Kugelflöte, Septade, Trichtergedackt, Rohrschweizerpfeife...

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kernspalter
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Re: Kugelflöte, Septade, Trichtergedackt, Rohrschweizerpfeif

Beitrag von kernspalter » Mittwoch 4. Januar 2017, 19:58

Kurzoktave hat geschrieben:Zitat violdigamb:
"Und in der Realität ist es doch auch meistens so, daß diese Organisten die schrägen Register (entlegene Aliquoten, hohe Zimbeln) oft nur selten oder gar nicht benutzen. Und auch die kurzbechrigen Zungen, Rohrkrummhörner, Rohrschalmeien, zumal dann auch die Zeit und das Know-how fehlt, diese regelmäßig in Stimmung zu halten."
Das Zitat ist in der Tat kernspalterisch...
Dem kann ich nur hinzufügen, dass manche Aliquote und auch Zungen oft nicht nur klanglich, sondern auch räumlich "entlegen" sind, d.h. schwer zugänglich. Demzufolge verkneift man sich die eine oder andere nötige Stimmung, weil man mal wieder niemanden zum Tastenhalten hat und man für 2 km 3 Stunden über Leitern und Turmtreppen bräuchte.
Und wenn man drei Stunden Zeit hat, ist dann die Gewissensfrage: Stecke ich die drei Stunden lieber ins Üben oder ins Stimmen? D. h. spiele ich mein schönes Festpräludium dann musikalisch ansprechend, aber ohne Zungen - oder mit Zungen, dafür aber in holperigem Tempo und mit falschen Akkorden? Das muß jeder für sich selber entscheiden...
Mit kernspalterischen Grüßen

Ronald Henrici
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Re: Kugelflöte, Septade, Trichtergedackt, Rohrschweizerpfeife...

Beitrag von Ronald Henrici » Montag 24. April 2017, 20:08

Ob das genannte Carillon (H. Klotz) das gleiche ist, was mir gerade im Kopfe ist, weiß ich nicht. Aber aus meiner intonatorischen Erfahrung mit Klotz zusammen gab es ein Cornett mit 8 Fuß Gedeckt, 2 2/3 Fuß Nasat, 1 3/5 Fuß Principal, 1 1/7 Fuß Flöte und 8/9 Fuß weites Nachthorn, wobei Klotz den Nasat, den Principal, und das Nachthorn recht laut intoniert haben wollte. Zunächst auch mit einigen Tönen so geschehen. Dann hat er schließlich von dem Experiment doch abgesehen, weil die genannte Kombination eine Verbindung mit anderen Registern der Orgel nicht zuließ wegen der Lautstärke. Endergebnis: Principal und Nachthorn wesentlich schwächer , Principal auf 2 2/3 Fuß gesetzt und Nasat auf 1 3/5. Das gab obertonmäßig einen recht sonoren Klang, der mit anderen Registern 8 Fuß und 4 Fuß harmonierte und selbst als Soloregister einsetzbar wurde.
Gruß
Ronald
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Nachthorn
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Re: Kugelflöte, Septade, Trichtergedackt, Rohrschweizerpfeife...

Beitrag von Nachthorn » Montag 24. April 2017, 22:43

Sind die Tinitusverursacher 1 1/7 Fuß Flöte und 8/9 Fuß nach der Änderung beibehalten worden oder sind die ersatzlos rausgeflogen? Die hohen Aliquoten müssen in der hohen Lage doch sowieso irgendwann repetieren, so dass der Effekt nicht über die ganze Klaviatur hin funktioniert.

Gruß, Nachthorn

Ronald Henrici
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Re: Kugelflöte, Septade, Trichtergedackt, Rohrschweizerpfeife...

Beitrag von Ronald Henrici » Sonntag 30. April 2017, 21:05

Der 1 1/7 und der 8/9 sind beibehalten worden, aber auf einzelne neue Pfeifenstöcke gestellt hochbänkig angebracht worden. Dabei hat man dann die Repetition ab h 1 bis a3 (Ladenende) oktaviert vorgenommen und nach oben hin ab h 1 in der Lautstärke continuierlich reduziert.Die beiden Register wurden auf diese Weise einzeln abrufbar.
Gruß
Ronald
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