Die große Silbermann-Orgel im Dom zu Freiberg

Diskussionen rund um Orgelneubau, Orgelrestauration, Register, Technik, usw.
Principalbass16Fuss
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Die große Silbermann-Orgel im Dom zu Freiberg

Beitrag von Principalbass16Fuss » Montag 29. August 2016, 13:42

Hallo zusammen und herzlich willkommen! :)

Hiermit gründe ich einen Themenbereich, den ich einer der schönsten Barockorgeln Deutschlands widmen möchte: Der großen Silbermann-Orgel im Dom zu Freiberg (Sachsen), über die jeder Organist schon einmal etwas gehört und/oder gelesen haben sollte! :D Wie man weiß, erlernte Gottfried Silbermann sein Handwerk als Orgelbauer bei seinem älteren Bruder Andreas Silbermann im Elsass, dessen Instrumente sich für die Interpretation barocker Orgelwerke französischer Meister hervorragend eignen. Ich selbst bin momentan dabei, die beiden Orgelmessen von Francois Couperin (1668-1733) komplett einzuüben und könnte mir sehr gut vorstellen, dass diese auch an der Freiberger Domorgel überzeugend klingen würden. Was meint Ihr? :wink:

Jedenfalls habe ich die Disposition der Freiberger Domorgel wie folgt ins Französische übersetzt! :mrgreen:

Viele Grüße vom Principalbass16Fuss

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Das Brustwerk (I. Manual) der Freiberger Domorgel

Beitrag von Principalbass16Fuss » Montag 29. August 2016, 13:51

BRUSTWERK (I) = "POSITIF"

Gedackt 8' = Bourdon 8'
Prinzipal 4' = Prestant 4'
Rohrflöte 4' = Flute a cheminee 4'
Nasat 2 2/3' = Nazard 2 2/3'
Oktave 2' = Doublette 2'
Terz 1 3/5' = Tierce 1 3/5'
Quinte 1 1/3' = Larigot 1 1/3'
Sifflöte 1' = Sifflet 1'
Mixtur 3fach = Fourniture III

ANMERKUNGEN:
a) In französischen Barockorgeln findet man anstelle einer ROHRflöte wohl eher eine "normale" 4'-Flöte mit der einfachen Bezeichnung "Flute".
b) Das Vorkommen einer Sifflöte 1' in französischen Barockorgeln halte ich ebenfalls für unwahrscheinlich.

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Das Hauptwerk (II. Manual) der Freiberger Domorgel

Beitrag von Principalbass16Fuss » Montag 29. August 2016, 13:58

HAUPTWERK (II) = "GRAND-ORGUE"

Bordun 16' = Bourdon 16'
Prinzipal 8' = Montre 8'
Viola di Gamba 8' = Viole de gambe 8'
Rohrflöte 8' = Flute a cheminee 8'
Oktave 4' = Prestant 4'
Quinte 2 2/3' = Nazard 2 2/3'
Superoktave 2' = Doublette 2'
Terz 1 3/5' = Tierce 1 3/5'
Kornett 5fach (ab c') = Cornet V
Mixtur 4fach = Fourniture IV
Zimbel 3fach = Cymbale III
Trompete 8' = Trompette 8'
Klarine 4' = Clairon 4'

ANMERKUNGEN:
a) Eine französische Barockorgel hätte hier anstelle der Rohrflöte 8' zweifellos einen Bourdon (Gedackt) 8', wobei dessen Pfeifen häufig als Rohrflöte gebaut sind! :lol:
b) Eine Viola di Gamba 8' in französischen Barockorgeln zu finden, halte ich für MEHR als unwahrscheinlich! :o

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Das Oberwerk (III. Manual) der Freiberger Domorgel

Beitrag von Principalbass16Fuss » Montag 29. August 2016, 14:11

OBERWERK (III) = "RECIT" (?)

