Arbeitsplatzsicherheit

Diskussionen rund um Orgelneubau, Orgelrestauration, Register, Technik, usw.
WZimdahl

Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von WZimdahl » Mittwoch 10. Juni 2015, 14:38

hintersatz hat geschrieben:
WZimdahl hat geschrieben:Meiner Meinung nach sind "Orgelbänke" üblicher Konstruktion gesundheitsschädigend, weil sie keine Rückenstütze haben. Welcher Orgelspieler - ich bin es nicht -
Ja. Das merkt man. :wink:
Lieber Hintersatz.
Wieder eine deiner *vom Admin zensiert* Bemerkungen, die du dir inzwischen sparen kannst. Denn alle wissen, dass ich kein ausübender KM bin.

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hintersatz
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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von hintersatz » Mittwoch 10. Juni 2015, 18:35

WZimdahl hat geschrieben:Wieder eine deiner hinter... Bemerkungen, ..
Lieber Zimdahl,
sexistische Bemerkungen gehören in der Automobilbrache gewiss zum Sprachstandard,
bei den KM eher nicht. :|

Solcena
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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von Solcena » Mittwoch 10. Juni 2015, 19:37

hintersatz hat geschrieben:
WZimdahl hat geschrieben:Wieder eine deiner hinter... Bemerkungen, ..
Lieber Zimdahl,
sexistische Bemerkungen (...)
Sachlich falsch!

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hintersatz
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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von hintersatz » Mittwoch 10. Juni 2015, 19:55

Solcena hat geschrieben:Sachlich falsch[/url]!
...super..
und damit dem fachlichen Niveau des Beschuldigten völlig angemessen.
Oder automobilistisch gesprochen:
Auf jede Ventilfeder passt sein Ventideckel.

Mundus
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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von Mundus » Mittwoch 10. Juni 2015, 20:13

Ich pflege mich normalerweise aus so etwas herauszuhalten, aber mir klappt ab und zu wirklich die Kinnlade runter, wenn ich sehe, wie sich hier immer wieder Diskussionen so weit hochschaukeln, dass in manchen Forenteilnehmern das bockige Kind erwacht und sie sich gegenseitig anfeinden wie im Kindergarten. Reißt euch mal zusammen und benehmt euch wie Erwachsene! Wir Organisten sind ja schon ab und zu ein komisches Völkchen aber so ein Verhalten muss - ganz egal wo - wirklich nicht sein.

Ich hoffe, keiner fühlt sich jetzt persönlich von mir angegriffen. Es war lediglich meine Absicht, das mal wieder ins Gedächtnis zu rufen.

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hintersatz
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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von hintersatz » Mittwoch 10. Juni 2015, 20:39

Hast ja recht. Andererseits kann man in Zeiten, in denen im Namen Gottes mir Frauen umgegangen wird, wie man(n)s derzeit z.B. in faz.net nachlesen kann, die KM-Kreisen die nieder-östereich'sche Mundart auch da lassen, wo sie hii g'hört: In Niederösterreich.

Ronald Henrici
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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von Ronald Henrici » Freitag 12. Juni 2015, 20:29

Lieber Holger !
Da bist Du nicht effektiv informiert. In den Musikhochschulen - auch in Trossingen - werden für die Musiker - also auch Organisten Seminare angeboten, die die Gesundheit der Musiker zum Inhalt haben. Dass z.B. Organisten nicht unbedingt daran teilnehmen, liegt einfach an deren Nachlässigkeit und der mangelnden Einsicht einer Notwendigkeit. Auch der Orgellehrer legt normalerweise sehr viel Wert auf die Haltung des Musikers an der Orgel, auf der Orgelbank. So hat z.B. Prof. Dr. Klotz in Köln bei seinen Studierenden sehr viel Wert auf eine gesundheitsfördernde Haltung beim Orgelspiel, auf der Orgelbank gelegt. Sogar in seinem "Buch über die Orgel" hat er ein Kapitel zur Haltung des Orgelspielers verfasst...
Gruß
Ronald
he: Orgel spielen heißt:einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren. (Ch.M.Widor)

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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von Dorforgler » Freitag 12. Juni 2015, 21:08

Solcena hat geschrieben:Vgl. auch die Überegeln Nr. 2 und 3 von Wolfgang Rübsam.
Wirklich sehr interessanter Lesestoff!!!


