Elbphilharmonie-Orgel

Diskussionen rund um Orgelneubau, Orgelrestauration, Register, Technik, usw.
Roland Eberlein
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Beitrag von Roland Eberlein » Donnerstag 6. März 2008, 08:45

Es ist zu befürchten, dass ein großer Teil des Publikums erst nach dem "Vorspiel" in den Saal strömt - im Kino ist es auch nicht anders, während der Werbung geht man doch normalerweise noch Popkorn und Bierchen holen. Und dann noch das Argument mit den Kosten - ein Organist - zumal ein guter - spielt nicht kostenlos. Zudem würde das der "Wertigkeit" der Orgel Abbruch - so als Pausenclown - nein Danke!
Händels Orgelkonzerte waren auch nichts anderes als Pausenfüller. Und obwohl die Leute natürlich zunächst raus- und reinliefen und quatschten, war sich Händel nicht zu schade dafür, selbst als "Pausenclown" an den Tasten zu sitzen und zu improvisieren - und wurde, weil man dies aus Erfahrung wußte, zur Hauptattraktion seiner Oratorienkonzerte, der man atemlos zuhörte, sobald er zu improvisieren anfing.

Und was die Kosten betrifft: Wenn dadurch auch nur 100 Karten mehr für die reinen Orgelkonzerte verkauft werden, dann sind die aufgewendeten Kosten bereits mehr als amortisiert. Eine Plakatwerbeaktion ist übrigens wesentlich teurer.

Niels

Beitrag von Niels » Donnerstag 6. März 2008, 13:09

Während ich gerade in die Tastatur tippe, kommt aus den Lautsprechern meines PC die 5te von Widor :oops: :idea:

harald
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titel

Beitrag von harald » Dienstag 18. März 2008, 13:37

habe mal vor ca. 2 jahren auf der schuke orgel (in der evangl. altstadtkirche in gelsenkirchen) die musik zum stummfilm
zacharias gehört
war ein tolles erlebnis(wurde life zum film gespielt )

war auch gut besucht (kommt ja nicht alle tage vor)

malle235
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Re: Elbphilharmonie-Orgel

Beitrag von malle235 » Sonntag 3. Juli 2016, 14:12

um dieses Thema mal wiederzubeleben: die Intonation läuft bereits

wie ich finde eine sehr vielseitige Disposition

2016, IV/69, mech./elektr.


I. CHORWERK
C-c4
Konzertflöte 8'
Quintaton 8'
Bordun 8'
Viola 8'
Vox angelica 8'
Zauberflöte 4'
Violine 4'
Quintflöte 2 2/3'
Piccolo 2'
Terzflöte 1 3/5'
Larigot 1 1/3'
Septime 1 1/7'
Harmonia aetheria IV 2 2/3'
Orchesterclarinette 8'
Corno di Bassetto 8'
Tremulant

II. HAUPTWERK
C-c4
Principal 16'
Principal major 8'
Principal minor 8'
Geigenprincipal 8'
Flaut major 8'
Bordun 8'
Octave 4'
Blockflöte 4'
Quinte 2 2/3'
Octave 2'
Cornett V 8'
Mixtur IV 2'
Trompete 16'
Trompete I 8'
Trompete II 8'
Tremulant

III. SCHWELLWERK
C-c4
Bordun 16'
Diapason 8'
Harmonieflöte 8'
Rohrflöte 8'
Viola di Gamba 8'
Vox coelestis 8'
Principal 4'
Traversflöte 4'
Doublette 2'
Nonencornett VI 2 2/3'
Mixtur IV 1 1/3'
Bombarde 16'
Trompete 8'
Hautbois 8'
Vox humana 8'
Tremulant

IV. SOLOWERK
C-c4
Claribel 8'
Stentorgambe 8'
Horn 8'
Bombard Tuba 16'
Tuba mirabilis 8'

FERNWERK
C-c4
Seraphonflöte 8'
Seraphonflöte 4'
Stentorklarinette (durchschl.) 16'
Stentorklarinette (durchschl.) 8'
Windschweller für Klarinette

