"Fast" nicht genutzte Saalorgeln

Diskussionen rund um Orgelneubau, Orgelrestauration, Register, Technik, usw.
Ronald Henrici
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"Fast" nicht genutzte Saalorgeln

Beitrag von Ronald Henrici » Sonntag 27. Mai 2012, 21:06

Hiiilfe !?! Wer hat eine Verbindung zur Saalorgel im Konzertsaal des SWR in Baden-Baden ? Wer kann mir verbindlich weiterhelfen, an diese Orgel zu gelangen ? Auf einen Bericht von Prof. Kaufmann hin habe ich vor schon längerer Zeit versucht, über den SWR an diese Orgel zu kommen, ist mir nicht gelungen (Was bei mir eigentlich sehr selten vorkommt.)!
Ich glaube, ich habe dabei die falschen Mitarbeiter beim SWR angesprochen.
Hintergrund:
Bei der Aufstellung und der Intonation der Orgel hatte ich Gelegenheit, einige wenige Male in den Saal hineinzuhören und die Arbeiten an der Orgel zu verfolgen. Aber den fertigen Zustand habe ich nie kennengelernt, nur einmal per Radio eine Aufnahme mit der Orgel gehört - was für ein Zufall - .
Das Interesse ist erst wieder nach dem Bericht von Prof. Kaufmann entstanden. Dieser setzte mich gleich in Aktion. Eine schriftliche Anfrage beim SWR - eben vermutlich an der falschen Stelle - brachte mir eine niederschmetternde Antwort, die aber sehr genau in meine Erfahrung passt: "Saalorgeln werden meinstens nur einige wenige Male gespielt nach ihrer Erstellung und geraten danach wieder in Dornröschenschlaf und absolute Vergessenheit". Letzteres zu verhindern ist immer wieder mein Zeil, daß Orgeln nicht in Vergessenheit geraten, deshalb auch meine Anfrage beim SWR !!
Die niederschmetterne Antwort: Ja, die Orgel wurde mal gespielt, wird aber nicht mehr benötigt.Sie steht nur noch da. Deshalb ist auch mit dem Instrument lange nichts mehr geschehen. Es werden keine auswärtigen Personen an das Instrument gelassen.Und von den Mitarbeitern des SWR geht niemand an das Instrument. Es ist schon seit Jahren nicht mehr erklungen. (So sinngemäß die Antwort :evil: ) Kann mir da jemand weiterhelfen, den oder die richtigen Ansprechpartner beim SWR zu finden ?!?
Ich werde selbst nichts unversucht lassen, Bekannte beim SWR in Freiburg anzusprechen. Aber ich bin nicht so sicher, daß es erfolgversprechend ist. :roll:
Gruß
Ronald
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Re: "Fast" nicht genutzte Saalorgeln

Beitrag von P.M.P. » Montag 28. Mai 2012, 08:51

Tja, dann willkommen im Club!
Ich habe vor vielen Jahren versucht an die Villa Berg (mittlerweile an Privat verkauft, was wohl aus der Orgel wird/wurde?) und auch an die Baden-Badener Orgel (Studio ist nach offiziellen Angaben angeblich baufällig) heranzukommen, wurde aber ebenfalls beide Male abgewiesen. In letzterem Fall bekam ich mitgeteilt, dass die Orgel in eine kath. Kirche in der Umgebung verschenkt werden sollte, der zuständige OSV (er ist interessanterweise auch für ein weiteres hier im Forum diskutiertes Instrument "verantwortlich") in seinem Gutachten jedoch nur völlige Unbrauchbarkeit & Schrottwert festgestellt hätte, weshalb man auch keinen mehr ranlassen würde – das sei nicht verantwortbar. Dabei habe ich eine Schallplatte auf der man Peter Hurford und andere Größen hören kann. Klang sehr typisch neobarock scharf, aber warum muss das denn immer so verteufelt werden, ist doch in der heutigen Zeit fast wieder historisch?

