gute Frage. Viel davon hängt davon mit individueller Lebensplanung zusammen, die Hintergründe dazu kennen wir nicht (Frau / Freundin? Kind(er)? Örtlich gebunden? Immobilie erworben / gebaut? (weiterer) Job?) und wirst du dir selbst beantworten müssen.

Natürlich ist es reizvoll, die Musik zum Beruf zu machen (frage mich manchmal auch, ob ich das hätte machen sollen). Andererseits hast du dann ein KiMu-Studium B und wärest zunächst einmal an genau diese Pfarrei gebunden; d.h. wenn du aus einem der o.a. Gründe örtlich gebunden bist und dann - z.B. aufgrund von Problemen im Dienstumfeld (Dienstherr=Pfarrer) - doch mal die Stelle wechseln möchtest, ist es schon ein grosser Schritt, den man machen muss: Im ländlichen Rheinland-Pfalz gibt es (langfristige) Hauptamtler-Stellen eben nicht an jeder Ecke, wenngleich die Zustände bei uns im Bistum Trier eigentlich noch ok sind, wie ich meine.

Wenn du ungebunden bist und es dir leisten kannst - warum nicht das B-Studium? Kann man das neben einer normalen Hauptamtler-Stelle irgendwo belegen, oder evtl. an einer Musikschule die B-Prüfung extern ablegen (meine mich zu erinnern, dass so etwas früher möglich war)?

Bei der anderen Alternative sind über 20 Stunden Beschäftigungsumfang auch schon eine Menge Holz für einen Nebenamtler. Soviel Zeit mit einem anderen vollen Beschäftigungsverhältnis unter einen Hut zu bringen, wird nicht oft möglich sein, vor allem, wenn man Familie hat... :shock:

Dir jedenfalls weiterhin viel Freude an der Musik - egal wo :D

Solcena

Holger

Re: Was würdet Ihr raten? ...die Qual der Wahl!

Beitrag von Holger » Montag 4. August 2014, 08:40

Frage: Ist das überhaupt rechtlich machbar einen auf 4-5 Jahre zur Probe anzustellen.

Wahrscheinlich schon, Kirche ist ja Rechtsfreier Bereich, die machen sich ihr eigenes Recht.

Na unter dieser Prämisse würde ich das doch genauer hinterfragen.

Schau mal hierzu unter:

http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Def ... ltnis.html

http://anwaltskanzlei-hoffmann.de/ver%C ... erschiede/

Dass die ein Studium voraussetzen und Dich dann doch nur Probehalber beschäftigen sehe ich als Witz an. Darauf würde ich nicht eingehen. Im schlimmsten Fall vermasselst Du deinen Abschluss und stehst nach 4 Jahren ohne alles da. Toll wenn man das gesamte Risiko auf jemanden anderen abwälzen kann, zumal sicher kein Mangel an geeigneten Kandidaten am Markt herrscht, die einen B-Abschluss besitzen.

Ich geh mal davon aus, dass Du ein Musikstudium hast, sonst würdest Du auch nicht im Schuldienst landen können, da würde ich schon eine auf eine Festanstellung mit angemessener Probezeit (6 Monate) bestehen unter der Prämisse, dass Du das B-Examen dann irgendwann nachweist, der Zeitraum sollte Dir überlassen werden.

Ich würde mich arbeitsrechltich vor solch einem Entschluss beraten lassen. Sicherheitshalber.

Axel
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Re: Was würdet Ihr raten? ...die Qual der Wahl!

Beitrag von Axel » Montag 4. August 2014, 22:11

Das halte ich für schwierig. Auf die rechtliche Seite wurde schon hingewiesen. Eine Probezeit von 5 Jahren gibt es eigentlich nicht.

Abgesehen davon: Der Zeitaufwand für ein B-Studium (oder heute wohl besser Bachelor) ist groß uns schlecht mal so nebenbei zu machen. Und dann musst Du natürlich eine Hochschule finden, die Dich in diesem Alter noch nimmt. So einfach wie früher ist das sicher nicht mehr. Für meine Begriffe unrealistisch.

Grüße
Axel

S.L
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Re: Was würdet Ihr raten? ...die Qual der Wahl!