PEDAL
C-g1
Flöte 32'
Untersatz 32'
Principal 16'
Flöte 16'
Subbass 16'
Violon 16'
Octavbass 8'
Cello 8'
Gedecktbass 8'
Octave 4'
Mixtur IV 2 2/3'
Contra Posaune 32'
Trombone 16'
Posaune 16'
Trompete 8'

KOPPELN/COUPLERS
III – I
IV – I
FW – I
I – II
III – II
IV – II
FW – II
IV – III
FW – III
FW – IV
I – P
II – P
III – P
IV – P
FE – P
I Sub
I Super
I Äqual ab
III Sub
III Super
III Äqual ab (nur el. SP)
IV Sub
IV Super
IV Äqual ab
FW Sub
FW Super
FW Äqual ab
P Super
III Super – P

trommet16
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Re: Elbphilharmonie-Orgel

Beitrag von trommet16 » Sonntag 3. Juli 2016, 14:20

Vermisst außer mir noch jemand ein Clairon 4´ ?

Voceumana
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Re: Elbphilharmonie-Orgel

Beitrag von Voceumana » Sonntag 3. Juli 2016, 14:30

Wenn man mir ein irgendwie realitätsnahes Beispiel für die Verwendung der Zunge 4' beschreiben könnte, das ich nicht auch durch die vielen Zungen und die Koppelmöglichkeiten erreichen könnte, dann würde ich ihn sicher vermissen. Die Orgelbauer und Intonateure werden sich hier etwas dabei gedacht haben, vielleicht brauchts der Raum einfach nicht.

Ansonsten vermisste jeder irgendetwas: Wo ist der lese Streicher 2', wo sind Voce umana 8' und Unda maris 8', wo die Streicherschwebung 16' für das orchestrale Spiel? Tuned Percussion hat man ganz vergessen, oder wurden die nur nicht aufgeführt - Celesta, Glockenspiel, Röhrenglocken, Xylophon?

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Friedrich Sprondel
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Re: Elbphilharmonie-Orgel

Beitrag von Friedrich Sprondel » Freitag 22. Juli 2016, 10:56

Voceumana hat geschrieben:Wenn man mir ein irgendwie realitätsnahes Beispiel für die Verwendung der Zunge 4' beschreiben könnte, das ich nicht auch durch die vielen Zungen und die Koppelmöglichkeiten erreichen könnte, dann würde ich ihn sicher vermissen. Die Orgelbauer und Intonateure werden sich hier etwas dabei gedacht haben, vielleicht brauchts der Raum einfach nicht.
Ich glaube, so ist es. Zumindest schreibt Philipp Klais in einem Text über Saalorgeln in »Beiträge zu Geschichte und Ästhetik der Orgel II«, im Konzertsaal gingen viele differenzierte Grundstimmen und kräftige Mixturen vor (beide werden nach meinem Eindruck in hallarmen Saal-Akustiken rasch geschluckt), 4'-Trompeten dagegen könnten eher mal wegbleiben.

In den Schwellwerken Cavaillé-Colls sind die Clairons ja auch eher Vertreter eines Plenums, sie sorgen für obertönige Durchschlagskraft. In der Elbphilharmonie-Disposition hütet aber das Schwellwerk, eher nach englischer Sitte, das Gegenplenum zum Hauptwerk. Für Obertönigkeit ist also schon gesorgt. Hinzu kommt, dass in trockener Akustik Clairons öfter mal zurückgenommen werden müssen; wenn sie sich dann so schmal auf die Trompeten draufsetzen, klingt das – besonders in Schwellwerken – ganz schnell nach Riesenharmonium. Mit einer richtigen Mixtur passiert das nicht.