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Re: "Fast" nicht genutzte Saalorgeln

Beitrag von perotin » Montag 28. Mai 2012, 21:39

Es ist sicher die "Studio-Orgel des Südwestfunks" (heute SWR) im Hans-Rosbaud-Studio gemeint. Ein dreimanualiges, jedoch recht sparsam disponiertes Instrument der Speyerer Werkstatt Wolfgang Scherpf. Es sind daran von der Errichtung bis ca. 1990 nicht wenige Aufnahmen gemacht worden, die aber heute wohl zumeist nur im riesigen Archiv vor sich hin dösen...
Eine Beschreibung mit Fotos liefert Philipp Pelster:
http://www.philipp-pelster.de/baden-wue ... en_SWR.htm

Im Rahmen eines Praktikums beim SWF durfte ich im September 1988 mal drauf spielen. An Funktionsmängel kann ich mich nicht erinnern. Klanglich aber nicht sehr inspirierend. Dieses "Schwellwerk" hat ja nicht mal 'ne Oboe...

Da W. Scherpf nun nicht gerade zu den genialsten Orgelbauern zählte und die Region orgelmäßig ansonsten viel zu bieten hat, würde ich diesem Instrument keine großen Tränen nachweinen...

Grüße,
perotin

Ronald Henrici
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Re: "Fast" nicht genutzte Saalorgeln

Beitrag von Ronald Henrici » Donnerstag 21. Juni 2012, 23:44

Erst einmal vielen Dank für die beiden Stellungnahmen.Der SWR gibt aus dem Archiv keine Aufnahmen heraus. schade. Deshalb kann man sich nicht so recht ein Bild vom Instrument machen.
Ist es möglich, eine Kopie von vorhandener Schallplatte zu bekommen ?
Ich selbst habe vom Radio vor Jahren eine andere Aufnahme auf Tonband mitgeschnitten.
Was die Orgel in der Villa Berg in Stuttgart betrifft, würde mich sehr interessieren, wo das Instrument hingekommen ist, denn das wäre mein nächstes Objekt gewesen...
Von der Orgel wurden viele Aufnahmen gesendet, es gibt auch eine CD mit der früheren Organistin am Bremer Dom, auf der die Walcker-Orgel der Villa Berg verewigt ist.
Gruß
Ronald
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Ronald Henrici
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Vernachlässigte Saalorgeln - Orgel in Villa Berg Stuttgart

Beitrag von Ronald Henrici » Montag 25. August 2014, 20:01

Soeben habe ich erfahren, daß die Walcker - Orgel (IV/P/72) im Konzertsaal der Villa Berg Stuttgart unter Denkmal gestellt wurde. Verwunderlich ist es nur, daß vor einigen Jahren OBM Gerhard Walcker ein Renovierungsgutachten erstellt hatte. Denn er hatte bis 1972 regelmäßig Wartungen an der Orgel vorgenommen. Auf das Renovierungsgutachten wurde ihm bisher nicht geantwortet. Wer von euch im Forum weiß, was weiter geschehen ist ?! Ich weiß nur, daß Theo Brandmüller mit der Orgel im Jahr 1982 (?) ein Konzert gespielt hat, und daß der Südwestfunk zahlreiche Aufnahmen mit der Orgel im Archiv und auch gesendet hat. Leider ist es mir bisher nicht gelungen, diese Aufnahmen privatim zu erhalten. Ich habe nur die Aufnahmen mit Olivier Messiaen und mit der ehemaligen Organistin des Bremer Doms.
Erneut habe ich über die Verwaltung Haus Berg und über den Lions Club versucht, an die Orgel zu geraten. Bisher ohne Erfolg. Auch die namhaften Organisten in Stuttgart zeigen wenig Interesse an dem Instrument, übringens auch nicht an dem Instrument im Beethovensaal der Stuttgarter Liederhalle. An anderer Stelle des Forums habe ich diese schandvolle Tatsache für die Stuttgarter Kirchenmusiker schon häufig moniert. Es ist eine berufliche Schande, daß sich die örtlichen Organisten in keiner Weise mit den beiden Instrumenten befassen, und das wirft ein sehr schlechtes Licht auf die beruflichen Qualitäten dieser Musiker.
Ich erwarte endlich einmal eine Stellungnahme dieser schandhaften Behandlung und Interesselosigkeit der örtlichen Organisten - auch von einem mir gegenüber sehr arroganten Musiker wie Kay Johansen und anderen in Stuttgart und Umgebung. Und es wirft ein sehr schlechtes Bild auf die amtierenden Dozenten Kirchenmusik und Orgelmusik der Musikhochschule Stuttgart.
Kein Wunder, daß die Musikhochschulen von den verantwortlichen und weniger kompetenden Politikern so angegriffen werden ! Eine Frau Bauer hat es schließlich in den letzten Jahren mit ihrem "Etatkürzungswillen" trefflich kundgetan.
Gruß
Ronald
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Solcena
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Re: Vernachlässigte Saalorgeln - Orgel in Villa Berg Stuttga