Quintadena 16' = Quintaton 16'
Prinzipal 8' = Montre 8'
Gedackt 8' = Bourdon 8'
Quintadena 8' = Quintaton 8'
Oktave 4' = Prestant 4'
Spitzflöte 4' = Flute conique 4'
Superoktave 2' = Doublette 2'
Flachflöte 1' = Flageolet 1'
Echo-Kornett 5fach (ab c') = Cornet V (alternative Bezeichnungen: "Cornet de Recit" oder "Cornet d'Echo")
Mixtur 3fach = Fourniture III
Zimbel 2fach = Cymbale II
Krummhorn 8' = Cromorne 8'
Vox humana 8' = Voix humaine 8'

ANMERKUNGEN:
a) Quintadena- bzw. "Quintaton"-Register gab es in Frankreich erst im 19. Jahrhundert bei Aristide Cavaille-Coll.
b) Anstelle der SPITZflöte würde man hier wieder eine "normale" 4'-Flöte mit der Bezeichnung "Flute" erwarten.
c) Ein Flageolet 1' habe ich bisher in keiner französischen Barockorgel gesehen; Silbermann baute es auch erst später anstelle des ursprünglichen Nasat 2 2/3' ein.
d) Was die beiden Zungenregister angeht, würde man das "Cromorne" (Krummhorn) im "POSITIF" und die "Voix humaine" (Vox humana) im "GRAND-ORGUE" französischer Barockorgeln erwarten.
e) Dieses reichhaltig besetzte Oberwerk mit ausgebautem Prinzipalchor und verschiedenen Weitchor-Registern entspricht natürlich in keinster Weise dem "Recit" französischer Barockorgeln! :shock: Letzteres befndet sich im Untergehäuse und verfügt maximal über ein 5-faches Diskant-Kornett und ggf. eine Diskant-Trompete 8'. Ich hatte eben nur an das in zwei schalldämpfenden Holzkästen untergebrachte Echo-Kornett gedacht... Ansonsten könnte man das Oberwerk ohne weiteres als "großes Positiv" und das Brustwerk als "kleines Positiv" bezeichnen.

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Das Pedalwerk der Freiberger Domorgel

Beitrag von Principalbass16Fuss » Montag 29. August 2016, 14:19

PEDALWERK = "PEDALE"

Untersatz 32' (gedeckt) + 16' (offen) = (Grand) Bourdon 32' oder Soubasse 32' + Flute 16'
Prinzipalbass 16' = Flute 16' oder Montre 16'
Subbass 16' = Bourdon 16' oder Soubasse 16'
Oktavbass 8' = Basse (ouverte) 8' oder Flute 8'
Oktavbass 4' = Flute 4' oder Prestant 4'
Pedalmixtur 6fach = Fourniture VI
Posaune 16' = Bombarde 16'
Trompete 8' = Trompette 8'
Klarine 4' = Clairon 4'

ANMERKUNGEN:
a) Das Register Untersatz 32' ist in der Freiberger Domorgel tatsächlich zweifach besetzt, und zwar mit einer gedeckten Holzpfeifenreihe zu 32' und einer offenen Holzpfeifenreihe zu 16' :!:
b) Die offenen Labialregister, d.h. den Prinzipalchor des Pedals habe ich hier mit "Flute" (16' 8' 4') bezeichnet, obwohl diese natürlich keine Flöten sind. Im klassisch-französischen Orgelbau verwendete man aber diese Bezeichnungen.
c) Eine Pedalmixtur ist mir im klassisch-französischen Orgelbau nicht bekannt.

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Literatur zur großen Silbermann-Orgel im Dom zu Freiberg

Beitrag von Principalbass16Fuss » Montag 29. August 2016, 14:24

Hier noch ein paar Internet-Seiten, auf denen die Disposition der Freiberger Domorgel zu finden ist:
a) www.freiberger-dom.de
b) www.jehmlich-orgelbau.de
c) www.silbermann.org

Ich freue mich auf Eure Beiträge! :)
Viele Grüße! :D
Principalbass16Fuss

kernspalter
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Re: Das Oberwerk (III. Manual) der Freiberger Domorgel