Beitrag von S.L » Dienstag 5. August 2014, 08:54

Axel hat geschrieben:Der Zeitaufwand für ein B-Studium (oder heute wohl besser Bachelor) ist groß uns schlecht mal so nebenbei zu machen. Und dann musst Du natürlich eine Hochschule finden, die Dich in diesem Alter noch nimmt. So einfach wie früher ist das sicher nicht mehr. Für meine Begriffe unrealistisch.
Nun ja, das Studium der Kirchenmusik ist sicherlich nicht überlaufen. An Studienplätzen wird es kaum mangeln. Ich kenne einen Hauptschullehrer, der erst vor wenigen Jahren ein Orgelstudium abgeschlossen hat - da war er bereits im Rentenalter.

Axel
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Re: Was würdet Ihr raten? ...die Qual der Wahl!

Beitrag von Axel » Dienstag 5. August 2014, 09:55

Sicher nicht überlaufen. Aber die technischen Fähigkeiten am Instrument sind eben in der Jugend am besten zu erlernen. Die Hochschulen versuchen bei der Aufnahmeprüfung abzuschätzen, ob das Studienziel für den Kandidaten erreichbar ist. Wer älter als 30 ist, hat deutlich schlechtere Chancen.

Grüße
Axel


P.S. Der Studienort müsste dann ja in der Nähe liegen. Vermutlich macht sich die Gemeinde kein Bild davon, wie oft ihr Organist bei Gottesdiensten fehlen wird, weil er in die Hochschule muss. Das ist dan eben kein Wochenendkurs mehr wie bei der C-Ausbildung.

S.L
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Re: Was würdet Ihr raten? ...die Qual der Wahl!

Beitrag von S.L » Mittwoch 6. August 2014, 08:53

Axel hat geschrieben:Sicher nicht überlaufen. Aber die technischen Fähigkeiten am Instrument sind eben in der Jugend am besten zu erlernen. Die Hochschulen versuchen bei der Aufnahmeprüfung abzuschätzen, ob das Studienziel für den Kandidaten erreichbar ist. Wer älter als 30 ist, hat deutlich schlechtere Chancen.
Ja, aber wenn man bereits in jungen Jahren soliden Orgelunterricht hatte, wird das sicher möglich sein. Was ich bis jetzt herausgelesen habe, spielt "stummorgel" bereits auf hohem Niveau.

Axel
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Re: Was würdet Ihr raten? ...die Qual der Wahl!

Beitrag von Axel » Donnerstag 7. August 2014, 10:36

Ich gebe auch zu bedenken, wie es finanziell ausschauen könnte. Keine Ahnung, was stummorgel derzeit beruflich macht, aber als B-Musiker dürfte sich kaum eine Verbesserung ergeben.

Hier ist die Gehaltstabelle:
http://www.regional-koda-nw.de/regional ... h_id=15155

Eine normale B-Stelle ist nach 8 eingruppiert. Das sind 2280 Euro. Je nach Steuerklasse bleiben davon vielleicht 1300 übrig. Selbst wenn Vordienstzeiten angerechnet werden, gilt maximal eine Eingruppierug in Entwicklungsstufe 3. Wer soll davon leben? Und wird er möglicherweise bis zur B-Prüfung noch schlechter bezahlt?

Schöne Grüße
Axel

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Re: Was würdet Ihr raten? ...die Qual der Wahl!

Beitrag von stummorgel » Dienstag 12. August 2014, 12:25

Hallo!
Danke für Eure Rückmeldung!
Aaaalso....
mal den aktuellen Stand:

Ich habe mich mit dem vorherigen Amtsinhaber unterhalten.
Er riet mir ab, da die Gemeinde eine reine "Aufbau-Gemeinde" sei,
Kirchenchor im Schnabeltassen-Alter, Jugendchor etc. müsse erst begonnen werden, alle Orgeln
sanierungsbedürftig.

In meiner jetzigen Gemeinde sieht es wie folgt aus, nach Verhandlungen mit dem Pfarrer:
Verwaltungsrat möchte mich auf jeden Fall halten, wollen sogar Geld sponsoren, falls was im Haushalt
fehlen sollte.
Unser Kirchengemeindeverband wird in ein paar Jahren nur noch einen Kirchenmusiker beschäftigen wollen. Diese Stelle würde ich zugesichert bekommen. Stundenumfang ca. 16-18h /Woche.
Ab Januar Beschäftigung auf Teilzeit mit voller Versicherung (KV, RV, AV etc.)