Beitrag von Solcena » Montag 25. August 2014, 21:52

Ronald Henrici hat geschrieben:(...) Auch die namhaften Organisten in Stuttgart zeigen wenig Interesse an dem Instrument, übringens auch nicht an dem Instrument im Beethovensaal der Stuttgarter Liederhalle. An anderer Stelle des Forums habe ich diese schandvolle Tatsache für die Stuttgarter Kirchenmusiker schon häufig moniert. Es ist eine berufliche Schande, daß sich die örtlichen Organisten in keiner Weise mit den beiden Instrumenten befassen, und das wirft ein sehr schlechtes Licht auf die beruflichen Qualitäten dieser Musiker.
Ich erwarte endlich einmal eine Stellungnahme dieser schandhaften Behandlung und Interesselosigkeit der örtlichen Organisten - auch von einem mir gegenüber sehr arroganten Musiker wie Kay Johansen und anderen in Stuttgart und Umgebung. Und es wirft ein sehr schlechtes Bild auf die amtierenden Dozenten Kirchenmusik und Orgelmusik der Musikhochschule Stuttgart.
Lieber Herr Henrici,

ihr lobenswertes Interesse bzw. Engagement für Saalorgeln in allen Ehren, aber ihr letzter Beitrag gehört für mich eindeutig in die Kategorie "Beiträge, die ich eigentlich nicht lesen wollte". Das soll kein persönlicher Angriff gegen Sie werden, aber mir gefällt der hitzige Ton nicht...

Sie können es beklagen, dass sich keiner der örtlichen Kirchenmusiker um diese Orgeln kümmert, meinetwegen. Von einer "beruflichen Schande" zu sprechen bzw. bei diesen Musikern, die wohl allesamt mindestens ausreichend qualifiziert für ihre berufliche Tätigkeit sein sollten und von denen wohl niemand ein Engagement für irgendwelche Saalorgeln im Dienstvertrag stehen hat, wegen eines nicht vorhandenen Saalorgeln-Engagements irgendwelche beruflichen Qualitäten in Frage zu stellen, finde ich (ohne Kenntnisse der genauen örtlichen Verhältnisse) dagegen grundsätzlich vollkommen daneben. Wissen Sie genau, was jeder einzelne dieser Musiker im Dienst der Musica Sacra bzw. des Instrumentes Orgel vielleicht auch über den Dienstvertrag hinaus leistet?

Ich versuche zwar, irgendwie Verständnis für ihren emotionsgeladenen Beitrag aufzubringen, aber ihr persönliches Problem mit Herrn Johannsen bzw. der Musikhochschule gehört für mich ebenfalls nicht hierher.

Nichts für ungut.

Freundliche Grüße
Solcena

Ronald Henrici
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Re: "Fast" nicht genutzte Saalorgeln

Beitrag von Ronald Henrici » Dienstag 26. August 2014, 10:35

Darf ich dem Forumsteilnehmer "Solenca" einmal antworten.Meine Beiträge als hitzig zu sehen, ist schon mal gründlich verfehlt.Ich habe ein sehr ernsthaftes Thema einmal angesprochen und lege Wert darauf, daß dieses auch ensthaft diskutiert wird. Denn es gehört ins Forum, auch wenn ich mich bemühe, niemanden persönlich anzugreifen.
Die Tatsache besteht, daß sich die Organisten recht wenig um die Konzertsaalorgeln scheren. Wenn sie sich mit den Saalorgeln in ihrem Bereich befassen würden, dann hätten die Saalorgeln auch entsprechend vertraglich gebundene kompetente - sei es auch nur auf Honorarbasis - KuratorenInnen. Das ist aber in mehr als 80 Prozent der Saalorgeln nicht der Fall !
Insofern gehören meine Beiträge schon sehr wohl hier ins Forum.
Zum anderen zu den nicht ausgelasteten A- und B- Kirchenmusikern: auch hier benenne ich eine Tatsache !Die A- und B-musiker sind keineswegs überlastet, wenn sie ihren Dienst in den Gemeinden vertragsmäßig ausüben.
Statt ihren Dienst hunterprozentig wahrzunehmen in den Gemeinden, in denen sie angestellt sind, befinden sie sich überwiegend auf Konzertreisen, gehen in den Mutterschutz, gehen anderen Beschäftigungen nach, nur nicht denen, zu denen sie eigentlich eingestellt sind. das trifft auch sehr wohl auf die Dozenten der Musikhochschulen zu.
Soll doch einmal von denen dazu Stellung nehmen. Sie verstecken sich vielmehr bei ihren Stellungnahmen in die Anonymität. Das ist schon mal verwerflich und deutet darauf hin, daß die Feststellungen schon mal richtig sind.
Gruß
Ronald
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elsenp
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Re: "Fast" nicht genutzte Saalorgeln

