Arbeitsplatzsicherheit

Diskussionen rund um Orgelneubau, Orgelrestauration, Register, Technik, usw.
S.L
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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von S.L » Freitag 15. Mai 2015, 08:31

Dorforgler hat geschrieben:Im "Normalen" Kirchenmusikeralltag wird es schon ganz schoen schwierig, die 85db im Durchschnitt dauerhaft zu ueberschreiten. Da muss man schon ganz schoen lange "Tutti" an der Orgel ueben oder stundenlang an einem Konzertfluegel sitzen.
Wobei man sich am Konzertflügel mit Schließen des Deckels behelfen kann, oder eben einfach leise spielt.

Dorforganistin
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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von Dorforganistin » Dienstag 19. Mai 2015, 09:24

Ich benutze, wenn nötig, die UltraTech Ohrstöpsel:
http://www.sonicshop.de/De/Plugs/UltraT ... schutz.asp

Dorforganist
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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von Dorforganist » Dienstag 19. Mai 2015, 16:41

Dorforganistin hat geschrieben:Ich benutze, wenn nötig, die UltraTech Ohrstöpsel
Und wann ist das nötig? Spielst Du selbst so laut?
Das Leben ist zu kurz, um auf schlechten Orgeln zu spielen.

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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von Dorforganistin » Mittwoch 20. Mai 2015, 08:48

An der Orgel brauche ich sie selten, wobei ich neulich mal an einer saß, die sich extrem laut anfühlte, auch ohne Nutzung aller Register. Beim Fanfarenzug habe ich sie manchmal im Einsatz gehabt; ansonsten bei Konzerten.

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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von Dorforgler » Samstag 23. Mai 2015, 17:01

Dorforganistin hat geschrieben:Ich benutze, wenn nötig, die UltraTech Ohrstöpsel:
http://www.sonicshop.de/De/Plugs/UltraT ... schutz.asp
Wie lange halten diese Billigdinger in der Praxis???

Ich selbst benutze die angepassten Elacin ER (mit -9 und -15 db; wobei ich letztere so gut wie kaum benutze).
Die sind natuerlich in der Erstanschaffung ein bisschen :roll: teurer und man sollte alle 10 Jahre mal die Otoplastik erneuern - man hat dann aber auch das gesamte Leben was davon 8)
Ab und zu MUSS man uebrigens auch an der Orgel durchgaengig mal "richtig laut" ueben - wenn es z.B. um einen grossen Reger auf einer dreimanualigen, rein mechanischen Orgel geht... :twisted: Oder hat jemand von euch einen anderen Vorschlag, wie man effektiv "Krafttraining" fuer die Finger betreiben kann? :?:


Aber nun zurueck zum Thema :D

Grade in der letzten Woche haben wir mit allen Angestellten hier einen mehrstuendigen Auffrischungskurs in "Erste Hilfe" gehabt - mit deutlichem Schwerpunkt auf Herz-Lungen-Wiederbelebung. Klar: Hat man alles schon mal gehoert und theoretisch ist das ja auch alles kein Problem...
Aber ist euch eigentlich klar, wie anstrengend das eigentlich ist, so eine Puppe grade mal 5 Minuten(!) nach "Lehrbuch" am Leben zu erhalten??? :shock: :shock:
(Und weiss eigentlich irgendjemand hier auf Anhieb, was so ein heutiger Erste-Hilfe-Kasten alles enthaelt und wie man es anwendet?)

Eine solcher Auffrischungskurs ist (leider?) selbst bei uns nicht vorgeschrieben. Es gab aber ein deutliches Votum aller Kollegen, dass wir so etwas auch zukuenftig (mit 2-3 Jahren Abstand) durchfuehren wollen.

Holger

Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von Holger » Dienstag 26. Mai 2015, 07:58

Aber ist euch eigentlich klar, wie anstrengend das eigentlich ist, so eine Puppe grade mal 5 Minuten(!) nach "Lehrbuch" am Leben zu erhalten???
... und ersten am echten Menschen mal 20 Minuten unter reellen Bedingungen, das kostet schon mal Überwindung dem die Rippen bei der ersten Herzmassage zu brechen. Da ist die Puppe noch ein Kinderspiel ...

Trotzdem, toll, dass Ihr das freiwillig macht. Hut ab - und hoffentlich braucht ihr das Wissen nie in der Realität.

Dorforganistin
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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von Dorforganistin » Dienstag 26. Mai 2015, 08:19

Dorforgler hat geschrieben:
Dorforganistin hat geschrieben:Ich benutze, wenn nötig, die UltraTech Ohrstöpsel:
http://www.sonicshop.de/De/Plugs/UltraT ... schutz.asp
Wie lange halten diese Billigdinger in der Praxis???
Ich habe mehrere Paar davon, die ersten seit ca. 7 Jahren.