Viele Grüße
Friedrich

Ronald Henrici
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Re: Elbphilharmonie-Orgel

Beitrag von Ronald Henrici » Samstag 23. Juli 2016, 20:09

Das Leidwesen der Konzertsaalorgeln ! Warum baut man diese überhaupt in einem Umfang als Großorgeln, wenn sie doch nicht mehr gespielt werden nach etwa zwei Jahren ! Ich habe immer wieder im Forum an die Organisten - sei es mit A - Qualifikation, sei es mit D - Qualifikation - oder auch kompetente"Hobbyorganisten" die sehr gut spielen und improvisieren können.
Auch hier geht mein Apell an alle Liebhaber von Pfeifenorgeln - auch in Konzertsälen:
Holt euch endlich einmal willige Organisten heran, die auchm gern auf Konzertsaalorgeln spielen !
Es gibt interessierte Organisten, und es sollen auch endlich einmal beruflich tätige Organisten in Kirchen aufgefordert werden, sich um die in ihrer Nähe liegenden Konzertsaalorgeln endlich intensiver zu kümmern, selbst mit der Handhabe, woolende nebenamtlich Organisten mit den Konzertsaalorgeln zu konfrontieren. Si rennen damit offene Türen ein.
Aber sie tun nichts dazu ! Eine sehr traurige Angelegenheit und langjährige Erfahrung.
Wo bleibt zum Bespiel das Interesse von hauptamtlichen Kirchenmusikern ? Ich sehe immer wieder: gleich Null !!
Gruß
Ronald
he: Orgel spielen heißt:einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren. (Ch.M.Widor)

Nachthorn
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Re: Elbphilharmonie-Orgel

Beitrag von Nachthorn » Samstag 23. Juli 2016, 22:47

Alternativ könnte man auch endlich davon Abstand nehmen, in jeden größeren Konzertsaal eine Orgel bauen zu wollen. Die Erfahrung zeigt, dass diese Instrumente wenig bis gar nicht gespielt werden, so dass die immensen Kosten meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt werden können.
Die Orgel ist eben immer noch ein prima Prestigeobjekt für die finanzkräftige bildungsbürgerliche Elite. Man kann damit schön angeben und so ein Instrument macht sich meist optisch gut im Raum. Vielleicht kommt der eine oder andere Geldgeber auch als großzügiger Spender in der Öffentlichkeit zur Geltung. Es genügt den Finanziers aber völlig, dass die Orgel da ist, gespielt werden muss sie nicht.
Um ein so teures Instrument durch den realen Einsatz aber zu rechtfertigen, müsste es mindestens einmal im Monat einen ausverkauften Orgelabend geben. Dieses Ziel erreicht man aber nirgendwo. Das Interesse am Instrument wie auch am Repertoire ist schwindend gering, sowohl bei den Musikschaffenden als auch beim Publikum. Außerdem gibt es in den Städten, die für eine Konzertsaalorgel in Frage kämen, bereits genügend gute Instrumente in Kirchen. Wer Orgelmusik hören will, geht dort hin. Die wenigen Konzerte, die eine Pfeifenorgel erfordern, könnte man doch ohne größere Probleme in eine entsprechend ausgestattete Kirche verlagern. Das Geld, das man sich für die Anschaffung und Wartung der Konzertsaalorgel spart, kann sinnvoll an anderer Stelle eingesetzt werden.
Je mehr ich über dieses Thema nachdenke, desto stärker wird meine Abneigung gegen Konzertsaalorgeln. Da wird einfach an der falschen Stelle Geld ausgegeben.

Gruß, Nachthorn

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Re: Elbphilharmonie-Orgel

Beitrag von Administrator » Sonntag 24. Juli 2016, 17:00

Hier mal der Link zu einem Video, welches die Orgel der Elbphilharmonie betrifft.
http://www.ndr.de/kultur/musik/Die-Orge ... e1448.html

Ich bin - trotz mancher Register, die vielleicht vermisst werden - sehr gespannt. Vor allem darauf, ob sich die Orgel dort etablieren kann und auch viel gespielt wird. Es wäre schade, wenn es nicht so wäre.
Es wäre eine gute Chance, die Orgel und die Musik auch weniger betuchten Bürgern und vor allem Kindern nahe zu bringen. Warten wir ab ...

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Re: Elbphilharmonie-Orgel

Beitrag von Voceumana » Sonntag 24. Juli 2016, 17:23

Also,

ich denke, eine Orgel war oft das Prestige-Objekt schlechthin für den Auftrag- und/oder Geldgeber, früher als Orgeln in der Kirche für die Gemeinden und Fürsten, heute eben als Orgeln im Saal. Hieran nehme ich auch keinen Anstoß. Man kann sicher das Geld "sinnvoller" ausgeben. Das ist immer aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Wir als Orgelliebhaber sollten aber froh sein, dass hier sinnlos Geld ausgegeben wird - ich bin es auch deshalb, weil somit ein Handwerk, das gerade in Deutschland Tradition hat, unterstützt und erhalten wird, und so der Fortbestand einiger Orgelbauer auch in für die Kirchen finanziell schwierigeren Zeiten gesichert wird, und ich halbwegs sicher sein kann, dass mir auch in Jahren jemand die Orgel wartet, stimmt und repariert.