Beitrag von elsenp » Dienstag 26. August 2014, 11:33

Ronald Henrici hat geschrieben: Zum anderen zu den nicht ausgelasteten A- und B- Kirchenmusikern: auch hier benenne ich eine Tatsache !Die A- und B-musiker sind keineswegs überlastet, wenn sie ihren Dienst in den Gemeinden vertragsmäßig ausüben.
Statt ihren Dienst hunterprozentig wahrzunehmen in den Gemeinden, in denen sie angestellt sind, befinden sie sich überwiegend auf Konzertreisen, gehen in den Mutterschutz, gehen anderen Beschäftigungen nach, nur nicht denen, zu denen sie eigentlich eingestellt sind. das trifft auch sehr wohl auf die Dozenten der Musikhochschulen zu.
Soll doch einmal von denen dazu Stellung nehmen. Sie verstecken sich vielmehr bei ihren Stellungnahmen in die Anonymität. Das ist schon mal verwerflich und deutet darauf hin, daß die Feststellungen schon mal richtig sind.
Gruß
Ronald
Lieber Herr Henrici,

ich weiß nicht, woher Sie ihre Informationen über die Arbeitsauslastung von A- und B-Kirchenmusikern nehmen; ich kenne jedenfalls genügend Kollegen/-innen, auf die das nicht zutrifft. Ich wäre da etwas vorsichtiger mit diesen Pauschalurteilen.
Vollkommen daneben finde ich es jedoch, jemanden, der den gesetzlich geregelten "Mutterschutz" in Anspruch nimmt, so darzustellen, als ob dies eine lustige Nebenbeschäftigung wäre, um den Regeldienst nicht wahrnehmen zu müssen.
Vielleicht sollten Sie hier ihre Wortwahl und Argumentation doch noch einmal in einer stillen Minute überdenken.

Freundliche Grüße
Peter Elsen

Solcena
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Re: "Fast" nicht genutzte Saalorgeln

Beitrag von Solcena » Dienstag 26. August 2014, 15:21

Ronald Henrici hat geschrieben:Darf ich dem Forumsteilnehmer "Solenca" einmal antworten.Meine Beiträge als hitzig zu sehen, ist schon mal gründlich verfehlt.Ich habe ein sehr ernsthaftes Thema einmal angesprochen und lege Wert darauf, daß dieses auch ensthaft diskutiert wird. Denn es gehört ins Forum, auch wenn ich mich bemühe, niemanden persönlich anzugreifen.
Die Tatsache besteht, daß sich die Organisten recht wenig um die Konzertsaalorgeln scheren. Wenn sie sich mit den Saalorgeln in ihrem Bereich befassen würden, dann hätten die Saalorgeln auch entsprechend vertraglich gebundene kompetente - sei es auch nur auf Honorarbasis - KuratorenInnen. Das ist aber in mehr als 80 Prozent der Saalorgeln nicht der Fall !
Insofern gehören meine Beiträge schon sehr wohl hier ins Forum.
Zum anderen zu den nicht ausgelasteten A- und B- Kirchenmusikern: auch hier benenne ich eine Tatsache !Die A- und B-musiker sind keineswegs überlastet, wenn sie ihren Dienst in den Gemeinden vertragsmäßig ausüben.
Statt ihren Dienst hunterprozentig wahrzunehmen in den Gemeinden, in denen sie angestellt sind, befinden sie sich überwiegend auf Konzertreisen, gehen in den Mutterschutz, gehen anderen Beschäftigungen nach, nur nicht denen, zu denen sie eigentlich eingestellt sind. das trifft auch sehr wohl auf die Dozenten der Musikhochschulen zu.
Soll doch einmal von denen dazu Stellung nehmen. Sie verstecken sich vielmehr bei ihren Stellungnahmen in die Anonymität. Das ist schon mal verwerflich und deutet darauf hin, daß die Feststellungen schon mal richtig sind.
Gruß
Ronald
Hallo Herr Henrici,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Da Sie doch gerne hier eine ernsthafte Diskussion hätten, ist mir wie meinem Vorredner unbegreiflich, wieso sie ständig mit Pauschalurteilen um sich werfen. "Die A- und B-Kirchenmusiker", "die Organisten" - Sie haben offensichtlich entsprechende Erfahrungen gemacht, im Gegensatz zu anderen. Diese hier zu verallgemeinern und daraus eine ernsthafte Diskussion starten zu wollen, kann doch wohl nicht ihr Ernst sein?!? Das hat doch nicht im Entferntesten etwas mit wissenschaftlicher Urteilsbildung / Diskussion zu tun.

