Kronwerk Weingarten

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Daniel
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Kronwerk Weingarten

Beitrag von Daniel » Mittwoch 17. September 2014, 12:09

Ich habe im Moment keine entsprechende Literatur zur Hand:

Hat Gabler in Weingarten das Kronwerk mit Kondukten vom Oberwerk her angesteuert (Entfernung?) oder mit einer eigenen Traktur/Lade?

Generell: Welche Lösung ist die bessere? - Wie lang dürfen Kondukte sein, damit die Zeitverzögung und der Druckabfall in annehmbaren Grenzen bleiben?

kernspalter
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Re: Kronwerk Weingarten

Beitrag von kernspalter » Mittwoch 17. September 2014, 12:40

Daniel hat geschrieben:Hat Gabler in Weingarten das Kronwerk mit Kondukten vom Oberwerk her angesteuert (Entfernung?) oder mit einer eigenen Traktur/Lade?
Die Tonkanzellen werden über Kondukten gespeist, die Schleifen durch eine Registertraktur.
Generell: Welche Lösung ist die bessere?
Was ist generell besser: Zeitverzögerung und Tonabfall oder Schwergängigkeit und Störanfälligkeit?

Im Fall Weingarten scheint Gabler das erstere für verschmerzbar gehalten haben.
Wie lang dürfen Kondukte sein, damit die Zeitverzögung und der Druckabfall in annehmbaren Grenzen bleiben?
Das hängt davon ab:

- wie man "annehmbare Grenzen" definiert. Daher konkrete Frage: Ist das Weingartner Kronwerk noch innerhalb annehmbarer Grenzen?

- welche Register über Kondukten angespielt werden sollen (Zungen sind z. B. sehr empfindlich und vertragen eigentlich gar keine Kondukten...)
Mit kernspalterischen Grüßen

Ronald Henrici
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Re: Kronwerk Weingarten

Beitrag von Ronald Henrici » Donnerstag 18. September 2014, 16:41

Eine leichtere Gängigkeit der Trakturen lassen sich durch Barkerhebel durchaus bewerkstelligen. Mir ist nicht bekannt, daß zur Zeit Gablers Barkerhebel gebaut wurden.
Es war in der damaligen Zeit auch nicht unbedingt spieltechnisch erforderlich, Register auf verschiedenen Windladen zu koppeln. Deshalb ist es auch nicht von Belang, wenn z.B. ein Oberwerk gegenüber einem Hauptwerk Verzögerungen aufweist. Wenn man die Teilwerke, z.B. Oberwerk, Rückpositiv, Hauptwerk getrennt voneinander spielt, fallen "Verzögerungen" nicht so besonders auf beim Zuhörer (allerdings wohl beim Spieler !).
Gruß
Ronald
he: Orgel spielen heißt:einen mit dem Schauen der Ewigkeit erfüllten Willen offenbaren. (Ch.M.Widor)

kernspalter
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Re: Kronwerk Weingarten

Beitrag von kernspalter » Donnerstag 18. September 2014, 22:33

Ronald Henrici hat geschrieben:Es war in der damaligen Zeit auch nicht unbedingt spieltechnisch erforderlich, Register auf verschiedenen Windladen zu koppeln.
Kommt drauf an. In Weingarten ist es aus klanglichen Gründen unabdingbar, Hauptwerk und Oberwerk zu koppeln.
Das Kronpositiv kann man zwar im Plenum weglassen, aber es gibt dort keinen durchgehenden 8'. D. h. wenn ich auf dem II. Manual Registrierungen mit 8' + 4' oder 8' + 2' oder 8' + 4' + 2' spielen will, geht das nur mit Kronpositivkoppel.
Mit kernspalterischen Grüßen

Ronald Henrici
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Re: Kronwerk Weingarten

Beitrag von Ronald Henrici » Freitag 19. September 2014, 21:08

Ich hatte mich falsch ausgedrückt. Ich meine nicht Oberwerk sondern Kronwerk.
Gruß
Ronald
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Daniel
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Re: Kronwerk Weingarten

Beitrag von Daniel » Samstag 20. September 2014, 14:54

Hat(te) Weingarten eine selbstspannende Traktur?

Seit wann gibt es selbstspannende Trakturen?

Ab welcher Trakturlänge ist sie wünschenswert/erforderlich?

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Re: Kronwerk Weingarten

Beitrag von kernspalter » Sonntag 21. September 2014, 18:43

Daniel hat geschrieben:Hat(te) Weingarten eine selbstspannende Traktur?
Seit 1983 ja, vorher nicht.
Seit wann gibt es selbstspannende Trakturen?
Gute Frage, ich tippe mal auf die 1950er Jahre, als man anfing, größere Orgeln mit mechanischer Traktur zu bauen.
Ab welcher Trakturlänge ist sie wünschenswert/erforderlich?
Das hängt davon ab...
Mit kernspalterischen Grüßen

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