Beitrag von kernspalter » Dienstag 30. August 2016, 00:27

Principalbass16Fuss hat geschrieben:e) Dieses reichhaltig besetzte Oberwerk mit ausgebautem Prinzipalchor und verschiedenen Weitchor-Registern entspricht natürlich in keinster Weise dem "Recit" französischer Barockorgeln! :shock: Letzteres befndet sich im Untergehäuse und verfügt maximal über ein 5-faches Diskant-Kornett und ggf. eine Diskant-Trompete 8'.
Das Récit befindet sich nicht im Untergehäuse, sondern im Hauptgehäuse. Und zwar ganz oben - entweder von der Hauptwerkslade aus angespielt (und dann über Kondukten hochgebänkt wie beim Grand Cornet) oder mit einer eigenen Lade, wie hier zu sehen:

http://orguecalvados.canalblog.com/albu ... et_po.html

Also doch so etwas wie ein "Oberwerk"...
Mit kernspalterischen Grüßen

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Re: Die große Silbermann-Orgel im Dom zu Freiberg

Beitrag von Principalbass16Fuss » Dienstag 30. August 2016, 09:23

Hallo kernspalter, vielen Dank für Deinen Beitrag! :) Du hast ja vollkommen recht: Nicht das RECIT befindet sich im Untergehäuse der Orgel, sondern das ECHO! Sorry, ich war wohl gestern ein bisschen "neben der Sache"... :? :wink: Wenn es um klassisch-französische Orgeln geht, verwechsle ich leicht das RECIT und das ECHO, da diese beiden Diskant-Manualwerke häufig jeweils über ein 5-faches Kornett und eine Trompette 8' verfügen, wobei sich das ECHO in seiner Lautstärke dem RECIT gegenüber deutlich zurückhält. Manchmal gibt es im ECHO zusätzlich einen Bourdon 8' oder eine Flute 8'; im RECIT kommt als Zunge (anstelle der Trompette 8') durchaus auch eine Oboe (Hautbois 8') vor.

Mal eine andere Frage: Welches Ziel verfolgte Silbermann mit der Konstruktion seines "Untersatz"-Pedalregisters als Kombination einer gedeckten 32'-Reihe mit einer offenen 16'-Reihe? Das Pedal seiner Freiberger Domorgel besitzt damit zwei 16'-Prinzipalbässe, von denen sich einer (aus Metall) im Prospekt der Seitentürme und der andere (aus Holz) auf der Großpedal-Lade hinter der Orgel befindet. Letzterer kann aber nicht getrennt von dem gedeckten 32' gespielt werden.

Anders ist dies bei der großen, ebenfalls dreimanualigen Silbermann-Orgel in der Hofkirche zu Dresden: Dort verbergen sich sämtliche Pedalregister hinter der Orgel; der sichtbare 16'-Prospekt gehört zum Prinzipal 16' des Hauptwerkes. Im Pedal gibt es einen Untersatz 32' und einen (Holz-)Prinzipalbass 16'; im Gegensatz zur Freiberger Domorgel können diese Register in Dresden getrennt voneinander gespielt werden, wobei davon auszugehen ist, dass man den labialen 32' wohl kaum ohne den labialen 16' verwenden würde... Viele Grüße! 8)

kernspalter
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Re: Die große Silbermann-Orgel im Dom zu Freiberg

Beitrag von kernspalter » Dienstag 30. August 2016, 11:18

Principalbass16Fuss hat geschrieben:Manchmal gibt es im ECHO zusätzlich einen Bourdon 8' oder eine Flute 8'; im RECIT kommt als Zunge (anstelle der Trompette 8') durchaus auch eine Oboe (Hautbois 8') vor.
Die Flûte gibt es auch bzw. insbesondere im Récit, und das Hautbois kann auch zusätzlich zur Trompette disponiert werden.