Ziemlich ueberraschend fand ich die "Regel 5":
!Der Fußsatz verlangt freilich ebenso nach einer „schlauen“ Applikatur und bedarf vorab der Beherzigung einer fundamentalen Regel in unserem Katechismus des löblichen Orgelübens: „Spiele nie mehr als drei Töne mit gleichem Fuß!“ Die Dreizahl stellt hier schon den Grenzfall der gerade noch „lässlichen“ Sünde dar. Zuverlässiger funktionieren: „2 Tasten pro Fuß“ für das präzise Pedalspiel; zunächst einmal ganz abgesehen vom streng alterierenden Fußsatz, dem klassischen Idealfall für das Pedalspiel."

Was macht der Kollege eigentlich an einer romantischen Orgel, wenn ein laengeres Crescendo uebers Gaspedal (Ups, sorry: Schwellpedal!) gefordert ist?

olds
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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von olds » Samstag 12. März 2016, 07:09

Holger hat geschrieben: Und gerade in Kirchen, dabei sind nicht nur die älteren gemeint könnte viel gemacht werden. Rutschige Treppen, Türen mit geringer Höhe, antike oder schadhafte elektrische Einrichtungen, zu niedrige Brüstungen und und und ...

.
Im Kreis der ehrenamtlich engagierten einer Gemeinde findet sich nun auch immer ein Elektriker. Das sorgt - und zwar eigentlich am kompletten Kirchenbau, nicht nur an der Orgel - dafür, dass sich Generationen von Elektroinstallateuren mit ihrer Kunst verewigt haben, freilich ohne ihr Werk in irgendlichen Plänen für die Nachfolger zu erfassen.

Die Installationen sind daher nicht nur abenteuerlich, antik und schadhaft, im besten Fall sind sie einfach nur kurios, nicht selten schlicht gefährlich, da über Jahre Stolperfallen entstanden sind die im Falle eines Falles wirklich, ja, einem die Haare zu Berge stehen lassen können. Also vor allem elektrisch stehen. Oft ist es ja nämlich so, dass diese Ehrenamtler ein gewisses Alter haben und sowohl ausbildungs- als auch sicherheitstechnisch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Oft frönt man auch noch einem damals üblichen Laissez-Faire.

Das für mich schönste Kuriosum findet sich an einer recht neuen Orgel in einer ebenso neuen Kirche in einem Stadtteil hier. Da muss man nämlich tatsächlich mittels eines Lichtschalters einen Stromkreis abschalten um den Liedanzeiger einzuschalten.

In meinem Bekanntenkreis gab es noch vor einigen Jahren Elektroinstallateure, von denen weigern sich inzwischen einige, Wartungsarbeiten in Kirchen oder ähnlich ehrenamtlich versorgten Gebäuden zu übernehmen - aus genannten Gründen.

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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von olds » Donnerstag 19. Mai 2016, 17:27

Die Tage habe ich an einer der größeren Orgeln der Stadt - Hauptkirche der Pfarrei wo ich Organist bin - geübt.

Ohne Licht, denn das ging nicht an.

Zu faul, von der Orgelempore runter, durch das doch recht lange Kirchenschiff und um´s Eck ins Pfarrbüro zu gehen, dachte ich mir, dass es bei dem eher weiten Weg doch sicherlich eine Ersatzbirne gibt, denn es macht doch sicherlich Sinn, das notwendigste dort oben auf Reserve zu haben.

Tatsächlich fanden sich dann 3 Leuchtmittel zu durchprobieren, aber nix davon ging. Irgendwie kam mir das komisch vor, ich hatte schnell den Verdacht, dass da was anderes nicht stimmt, also versuchte ich zu ergründen, ob nicht ein Fehler in der Stromzufuhr vorliegt. Glühbirne 2 war noch in ihrer Schachtel, Glühbirne 3 war in einer Schreibtischlampe, die ich im Gerümpelraum im Glockenturm fand. (Neben der Orgel ist eine kleine Treppe hoch einen Raum, dort ist der Motor und der Magazinbalg sowie diverse Regale mit allem, was sich so in 100 Jahren Pfarrkirche auf der Empore ansammelt.)