Ich sehe in Ihren Ausführungen nur eine grundsätzliche Diffamierung von hauptberuflichen Kirchenmusikern, die nun zufällig das "Pech" haben, dass in räumlicher Nähe zu ihrem Dienstort eine Konzertorgel steht. Dazu tragen die von Ihnen hier vertretenen Vorurteile keinesfalls dazu bei, das Ansehen der Kirchenmusiker und der Dozenten (und damit auch des Instrumentes Orgel an sich) zu verbessern. Wenn das so gewünscht ist - nun denn.

Dann kommt das Stichwort "Kuratoren auf Honorarbasis" (aha, der Dienst soll also nicht unentgeltlich durchgeführt werden müssen). Wäre dafür nicht der Eigentümer des Instrumentes - bei aller verbreiteten Unkenntnis über das Instrument Orgel - in der Pflicht, einen solchen zu suchen?

Aus Ihrem letzten Satz geht nicht hervor, ob Sie damit (Stichwort Anonymität) mich oder die Musiker meinen. Ich poste hier nicht unter Klarnamen, da dies so möglich ist, kann Ihnen diesen aber gerne per PN mitteilen.

Freundliche Grüße
Solcena (so nannte B. König die Sesquialtera)

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Re: "Fast" nicht genutzte Saalorgeln

Beitrag von Grobgehackt » Dienstag 26. August 2014, 20:06

Beschränken wir eben mal den Verdacht, dass Saalorgeln vernachlässigt werden, auf die (wenigen) Orte, wo es solche überhaupt gibt....
Ich hatte zumindestens noch nirgends Gelegenheit, ein Konzert mit einer Saalorgel zu hören.... was aber nicht bedeuten muss, dass es davon nur wenig gibt - es gibt in meiner Umgebung nun mal keine einzige....(Umkreis 50 km) :(

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olds
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Re: "Fast" nicht genutzte Saalorgeln

Beitrag von olds » Dienstag 26. August 2014, 22:15

Ei oder Henne?

Was war als erstes da?

Wenn der Saalorgel-Besitzer nicht möchte, kann der A- oder B- Mann (..und Frau, natürlich...) machen was er will, es findet halt keine Veranstaltung mit dem Instrument statt.

Und wenn einer nicht will, warum soll ich mich da reinhängen? Wer nicht will, der hat schon.

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Re: "Fast" nicht genutzte Saalorgeln