Siehe z. B. hier:
http://www.clicquot.org/Sa-composition-p8#hautContenu
Mal eine andere Frage: Welches Ziel verfolgte Silbermann mit der Konstruktion seines "Untersatz"-Pedalregisters als Kombination einer gedeckten 32'-Reihe mit einer offenen 16'-Reihe?
Bessere Ansprache und Tragfähigkeit, vermute ich. Der 32' allein würde sich mit dem Prospekt-16' wahrscheinlich nicht so gut verbinden.
Mit kernspalterischen Grüßen

kernspalter
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Re: Das Pedalwerk der Freiberger Domorgel

Beitrag von kernspalter » Dienstag 30. August 2016, 11:19

Principalbass16Fuss hat geschrieben:Pedalmixtur 6fach = Fourniture VI
Silbermann selber hat diese Mixtur als "Pleinche" ("Plein jeu") bezeichnet.
Mit kernspalterischen Grüßen

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Friedrich Sprondel
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Re: Das Pedalwerk der Freiberger Domorgel

Beitrag von Friedrich Sprondel » Dienstag 30. August 2016, 12:13

Principalbass16Fuss hat geschrieben:PEDALWERK = "PEDALE"

Untersatz 32' (gedeckt) + 16' (offen) = (Grand) Bourdon 32' oder Soubasse 32' + Flute 16'
Prinzipalbass 16' = Flute 16' oder Montre 16'
Subbass 16' = Bourdon 16' oder Soubasse 16'
Oktavbass 8' = Basse (ouverte) 8' oder Flute 8'
Oktavbass 4' = Flute 4' oder Prestant 4'
Pedalmixtur 6fach = Fourniture VI
Posaune 16' = Bombarde 16'
Trompete 8' = Trompette 8'
Klarine 4' = Clairon 4'
Die Parallelen zwischen Silbermanns Disposition und den Dispositionen klassisch-französischer Orgeln sind zwar scheinbar augenfällig, und Silbermanns älterer Bruder und Lehrmeister hat auch das Handwerk in Paris gelernt.

Trotzdem wäre es falsch, anzunehmen, dass Gottfried Silbermann französische Orgeln gebaut hätte. So sind seine Zungenregister in Mensuren und Lautstärke gegenüber französischen deutlich zurückgenommen; der Prinzipalchor dagegen ist stärker und fokussierter als ein breit glitzerndes Clicquot-Plein-jeu. Silbermanns 8'- und 4'-Prinzipale sind lauter, weiter und energischer als französische Montres und Prestants. Während Pariser Orgeln zwei getrennte Tutti hatten – Plein jeu und Grand jeu –, die nicht gemischt werden konnten, können Silbermanns Orgeln einen wirklichen Tutti-Klang erzeugen, also einen Mischklang aus Prinzipalen und Trompeten.

Auf die Idee eines simulierten Pedalprinzipals 32' wäre auch kein Franzose gekommen, ebensowenig darauf, dem Pedal einen eigenen metallenen Prinzipalchor zu geben (den Silbermann übrigens auch nicht wiederholte, sondern seine jüngeren Großorgeln mit Holzprinzipalen im Pedal ausstattete, wie es in der Gegend üblich und auch billiger war). Vielleicht war er in Freiberg auch nur aus Metall, weil dort ein 8'-Hauptwerk und sonst kein Metallprinzipal 16' vorgesehen war.

Einzelne Register sind ganz klar französisch und entsprechen Dom Bedos’ Beschreibungen, z. B. die Cornets oder die weiten HW-Terzen. Aber insgesamt hat Silbermann einen sehr markanten eigenen Stil gebaut, und zwar von Anfang an, seit seiner Rückkehr nach Sachsen.

Viele Grüße
Friedrich

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Friedrich Sprondel
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Re: Das Hauptwerk (II. Manual) der Freiberger Domorgel

Beitrag von Friedrich Sprondel » Dienstag 30. August 2016, 12:40

Principalbass16Fuss hat geschrieben:HAUPTWERK (II) = "GRAND-ORGUE"

Bordun 16' = Bourdon 16'
Prinzipal 8' = Montre 8'
Viola di Gamba 8' = Viole de gambe 8'
Rohrflöte 8' = Flute a cheminee 8'
Oktave 4' = Prestant 4'
Quinte 2 2/3' = Nazard 2 2/3'
Superoktave 2' = Doublette 2'
Terz 1 3/5' = Tierce 1 3/5'
Kornett 5fach (ab c') = Cornet V
Mixtur 4fach = Fourniture IV
Zimbel 3fach = Cymbale III
Trompete 8' = Trompette 8'
Klarine 4' = Clairon 4'