Die Lage war wie folgt:

Es gibt eine ursprüngliche Beleuchtung, die an der Orgel und deren Schalter mit der Orgel verbaut ist. Statt dem Schalter ist am Spieltisch jetzt so eine kleine Abdeckblende von der Größe eines Hosenknopfes. Die jetzige Beleuchtung der Orgel ist eine Schreibtischlampe mit langem schwenkbaren Arm.

An der Rückwand, unter dem Orgelbock fanden sich 3 nachträgliche Steckdosen mit aufputzverlegter Zuleitung, zwei dieser Steckdosen wurden mit ebenso aufputzgesetztem Doppelschalter geschaltet. Aufschrift: Orgel/Licht und Heizlüfter.
(Der treu neben der Orgel auf die kalte Jahreszeit wartet.)

Die angeschmorte dritte Steckdose beherbergte ohne eigenen Schalter die Stromzufuhr für den Liedanzeiger.

Desweiteren fand ich:

Eine Verlängerungskabel das da einfach nur lag, also das Teil zum Einstecken, aber wo das Ding endete, weiß nicht. Einen Heizstrahler, der mal vor langer Zeit unten am Spieltisch festgeschraubt wurde, dessen Zuleitung lose herumliegt, aber im Irgendwo beginnt.

Ein Kabel das ebenso irgendwo beginnt und im nirgendwo endet, lose an der Orgel liegt, dort aber keine Funktion zu haben scheint und einfach nur von irgenwo nach nirgendwo führt.

Vielleicht hat in der Sakristei ein Obereifriger einfach nur eine Sicherung zu viel rausgemacht, denn die Beleuchtung für die Empore konnte ich nicht einschalten. Hoffe, dass sich da keiner auf Fehlersuche begeben muss, denn aus einem Guss ist da oben nix installiert.

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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von Administrator » Freitag 27. Mai 2016, 13:11

Das klingt aber arg abenteuerlich, wenn nicht sogar gefährlich. Hast Du denn in der Gemeinde mal darauf hingewiesen? Denn ein Kabel, das einfach so rumliegt (und evtl. sogar strom führt) kann ja schon mal Probleme verursachen. Und manchmal ist es doch sinnvoll, die Fehler- und Unfallquellen zu beseitigen.

Schön, dass Du da heil rausgekommen bist ;-)

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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von olds » Samstag 18. Juni 2016, 21:51

Gestern hatte ich die Ehre eine besonders wichtige Messe vor vollem Haus und Mitraträger zu spielen.

Kurz vorher ging der Pfarrer mir auf den Keks wegen einem technischen Problem. Die Lautsprecheranlage würde seit geraumer Zeit pfeifen.
Jetzt habe ihm einer der Musiker der Jugendband, der was von Tontechnik versteht, den Tipp gegeben, dass es vielleicht das Mikrofon des Kantors sei.

Wenn es mir zeitlich noch möglich wäre, solle ich doch bitte versuchen, das Ding so wegzudrehen, dass es nicht mehr vor dem Lautsprecher hängt, er wäre schon Jahre nicht mehr an der Orgel gewesen, erinnere sich aber, dass das Mikrofon keinen Schalter zum ausstellen hätte.

Tatsächlich, natürlich, ein anderer Organist hat das Ding genau vor den Lautsprecher gedreht und natürlich war es eingeschaltet.
So natürlich wie jedes halbwegs moderne Mikro so einen Schalter hat. Habe es dann ausgeschaltet und auch vom Halter abgezogen, kann man ja auch machen.
So ziemlich jedes Geräusch nahm also den Weg Altarmikrophon - Lautsprecheranlage - Mikrofon des Kantor - Mischpult in der Sakristei - Lautsprecheranlage - Altarmikrophon - Lautsprecheranla....... - .... - .... - .... - .... - .... - ..... - ..... - ..... - .... .