Beitrag von Ronald Henrici » Dienstag 26. August 2014, 22:45

Saalorgelbesitzer wollen schon, aber nur ganz wenige kompetente Musiker treten an die Saalorgelbeitzer heran, um ein Konzert zu spielen. Denn viele Saalorgelbesitzer sind es überhaupt nicht gewohnt, daß jemand auf der Orgel spielen möchte. Die sind immer sehr erstaunt und überrascht, wenn ich mich z.B. nur einmal melde, um auch nur einmal die Orgel spielne möchte, sei es auch nur ohne Publikum oder auch zur Vorführung mit Publikum, wie ich es im vorigen Jahr erlebt habe. Erstaunt deshalb mit einer Antwort:"Da hat in den letzten 15 Jahren noch nie jemand nachgefragt". Oder: "So lange wie ich hier in der Verwaltung tätig bin, hat noch nie jemand nach der Orgel gefragt, und ich bin inzwischen mehr als 10 Jahre hier." Einzige Ausnahme war bisher der Konzertsaal im Kurhaus Wiesbaden, wo regelmäßig mindestens einmal im Monat ein Orgelkonzert stattfindet.
Das mangelnde Intersse liegt nicht an den Saalbesitzern oder am Publikum, sondern an denen, die eigentlich spielen könnten und wollen.
Gruß
Ronald
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Re: "Fast" nicht genutzte Saalorgeln

Beitrag von Ronald Henrici » Dienstag 26. August 2014, 23:24

Liebe Forumsteilnehmer !
Mein "Pauschalurteil" zu den A- und B-Kirchenmusikern ist keineswegs ein solches, sondern eine gezielte Provokation. Ich möchte im Forum keine Namen nennen, denn diese könnte ich sehr wohl mit meiner Darstellung meinen. Ich möchte gerade diese Musiker aus der Reserve locken, gerade weil ich sie sehr schätze und es ihnen besonders zumute, sich mehr um die Konzertsaalorgeln zu kümmern ! Aber sie lassen sich bisher nicht dazu bringen, sich gegen meine Provokationen zu wehren, was sie eigentlich tun müßten. Denn diese Kirchenmusiker verstecken sich trefflich, statt einmal offen kund zu tun, was sie denn eigentlich "mehr ausüben, als in ihrem Dienstvertrag steht".
Gewiß ist Mutterschutz gesetzlich geregelt, und das ist auch gute so. Aber selbst hier in Umgebung von 100 KM kenne ich zwei Kantorinnen, denen ihr Kantorendienst doch sehr lästig ist und in dem anderen Fall sehr lästig war. Man kann schließlich auch in den "gesetzlich geregelten Mutterschutz flüchten", wenn einem die Arbeit zu viel wird. Denn warum gibt eine Kantorin ausgerechnet die Kantorei und die Singarbeit mit den Kindern an jemand anderes ab, sie könnte sich viel trefflicher von ihren sechs vorhandenen Organisten in der Zeit vertreten lassen ?! Gewiß geschieht der Mutterschutz auch in anderen Berufen. Warum sollte es dann bei den kirchlichen Bediensteten anders sein...?
Zu den Saalorgeln: Die Besitzer der Saalorgeln können keinen "Kustos" oder "Kurator" für ihre Instrumente anstellen, wenn sie keine kompetenten Musiker finden, die sich zu einem solchen Amt bereiterklären. Das ist das Dilemma mit den Saalorgeln, und deshalb werden diese auch selten gespielt und noch seltener fachgerecht gewartet. Den "Verwaltungen" von Konzertsälen werden in den seltensten Fällen bewußt gemacht, daß sie eine Orgel in ihrem Konzertsaal stehen haben , die gespielt werden und gepflegt werden darf wie ihr Flügel, der ja auch häufiger zum Erklingen kommt. Ich merke das immer wieder, wenn ich wegen der Orgeln die Säle aufsuche, um diese Instrumente zu spielen. Es gibt keine Ansprechpartner, die einigermaßen über ihre Instrumente Bescheid wissen, nicht einmal darüber, wie man an den entsprechenden "Orgelschlüssel" kommt. Die Mitarbeiter der Verwaltung können nicht einmal einen Kustos oder Kurator nennen, an den man sich wenden kann. Und die örtlichen Kirchenmusker wollen damit nichts zu tun haben !
Dann zu dem Forumsteilnehmer, der "auf der Alb" lebt: Ich habe mir mal daraufhin meinen Autoatlas vorgenommen, um von Stuttgart oder Augsburg den Umkreis von 50 KM abzustecken, da ist die Alb voll drinn. Allein in Stuttgart gibt es zwei Konzertsaalorgeln, in Augsburg gibt es eine Konzertsaalorgel, in Ludwigsburg gibt es zwei Saalorgeln, die die Funktion von Konzertsaalorgeln ausfüllen (Pädagogische Hochschule), in der Aula der Universität Tübingen steht eine herrliche Orgel, keiner kümmert sich darum, im Schloß Hechingen gibt es eine Saalorgel im Kammermusikraum, im Schloß Sigmaringen steht eine Orgel im Saal, wo auch Kammerkonzerte für die Öffentlichkeit stattfinden, in der Bibliothek des Schlosses Bad Schussenried steht eine solche Orgel, die zu Konzerten genutzt werden kann..., und dann auch noch die Saalorgeln, die ich bisher nicht kennenlernen konnte. Einfach weil kein Ansprechpartner da ist, der sich geflissentlich um die Orgeln kümmert. Was übrigens auch bei den hier genannten Orgeln der Fall ist. Keiner kümmert sich darum !!
Und gerade da geht mein Aufruf hin an die ach so überlasteten hauptberuflichen Kirchenmusker, die wegen ihrer Kompetenz sich eigentlich auch um diese Instrumente kümmern sollten ! Verschließt Euch nicht in den Kirchen, taucht da nicht unter, sondern nehmt Anteil an den Instrumenten Orgel die nicht in Kirchen in Eurem Umkreis zu finden sind.
Wenn Ihr Euch nicht auch um die Konzertsaalorgeln kümmert, wer soll es denn sonst tun ?!?
Meine Erfahrungen mit der Orgel aus dem Feierabendhaus in Ludwigshafen gehören auch hierhin, werde ich an anderer Stelle ausführlich berichten !
Aus meiner Vergangenheit in Köln als Gymnasiast und dann Sonderschullehrer kann ich sagen, daß es das Problem schon immer gab.Es war keiner da, der sich mit den Orgeln in den Schulaulen, selbst mit der im Konzertsaal des WDR und der im Gürzenich kömmerte, bis ich die regelmäßigen Orgelvorführungen für Schulklassen und die Eltern der Kinder durchführte. Und dabei blieb ich der Einzige, bis auf die alle zwei Monate im Gürzenich stattfindenden Öffentlichen Konzerte mit namhaften Organisten aus aller Welt.
Meine Bemühungen an beiden Konzertsaalorgeln sind nicht abgewiesen worden, ganz im Gegenteil: Die Orgel-Besitzenden (in dem Fall der WDR und die Stadt Köln) haben mich freudig aufgenommen, selbst zu ungewöhnlichen Zeiten wie morgens um Acht oder abends nach 22 Uhr.
Es liegt da nicht an dem Nichtwollen der "Orgelbesitzer". Den Orgelbesitzern ist es im Gegenteil sehr wichtig, wenn ein intensives und echtes Interesse vom Orgelspielenden mit Nachdruck offeriert wird.
Gruß
Ronald
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elsenp
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Re: "Fast" nicht genutzte Saalorgeln