Dorforgler hat geschrieben:Eine solcher Auffrischungskurs ist (leider?) selbst bei uns nicht vorgeschrieben.
Warum sollte man das auch vorschreiben? Wem es wichtig ist, der kann freiwillig hingehen. Seit dem 1. April gibt es übrigens keinen Unterschied mehr zwischen dem Kurs "Lebensrettende Sofortmaßnahmen" und dem Kurs "Erste Hilfe", sondern es gibt nur noch einen eintägigen Kurs, der aus 9 Unterrichtseinheiten besteht. Erste-Hilfe-Trainings müssen immer mindestens die Herz-Lungen-Wiederbelebung enthalten, und den Umgang mit dem AED (automatischer Defibrillator), ansonsten soll der Ausbilder mit den Teilnehmern gemeinsam erarbeiten, was ihnen wichtig ist.

Holger

Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von Holger » Dienstag 26. Mai 2015, 08:26

Da gibt es gewisse Anreize für Betriebe, finanzieller Art, dies zu tun. Besser als Jede Vorschrift, denke ich.

Bei uns im Betrieb wird das EH-Training regelmäßig durchgeführt in mehreren Gruppen, so dass jeder alle 2-3 Jahre eine Auffrischung erhält. Das macht Sinn und kann einen ja auch mal im Privatbereich treffen.

Die lebensrettenden Sofortmaßnahmen sind gegenüber den "alten" EH-Kursen eh eine recht abgespeckte Version. Wer mehr wissen oder können will muss sich schon in seiner Freizeit bei einer Hilfsorganisation engagieren. Da bekommt man kostenlos für ehrenamtliches Engagement eine fundierte Ausbildung.

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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von Dorforganistin » Dienstag 26. Mai 2015, 15:14

Anreize für Betriebe? Wie sieht das konkret aus? Darüber würde ich gerne mehr erfahren, denn das kenne ich so nicht, trotz vieler Jahre Tätigkeit im Thema Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement. Gerne per PN :)

Holger

Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von Holger » Freitag 29. Mai 2015, 07:33

Den Kurs zahlt die BG.

Hier die aktuelle Impuls-Ausgabe der BG ETEM, auf der ersten Seite unten:

https://www.bgetem.de/medien-service/im ... uls-3-2015

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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von Dorforganistin » Montag 1. Juni 2015, 09:46

Ach, das meinst Du mit Anreiz.
Dass die BG die Kurse zahlt, ist ja nicht neu. Nur, wenn ein Unternehmer seine Mitarbeiter nicht schult, muss das bei der BG erst einmal auffallen... die Prüfdichte ist (leider) ziemlich gering.

WZimdahl

Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von WZimdahl » Montag 8. Juni 2015, 22:06

Es gibt in der Evangelischen Kirche die EFAS: evangel. F. für Arbeitssicherheit. In jeder Landeskirche gibt es entsprechende Ansprechstellen.

Meiner Meinung nach sind "Orgelbänke" üblicher Konstruktion gesundheitsschädigend, weil sie keine Rückenstütze haben. Welcher Orgelspieler - ich bin es nicht - wünscht sich mal einen optimalen Arbeitsplatz? Muss es wirklich erst Ausnahmespieler wie CC geben, die sich zutrauen, einen optimalen Arbeitsplatz zu fordern? Und zu bauen. Für sich!

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hintersatz
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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von hintersatz » Dienstag 9. Juni 2015, 05:31

WZimdahl hat geschrieben:Meiner Meinung nach sind "Orgelbänke" üblicher Konstruktion gesundheitsschädigend, weil sie keine Rückenstütze haben. Welcher Orgelspieler - ich bin es nicht -
Ja. Das merkt man. :wink:

Solcena
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Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von Solcena » Dienstag 9. Juni 2015, 07:09

Da muss ich Hintersatz recht geben. Wenn mal eine Rückenlehne vorhanden ist, versuche ich das Anlehnen tunlichst zu vermeiden, ansonsten sackt man in sich zusammen und sitzt da eine ein nasser Kartoffelsack - keine guten Voraussetzungen fürs Orgelspiel...

Vgl. auch die Überegeln Nr. 2 und 3 von Wolfgang Rübsam.

Holger

Re: Arbeitsplatzsicherheit

Beitrag von Holger » Dienstag 9. Juni 2015, 07:49

Auch Organisten sollten darauf achten, dass sie eine rückenschonende Sitzposition einnehmen. Sport, Bewegung und Gymnastik sind allgemein ja auch gut, besonders wenn man eine überwiegend sitzende Tätigkeit ausübt. Und eine Rückenschule mit entsprechendem Rückenmuskulaturaufbau sind sicher nie falsch.

Allerdings werden solche Aspekte im normalen Orgelunterricht nicht vermittelt. Komisch im Bereich Chorleitung sind solche Übungen im allgemeinen anerkannt. Ein Organist, der z.B. Dehnungs- und Lockerungsübungen vor seinem Spiel macht, wird eher belächelt. Schade eigentlich.

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