Was aber nicht geht, lieber Herr Henrici, ist eine pauschale Kritik an "den" Hauptamtlichen, die Saal- und Konzertorgeln in ihrer Nähe vernachlässigen würden.
Ich gebe zu bedenken: Wir (damit meine ich auch mich) Hobby-Organisten und nebenamtlichen Kirchenmusiker, ganz unabhängig von der ggf. nachgewiesenen Qualifikation (C-, D-Prüfung) und unabhängig von der tatsächlichen Qualität unseres Spiels, wir spielen Orgel, weil es uns Spaß macht, weil es unser Hobby ist. Wir lieben es Orgeln zu spielen. Ich z. B. liebe die Instrumente und ihre Technik, das Üben von Literatur liebe ich weniger. Ich freue mich daher auf das eigene Spiel und die Gelegenheit auf möglichst vielen Orgeln (aber nicht auf jeder...) zu spielen.

So mancher Hauptamtlicher muss sich mit senilen oder grenzdebilen Vorgesetzten und deren Ignoranz herumärgern, das vergreiste Domkapitel und den Pfarrgemeinderat aus Hausfrauen kenn man doch - ebenfalls pauschal und ohne Anspruch auf Gültigkeit verallgemeinert.
Er muss neben den vielen Gottesdiensten und Kasualien (zu allen Tages- und Nachtzeiten) immer mehr Wünsche berücksichtigen, es wird viel erwartet (Chöre und sonstige Musikgruppen aller Altersklassen und Repertoire-Präferenzen), immer mehr Gemeinden müssen parallel versorgt werden, vielleicht hat man auch Wünsche und Bedürfnisse an ein Privatleben oder gar die Familie äußert Wünsceh an einen selbst - Kurz: Auch hier wird das Phänomen sichtbar, dass aus der Berufung erst Beruf und später gar Verdruss werden kann.

Ich nehme es daher pauschal "den Hauptamtlichen" erstmal nicht übel, wenn sie ihren Job machen, und nicht sofort als ehrenamtlicher Kustos eines benachbarten säkularen Instrumentes "hier schreien", um sich dann mit Stadtkämmerer über Sinn und Unsinn von Kosten für eine Extra-Stimmung vor dem Orgelzyklus zu streiten, oder mit allen möglichen Personen die Übe- und Vorbereitungszeiten im Konzertsaal abstimmen müssen, um dann trotzdem vom Trupp Handwerker mit der Hilti genervt zu werden, die "nur schnell" noch 400 Löcher für die neuen Lampen bohren wollen. Ich würde so ein Fass auch nicht zusätzlich zum eigentlichen Beruf aufmachen wollen. Wenn die Rahmenbedingungen passen, damit es Spaß macht, dann kann man das machen, auch ehrenamtlich - dann ist's wieder ein Hobby...

olds
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Re: Elbphilharmonie-Orgel

Beitrag von olds » Sonntag 24. Juli 2016, 21:27

Der Vorschlag mag ambinioniert sein, da stimme ich vollends zu. Allerdings sehe ich Henricis´ Einlassung nicht so kritisch, sondern teile in gewisser Weise seine Meinung.

Und berichte dazu folgende Begebenheit.

Erst in einer fortgeschrittenen Phase meines Studiums stellte ich erfreut fest, dass in dem alten ehrwürdigen Gebäude eine richtig schmucke alte Aula ist und dort auch eine Orgel steht. OK, gut, dass es die Aula gibt wusste ich schon vorher, aber erst zu diesem späteren Zeitpunkt hatte ich Zutritt. Diese und die altehrwürdige Aula geht auf eine vorherige Zeit zurück, als die Uni nur aus diesem Gebäudekomplex bestand und sich erst Mädcheninternat und später Lehrerbildungsanstalt nannte.