Mein derzeitiger Kirchenchor hört auf, wenn ich gehe. Das will niemand.
Gleichzeitig kann ich meine "Nebenchöre" behalten.
Finanziell käme ich also über kurz oder lang aufs Gleiche heraus, nur eben "vor der Haustüre".
Ob ich nebenbei nochmal ein Studium mache, ist davon unabhängig.

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Re: Was würdet Ihr raten? ...die Qual der Wahl!

Beitrag von stummorgel » Donnerstag 28. August 2014, 21:18

Habe heute die Abrechnung für Juli erhalten.
Da rund 150,- netto fehlten, habe ich auf der Rendantur nachgefragt, warum.
Antwort: der Pfarrer habe Stunden gestrichen.
Ich zum Pfarrer.
Dortige Antwort: meine Proben mit der Jugendband für die Romwallfahrt falle nicht in meinen Arbeitsbereich.
Daher bezahle er die auch nicht.

Ohne Kommentar.

Axel
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Re: Was würdet Ihr raten? ...die Qual der Wahl!

Beitrag von Axel » Donnerstag 28. August 2014, 22:37

Auf die Gefahr hin, dass Du sauer bist mal mein Eindruck der Situation mit deutlichen Worten: Man will Dich dort nicht haben. Das muss wirklich nicht an Dir liegen, aber es ist so. Irgendwann muss man es einfach einsehen, dass es so nicht geht und die Konsequenzen ziehen.
Was erstaunt ist, dass man solches Verhalten leider oft gegenüber hauptamtlichen Musikern zeigt. Bei Nebenamtlern - und ich verstehe das so, dass Du einen anderen Brotberuf hast - sind die Pfarrer da viel vorsichtiger, weil sie wissen, der ist nicht von mir abhängig und kann auch gehen und dann stehen wir da. Nach meine laienpsychologischen Verständnis liegt da der Hase im Pfeffer. Du hängst möglicherweise zu sehr an dem Job und man merkt es Dir an. Er weiss, dass Du eben nicht gehst und irgendetwas in Deinem Verhalten signalisiert das. Das eröffnet natürlich Handlungsspielräume.
Ich jobbe zwar auch bei Kirchens nebenbei, aber die wissen natürlich einerseits genau, dass sie auf die C-Stellen so schnell keinen Musiker mit A-Examen mehr bekommen und sie wissen auch, dass ich anständig verdiene und die paar Kröten nicht zum Leben brauche. Da sind dann immer alle nett.

Nix für ungut, nur mein Eindruck.
Grüße
Axel

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Re: Was würdet Ihr raten? ...die Qual der Wahl!

Beitrag von stummorgel » Donnerstag 28. August 2014, 22:56

Danke, Axel, für die ehrliche Antwort.
Nein, ich bin Dir nicht sauer.
Den Eindruck habe ich ja schon lange.
Ich dachte halt immer, wenn ich lange genug qualitativ gute Arbeit bringe und den Chor voranbringe, was ja auch alles geschehen ist, wird man schon
ein Einsehen haben.
Eine kleine Alternative tut sich nun zusätzlich auf:
eine evangelische Kirchengemeinde sucht einen neuen Organisten.
Der Vorgänger berichtete mir, bei zwei Sonntagsgottesdiensten und extra bezahlter Vorbereitungszeit hätte ich da genauso viel wie jetzt bei Katholens , nur muß ich bei Katholens mehr Stunden fürs gleiche Geld leisten.
Da hake ich nochmal nach, das wäre ja schon ein Glückstreffer, wenn....

Solcena
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Re: Was würdet Ihr raten? ...die Qual der Wahl!

