Charakterisierung der Früh- Mittel- Spätromantik

Diskussionen rund um Orgelneubau, Orgelrestauration, Register, Technik, usw.
Antworten
Ippenstein
Beiträge: 506
Registriert: Montag 3. August 2009, 15:23

Charakterisierung der Früh- Mittel- Spätromantik

Beitrag von Ippenstein » Samstag 26. Juli 2014, 10:23

Ich weiß, daß das wohl sehr schwer sein dürfte, eine prägnante Übersicht zu machen, aber mich würde mal interessieren, wie sich Früh-, Mittel- und Spätromantik im Orgelbau auszeichnen. Einerseits wurden in dieser Zeit Erfindungen gemacht, andererseits wurden neue Register eingeführt und andere vergessen oder die Intonationsmöglichkeiten erweitert, zuletzt änderte sich das Klangideal und der Anspruch an die Disposition.
Wie sind Eure Eindrücke?

Viele Grüße

Ippenstein

kernspalter
Beiträge: 734
Registriert: Mittwoch 18. Februar 2009, 12:36

Re: Charakterisierung der Früh- Mittel- Spätromantik

Beitrag von kernspalter » Samstag 26. Juli 2014, 13:08

Ippenstein hat geschrieben:Ich weiß, daß das wohl sehr schwer sein dürfte, eine prägnante Übersicht zu machen, aber mich würde mal interessieren, wie sich Früh-, Mittel- und Spätromantik im Orgelbau auszeichnen. Einerseits wurden in dieser Zeit Erfindungen gemacht, andererseits wurden neue Register eingeführt und andere vergessen oder die Intonationsmöglichkeiten erweitert, zuletzt änderte sich das Klangideal und der Anspruch an die Disposition.
Wie sind Eure Eindrücke?

Viele Grüße

Ippenstein
Die Schwierigkeit liegt darin, dass die Entwicklungen regional sehr unterschiedlich verlaufen sind, auch innerhalb Deutschlands. Das zeigt z. B. die Einführung der Kegellade. Friedrich Hermann Lütkemüller war um 1840 maßgeblich an der Erfindung der Kegellade (bei Walcker in Ludwigsburg) beteiligt, machte sich 1843 in Wittstock selbständig und baute von dort an nur noch mechanische Schleifladen. Bis 1897!

Bei den folgenden drei Dispositionen wird es wohl nicht leicht sein, sie spontan in die richtige zeitliche Reihenfolge zu bringen.
Dagegen dürfte es überhaupt nicht schwierig sein, sie geographisch zuzuordnen:

A

1 Bordun 16'
2 Principal 8'
3 Rohrflöte 8'
4 Viola di Gamba 8'
5 Octave 4'
6 Spitzflöte 4'
7 Quinte 3'
8 Octave 2'
9 Terz 1 3/5'
10 Cornett 3fach
11 Mixtur 4fach

12 Gedeckt 8'
13 Quintatön 8'
14 Salicional 8'
15 Principal 4'
16 Rohrflöte 4'
17 Nasard 3'
18 Octave 2'
19 Quinte 1 1/2'
20 Sifflöte 1'
21 Cymbel 2fach
22 Sesquialter 2fach

23 Principal 16'
24 Subbass 16'
25 Octavbass 8'
26 Posaunenbass 16'

B

1 Salicional 16'
2 Principal 8'
3 Gedekt 8'
4 Floete 8'
5 Salicional 8'
6 Violdigamb 8'
7 Quintfloete 5 1/3'
8 Octav 4'
9 Klein Gedekt 4'
10 Traversfloete 4'
11 Quint 2 2/3'
12 Octav 2'
13 Mixtur 5fach 2'
14 Trompete 8'

15 Quintatoen 16'
16 Principal 8'
17 Gedekt 8'
18 Dolce 8'
19 Harmonica 8'
20 Gemshorn 4'
21 Rohrfloete 4'
22 Octav 2'
23 Cornett 2-4fach 2 2/3'
24 Physharmonica 8'

25 Principalbaß 16'
26 Subbaß 16'
27 Violonbaß 16'
28 Octavbaß 8'
29 Violoncell 8'
30 Floetenbaß 4'
31 Posaunenbaß 16'

C

1 Bordun 16'
2 Prinzipal 8'
3 Gedact 8'
4 Flute harmon. 8'
5 Gamba 8'
6 Prestant 4'
7 Spitzflaut 4'
8 Quinte 2 2/3'
9 Octave 2'
9 Mixtur progr. 3-5fach
10 Cornett 5fach
11 Bombarde 16'
12 Trompete 8'
13 Clairon 4'

14 Prinzipal 8'
15 Bordun 8'
16 Gedact 8'
17 Salicet 8'
18 Fugara 4'
19 Flute octav. 4'
20 Flageolet 2'
21 Cornett 3fach
22 Euphone/Hautbois 8'

23 Prinzipal 16'
24 Subbass 16'
25 Octave 8'
26 Posaune 16'
27 Trompete 8'
28 Clairon 4'
Mit kernspalterischen Grüßen

Antworten