Beitrag von elsenp » Mittwoch 27. August 2014, 17:23

Ronald Henrici hat geschrieben:Gewiß ist Mutterschutz gesetzlich geregelt, und das ist auch gute so. Aber selbst hier in Umgebung von 100 KM kenne ich zwei Kantorinnen, denen ihr Kantorendienst doch sehr lästig ist und in dem anderen Fall sehr lästig war. Man kann schließlich auch in den "gesetzlich geregelten Mutterschutz flüchten", wenn einem die Arbeit zu viel wird. Denn warum gibt eine Kantorin ausgerechnet die Kantorei und die Singarbeit mit den Kindern an jemand anderes ab, sie könnte sich viel trefflicher von ihren sechs vorhandenen Organisten in der Zeit vertreten lassen ?! Gewiß geschieht der Mutterschutz auch in anderen Berufen. Warum sollte es dann bei den kirchlichen Bediensteten anders sein...?
Lieber Herr Henrici,

Ihre verbalen Entgleisungen sind einfach unerträglich.
Ich weiß nicht, woher ihr Frust in Sachen hauptamtlicher Kirchenmusiker und Mutterschutzregelung stammt, aber das geht mir einfach zu weit.

Herzliche Grüße
Peter Elsen

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Re: "Fast" nicht genutzte Saalorgeln

Beitrag von Ronald Henrici » Mittwoch 27. August 2014, 21:29

Lieber Herr Elsen !
Herzlichen Dank für Ihren Hinweis auf meine unerträglichen Formulierungen. Ich werde mich bessern !
Gruß
Ronald
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