Die Aula selbst wurde nur noch für Klausuren genutzt und von Dozenten, deren Büro um´s Eck war und sich gerne kurze Wege hielten. Sogar für den eigentlichen Zweck - Gottesdienste der Studenten bzw. Schüler - wurde die Aula nicht mehr genutzt, da die Gottesdienstherrlichkeit an die Hochschulgemeinden abgegeben worden war und die in andere Räumlichkeiten auswich, bzw. ihre eigenen nutzten.

Die Orgel interessierte also keinen, obwohl die Hochschule auch (Schul-)Musiker ausbildete und sogar das Fach Orgel anbot. Wer das studierte, fuhr aber mit dem Studententicket die ca. 20km mit der Bahn in die Kirche, deren Kantor den entsprechenden Lehrauftrag hatte.

Darüber hinaus gab es noch mindestens zwei Professoren, die auch konzertant als Organist auftraten, beide als Hobbyorganisten. Nur: Keiner interessierte sich für das Instrument.

Natürlich dürfte die Elbharmonieorgel einen andren Ruf genießen, mal irgendwann. Aber insgesamt konnte ich bisher noch nie ein besonderes Interesse bei Kirchenmusikern entdecken, mal eine Konzertorgel in Angriff zu nehmen.
Die es übrigens in der Stadt auch noch gibt, wie ich jetzt erst vor kurzem erfahren habe.

kjz1
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Re: Elbphilharmonie-Orgel

Beitrag von kjz1 » Montag 25. Juli 2016, 11:53

olds hat geschrieben:Erst in einer fortgeschrittenen Phase meines Studiums stellte ich erfreut fest, dass in dem alten ehrwürdigen Gebäude eine richtig schmucke alte Aula ist und dort auch eine Orgel steht. OK, gut, dass es die Aula gibt wusste ich schon vorher, aber erst zu diesem späteren Zeitpunkt hatte ich Zutritt. Diese und die altehrwürdige Aula geht auf eine vorherige Zeit zurück, als die Uni nur aus diesem Gebäudekomplex bestand und sich erst Mädcheninternat und später Lehrerbildungsanstalt nannte.

Die Aula selbst wurde nur noch für Klausuren genutzt und von Dozenten, deren Büro um´s Eck war und sich gerne kurze Wege hielten. Sogar für den eigentlichen Zweck - Gottesdienste der Studenten bzw. Schüler - wurde die Aula nicht mehr genutzt, da die Gottesdienstherrlichkeit an die Hochschulgemeinden abgegeben worden war und die in andere Räumlichkeiten auswich, bzw. ihre eigenen nutzten.
Ich glaube, die Uni kenne ich... :D Die Orgel in der Aula habe ich allerdings auch nie gehört, wahrscheinlich war sie auch schon seit Jahren unspielbar. Das Gebäude selbst steht unter Denkmalschutz und soll jetzt umgebaut werden.
olds hat geschrieben:Die Orgel interessierte also keinen, obwohl die Hochschule auch (Schul-)Musiker ausbildete und sogar das Fach Orgel anbot. Wer das studierte, fuhr aber mit dem Studententicket die ca. 20km mit der Bahn in die Kirche, deren Kantor den entsprechenden Lehrauftrag hatte.
Es kann aber auch daran liegen, dass es in der Uni noch eine andere (neuere) Orgel gab. Diese wurde auch an den neuen Standort der Uni mit umgezogen und steht jetzt wieder dort im Musiksaal.
olds hat geschrieben:Darüber hinaus gab es noch mindestens zwei Professoren, die auch konzertant als Organist auftraten, beide als Hobbyorganisten. Nur: Keiner interessierte sich für das Instrument.
Wenn es sich um die Professoren handelt, an die ich denke, so hatten/haben beide auch eine (nebenamtliche) Stelle als Kirchenorganist und dort größere Orgeln zur Verfügung. Der eine 'Hobbyorganist' verfügt im übrigen über die A-Prüfung und das Konzertexamen, besitzt also die 'höheren Weihen' und hat selbst viele Organisten ausgebildet. Beide Professoren verfügen auch über eine Pfeifenorgel zu Hause, einer hat dieses Instrument jetzt altersbedingt der hiesigen städtischen Musikschule geschenkt, um dort als Ausbildungsinstrument zu dienen.
olds hat geschrieben:Die es übrigens in der Stadt auch noch gibt, wie ich jetzt erst vor kurzem erfahren habe.
Gemeint ist wohl diese Orgel. Da war viele Jahre lang einer der Professoren Kurator dieses Instruments, jetzt ist in dieser Funktion der hiesige Regionalkantor tätig. Das Hauptproblem ist nur: in den Kirchen rundherum gibt es genügend große Orgeln, da muss man nicht für (Orgel-)Konzerte auf den Saal mit seiner staubtrockenen Akustik zurückgreifen. Zudem ist der Saal so gut gebucht, da fehlt einfach die Frei-Zeit zum Üben. Ausserdem ist die Inbetriebnahme von Saalorgeln oft mit Aufwand und Kosten (Saalarbeiter) verbunden.