ANMERKUNGEN:
a) Eine französische Barockorgel hätte hier anstelle der Rohrflöte 8' zweifellos einen Bourdon (Gedackt) 8', wobei dessen Pfeifen häufig als Rohrflöte gebaut sind! :lol:
b) Eine Viola di Gamba 8' in französischen Barockorgeln zu finden, halte ich für MEHR als unwahrscheinlich! :o
Die Quinte ist kein Nasard, sondern eine Prinzipalquinte, und die Mixturen starten bis auf den tiefsten Chor gleich, sie unterscheiden sich, glaube ich, bloß in den Repetitionen. Das gibt es so bei Clicquot z. B. nicht.

Die Gambe: Stimmt, aber es ist auch keine zylindrisch-enge Gambe, sondern eine nicht sehr weite Spitzflöte (die es in Frankreich so natürlich auch nicht gab).

Viele Grüße
Friedrich

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Re: Das Hauptwerk (II. Manual) der Freiberger Domorgel

Beitrag von kernspalter » Dienstag 30. August 2016, 14:06

Friedrich Sprondel hat geschrieben:die Mixturen starten bis auf den tiefsten Chor gleich, sie unterscheiden sich, glaube ich, bloß in den Repetitionen.
Die Repetitionen sind auch identisch.
Mixtur 4fach im Hauptwerk:

C: 2' + 1 1/3' + 1' + 2/3'
c°: 2 2/3' + 2' + 1 1/3' + 1'
c': 4' + 2 2/3' + 2' + 1 1/3'
c": 5 1/3' + 4' + 2 2/3' + 2'

Zimbeln 3fach im Hauptwerk dasselbe, nur ohne den jeweils tiefsten Chor:

C: 1 1/3' + 1' + 2/3'
c°: 2' + 1 1/3' + 1'
c': 2 2/3' + 2' + 1 1/3'
c": 4' + 2 2/3' + 2'

Die Mixtur 3fach im Oberwerk ist in der Zusammensetzung identisch mit der Zimbeln des Hauptwerks:

C: 1 1/3' + 1' + 2/3'
c°: 2' + 1 1/3' + 1'
c': 2 2/3' + 2' + 1 1/3'
c": 4' + 2 2/3' + 2'

Bei der Zimbeln 2fach im Oberwerk wieder dasselbe - minus den jeweils tiefsten Chor:

C: 1' + 2/3'
c°: 1 1/3' + 1'
c': 2' + 1 1/3'
c": 2 2/3' + 2'
Mit kernspalterischen Grüßen

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Re: Die große Silbermann-Orgel im Dom zu Freiberg

Beitrag von Friedrich Sprondel » Dienstag 30. August 2016, 15:30

Danke für die Richtigstellung, kernspalter! Also noch Clicquot-ferner als angenommen.

Dähnert? Greß? Ich habe mir beide nur mal in der UB ausleihen können – stehen schon lange hoch oben auf der Anschaffungsliste.

Viele Grüße
Friedrich

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Re: Die große Silbermann-Orgel im Dom zu Freiberg

Beitrag von Solcena » Dienstag 30. August 2016, 16:53

Vielen Dank für die interessante Information! Hmmh, was hat die Verdopplung der Mixturchöre denn für einen Sinn? Werden die Töne dann intensiver, tragfähiger? Es muss ja offensichtlich beabsichtigt gewesen sein, beide Mixturen zusammen zu ziehen - ansonsten hätte man ja auch nur den tiefsten Mixturchor auf eine separat registrierbare Schleife stellen können und hätte sich damit jede Menge Kosten gespart ...

Baut man so etwas heute noch? Identische Repetitionspunkte vierer Manualmixturen und fast keine Variationen im chorischen Aufbau? Welche Idee steckt dahinter? Der viel beschworene Silbermann'sche Mixtur-Silberglanz scheint dem OB ja jedenfalls rechtzugeben.

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