Jetzt hatte die Anlage der Jugendband einen bösen Fehler, deren Mischpult ist kaputt und kappt in unregelmäßigen Abständen bei der Sängerin Teile des unteren und mittleren Frequenzbereiches weg. Ihr Gesang höre sich dann so an, als ob ihr jemand mit dem dicken Hammer den dicken Zeh bearbeitet und sie ihren Schmerzenschrei in eine alte Blechgießkanne abgegeben musste.

Danach war die Gemeindereferentin total von der Rolle, sie hatte Angst, dass es eine kostspielige Reparatur in der Kirche gegeben muss. Hoffe, sie hat endlich verstanden, dass das die Anlage der Band war.

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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von Ronald Henrici » Dienstag 28. Juni 2016, 21:26

Aus den Erfahrungen heraus nehme ich bei bestimmten Kirchen und Orgeln eine Taschenlampe mit, um dann wirklich gut im Dunkeln spielen zu können, falls der Orgelmotor sich betätigen läßt. Damit hatte ich meinst Glück. Nur manche Gemeindeglieder verwunderten sich, daß aus der Dunkelheit heraus Orgelmusik erklang und dazu auch noch der Kantor die Liedstrophen dazu sang. Nun in der kurzen Zeit dieser "Vorbereitung " dazu war es nicht anders möglich. Aber es funktionierte vortrefflich, wenn auch manche Kirchenbesucher vom Glauben abkamen und irgendwie einen Geist an der Orgel vermuteten.
Andere Erfahrung: Köln, Opernhaus, Spieltisch der Orgel unter der Orgel in einem vom Publikum nicht einsehbaren kleinen Raum neben der Bühne, Blick frei für den Organisten nur auf das Geschehen auf der Bühne und einen Monitor, in dem er den Dirigenten sehen konnte, wie er das Orchester zu Verdis Oper leitet. Ich befand mich in Ruhe am Spieltisch und beobachtete interessiert, was auf der Bühne vor sich ging. Bis dann die "Kirchenszene" heranrückte, wo ich dann bei spärlicher Spieltisch - Notenpult - Beleuchtung den Einzug der Mönche zu begleiten hatte und entsprechend auf den Einsatz des Dirigenten wartete. Aber wie es dann so kommen mußte, knapp eine Muinute vor meinem Einsatz war der Strom für meine Notenpultleuchte weg und der Monitor dunkel. Wa nun ? Schnell die Taschenlampe an, Noten trotzdem nicht gsehen. Aber die Mönche warteten auf ihren Auftritt, d.h. auf den von der Orgel begleiteten Einzug. Was macht der Organist ? Ich improvisierte mit dem , was ich von Verdis Partitur grob im Kopf hatte. Und die Mönche zogen so lange und langsam ein, bis ich dann nach ungefähr 3 Minuten mit eindeutigen Kadenzakkorden den Einzug der Mönche beendete. Die "Mönche" haben sich wunderbar verhalten, sodaß das Mißgeschick im Dunkeln dem Publikum gar nicht aufgefallen war. Aber dem damaligen Generalmusikdirektor mußten irgendwie die Haare zu Berge gestanden haben, das merkte man ihm in der folgenden Pausen an. Trotzdem hatte er sich bei mir bedankt, daß ich die Situation zusammen mit dem einziehenden "Mönchschor" ohne Auffälligkeit beim Publikum überstanden hatte, auch wenn es nach Partitur nur 1 Minute sein sollte und daraus drei Minuten wurden. Jedenfalls diese Kirchenszene in Verdis Oper hatte seine Wirkung - auch beim Dirigenten, und besonders beim Intendant des Opernhauses. Denn bei der dann folgenden gleichen Verdi Oper in der Spielsaison dauerte der Einzug drei Minuten !
(Nebenbei bemerkt: Eine gute Reklame für eine Orgel im Opernhaus. Was schließlich sehr selten ist: - eine Orgel im Opernhaus)
Es gibt noch ein Erlebnis mit dem Spiel im Dunkeln in einer Kirche - aber das an anderer Stelle.
Gruß
Ronald
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