olds
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Re: Elbphilharmonie-Orgel

Beitrag von olds » Montag 25. Juli 2016, 17:36

Echt?

In Metternich steht auch eine Orgel? Siehste mal, ich war noch 8 Semester auf dem neuen Campus und weiß gar nix davon.
In der Stadt selbst dürfte das auch eher unbekannt sein.

Übrigens sprichst Du da noch einen Punkt an, den Voceuma in seiner "Stellenbeschreibung" ausgelassen hat. Ich habe Anfang der "Nuller Jahre" ja die Umstrukturierung der Trierer Dekanate auch im musikalischen Sinn ziemlich nah mitbekommen und der Kampf wurde auch darüber entschieden, welcher hauptberufliche Musiker seine Kirche und sein Instrument besonders gut im Konzert- und Kulturbetrieb erstrahlen lassen konnte. Da interessiert ein Konzertinstrument in anderer Leute Budget dann nicht so dringend.

Übrigens, der Nebenamtler mit A-Examen (und inzwischen neuer Orgel, gell?) hat wohl noch ein ungewöhnliches Hobby.
Habe mal gehört, dass der sich einen historischen Unimog restauriert hat.

kjz1
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Re: Elbphilharmonie-Orgel

Beitrag von kjz1 » Montag 25. Juli 2016, 18:41

olds hat geschrieben:In Metternich steht auch eine Orgel? Siehste mal, ich war noch 8 Semester auf dem neuen Campus und weiß gar nix davon. In der Stadt selbst dürfte das auch eher unbekannt sein.
Aber sicher doch, im D-Gebäude im Obergeschoß. Und in der Stadt ist es wohl tatsächlich unbekannt.
olds hat geschrieben:Übrigens sprichst Du da noch einen Punkt an, den Voceuma in seiner "Stellenbeschreibung" ausgelassen hat. Ich habe Anfang der "Nuller Jahre" ja die Umstrukturierung der Trierer Dekanate auch im musikalischen Sinn ziemlich nah mitbekommen und der Kampf wurde auch darüber entschieden, welcher hauptberufliche Musiker seine Kirche und sein Instrument besonders gut im Konzert- und Kulturbetrieb erstrahlen lassen konnte. Da interessiert ein Konzertinstrument in anderer Leute Budget dann nicht so dringend.
Zumal es ein zäher Kampf sein dürfte, bei den städtischen Stellen Geld für den Unterhalt einer Profanorgel auf Dauer einzuwerben.
olds hat geschrieben:Übrigens, der Nebenamtler mit A-Examen (und inzwischen neuer Orgel, gell?) hat wohl noch ein ungewöhnliches Hobby. Habe mal gehört, dass der sich einen historischen Unimog restauriert hat.
Ja, die von ihm (und zwei weiteren Profs) mit konzipierte Orgel ist schon, um im Jugendslang zu sprechen, ein 'verschärftes Teil'. Ansonsten sage ich immer, dass wir einen 'PROFessionellen Nebenamtler' (schon einige Jahrzehnte) als Organist haben. Und ich kenne nur die Story, dass er eigenhändig den Motor eines VW Käfers getauscht hat. Also auch handwerklich begabt.

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