Thorsten Göbel in der Neanderkirche, Düsseldorf-Altstadt

Informationen und Diskussionen zu allen Bereichen rund um die Orgel herum,
z.B. Vorstellung der eigenen Kirchengemeinde, Konzert- und Gottesdienstgestaltung, Konzertberichte, Sparmaßnahmen in der Gemeinde, Organisation, usw.
Antworten
Clemens Schäfer
Beiträge: 176
Registriert: Samstag 16. November 2013, 19:31
Wohnort: Düsseldorf

Thorsten Göbel in der Neanderkirche, Düsseldorf-Altstadt

Beitrag von Clemens Schäfer » Donnerstag 10. August 2017, 13:44

Hallo Forum,

das achte Sommerliche Orgelkonzert in der Neanderkirche zu Düsseldorf (Altstadt) spielte am 09.08.2017 Thorsten Göbel, Kantor der Auferstehungskirche.

Dessen Programm orientierte sich an der Literatur, die die Orgel am besten darstellen kann. Mit Buxtehude, Praeludium F-Dur BuxWV 145 ging es los. Schön ausgearbeitet und artikuliert. Zwanzig Jahre jünger ist Vincent Lübeck. Dessen Praeludium und Fuge in E wirkt schon etwas frischer; die Fuge beginnt keck mit verschieden hohen Flöten, so daß bei mir kurzzeitig das Signal „Messiaen“ ansprang. Und, so weit ist Lübeck dann doch nicht. Aber sehr schöne, gut gewebte Musik.

Dreißig Jahre später ist dann Bach geboren. Seine Fantasie G-Dur, Pièce d’orgue, hört man öfter. Aber man kann auch nicht genug davon bekommen, erhält man doch im Gravement einen Einblick in die Ewigkeit. Göbel durchschritt diesen Kosmos mit aufmerksamer Gelassenheit. Sehr schön!

Dann ging es zurück zu Buxtehude, Praeludium und Fuge F-Dur BuxWV 139. Hell und durchsichtig gestaltet. Zum Schluß ein selten zu hörendes Frühwerk von Bach: Praeludium und Fuge E-Dur (hier in C-Dur gespielt) BWV 566. Das klingt noch ganz nach Buxtehude und ist auch von der Form her der norddeutschen Orgeltoccata verhaftet. Noch kein „ganzer“ Bach. Verdienstvoll, daß das Stück mal präsentiert wurde.

Lebhafter Beifall aus der fast vollständig besetzten Kirche (> 300, es geht doch!). Göbel nahm den Beifall gerne entgegen, bat dann aber um das Wort. Er erinnerte an den jüngst verstorbenen Baßklarinetisten Georg Stump (37 Jahre bei den Düsseldorfer Symphonikern und so auch mir seit Jahrzehnten von Ansehen vertraut). Dieser war im Alter von 59 Jahren in Ausübung seines Hobbys auf dem Rennrad von einem LKW erfaßt und aus dem Leben gerissen worden. Noch 20 Tage zuvor hatten Göbel uns Stump beim Oberkasseler Orgelfrühling miteinander gesprochen. Göbel pries Stump als feinsinnigen und aufmerksamen Mitmenschen und Musikerkollegen. In memoriam Georg Stump spielt Göbel von Alain, Introduction et Variations aus der Suite für Orgel.

Gruß Clemens Schäfer

Antworten