Beitrag von Solcena » Freitag 29. August 2014, 00:32

stummorgel hat geschrieben: Eine kleine Alternative tut sich nun zusätzlich auf:
eine evangelische Kirchengemeinde sucht einen neuen Organisten.
Der Vorgänger berichtete mir, bei zwei Sonntagsgottesdiensten und extra bezahlter Vorbereitungszeit hätte ich da genauso viel wie jetzt bei Katholens , nur muß ich bei Katholens mehr Stunden fürs gleiche Geld leisten.
Da hake ich nochmal nach, das wäre ja schon ein Glückstreffer, wenn....
Auch mit Stummorgel? Oder ist die Bezahlung eher Schmerzensgeld?

Lg
Solcena

Holger

Re: Was würdet Ihr raten? ...die Qual der Wahl!

Beitrag von Holger » Freitag 29. August 2014, 06:18

Ganz einfach, dann mach halt nur noch das für was Du bezahlt wirst, ob die dann in Rom singen können oder nicht ist doch eigentlich wurscht.

Vielleicht wacht Herr Merkwürden dann irgendwann einmal auf.

Ronald Henrici
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Re: Was würdet Ihr raten? ...die Qual der Wahl!

Beitrag von Ronald Henrici » Mittwoch 3. September 2014, 18:55

Das, was Axel sagt mit Beifügung der Festgehälter für Hauptamtliche, hat schon seine Berechtigungen. Dabei ist zu beachten, daß die Gehaltsübersichten in den Bistümern teilweise erheblich abweichen und das Bistum Köln oder Münster noch gut davon kommt.
Auch hat er Recht mit dem, was er zu den Nebenamtlichen sagt. Heutzutage ist es besser, nebenamtlich den Dienst zu tun, zumal hauptamtliche Stellen wegen der angeblich "hohen Gehälter" zurückgefahren werden, oder die Kirchemusikerstellen aus Spargründen nur noch als 50% oder 75% ausgeschrieben werden (aber mit den Tätigkeitsaufgaben, die für einen 100 % igen Kirchenmusiker ausführbar wären). Im Öffentlichen Dienst gibt es für jeden Bediensteten eine Tätigkeitsdarstellung, die aussagekräftig ist und nach der ein Kirchenmusiker eigentlich höher besoldet werden müßte... Aber bei Kirchens ist ja alles anders. da gilt noch imm das Prinzip, zu "Gottes Lohn" den Dienst zu versehen.
Der Musiker, der nicht unbedingt von dem Gehalt abhängig seinen Dienst mit Elan und gerne versieht, hat manche vorteilhaften Voraussetzungen, was leider auch so mancher Hauptamtliche nicht so gerne sieht oder hört, nämlich die relativ hohe Unabhängigkeit von einzelnen "geldgebenden" Auftragserteilern, z.B. den Pfarrern.
Meine über 50 jährige Erfahrung hat das immer wieder gezeigt: ich mache meinen Dienst mit innerer Überzeugung und unabhängiger freier Entscheidung und Bindung, und bin auch an manchen Stellen ( in Köln z.B.)viele Jahre lang immer wieder eingesetzt worden und teilweise sogar länger geblieben als "vertretender Organist" als so mancher Gemeindepfarrer. An zwei Stellen habe ich als "vertretender Organist" sogar die Dienstdauer von zwei Pfarrern "überlebt". Es hatte kaum jemand Interesse daran, mich loszuwerden. Auch hier, wo ich jetzt lebe, entwickelt sich das auch so: die Gemeinden sind immer mehr darauf angewiesen, jemanden zu haben, der sein oder auch die ihr Amt gut und zur Zufriedenheit versieht, ohne für einen Hauptamtlichen mit hundertprozentiger Vergütung einen Kirchenmusiketat in den Haushaltsplan einarbeiten zu müssen, dabei auch noch eine so geringe Vergütung, von der eine Familie nicht leben kann. Das wird sich kaum ändern, auch wenn man eigentlich berücksichtigen müßte, daß ein hauptamtlicher Kirchenmusiker annähernd die gleiche akademische Ausbildung hinter sich hat wie ein "Studiosus an der Universität" oder ein Lehrer von der "Pädagogischen Hochschule", die es z.B. in Baden Württemberg und Bayern noch gibt mit "Uni-Abschluß Kompetenz" ( z.B.Pädagogische Hochschule Freiburg/University of Education).
Gruß
Ronald
he: Orgel spielen heißt:einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren. (Ch.M.Widor)

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